Magisterarbeit, 2004
104 Seiten, Note: 1.0
Die Magisterarbeit von Mario Paulus untersucht die sexuelle und kulturelle Codierung von Gewalt im Roman „Kain und Abel in Afrika“ von Hans Christoph Buch. Die Arbeit analysiert, wie Buch die Gewaltexzesse in Ostafrika, insbesondere den Genozid in Ruanda und die politische Situation im Kongo, mit der kolonialen Vergangenheit Europas und den „Grundübeln der Dritten Welt“ verknüpft. Dabei beleuchtet Paulus die Rolle des „weißen“ europäischen Beobachters und seine Beziehung zu den afrikanischen Figuren.
Die Arbeit untersucht zunächst, wie kulturelle und sexuelle Gewalt im Roman dargestellt werden. Sie beleuchtet die Privilegierung des „weißen“ europäischen Beobachters und analysiert seine Reaktionen auf indirekt und direkt erlebtes Leiden. Im Anschluss werden die Beweggründe der beiden Erzähler, der deutsche Schriftsteller und Richard Kandt, beleuchtet. Dabei zeigt Paulus auf, wie Buch die koloniale Vergangenheit Europas mit der gegenwärtigen Situation in Ostafrika verknüpft. Anschließend wird die Rolle der „Grundübel der Dritten Welt“ analysiert, wobei Paulus insbesondere auf Korruption, Brutalität und Ineffizienz sowie deren Folgen eingeht. In einem weiteren Schritt werden verschiedene Ansätze zu einer Grenzüberschreitung untersucht, die als Voraussetzung für ein friedliches Zusammenleben der Menschen gelten. Abschließend wird die Rolle des Schriftstellers und des Schreibens als Vermittler von Erfahrung und als Teil des kulturellen Gedächtnisses betrachtet.
Die Arbeit behandelt Schlüsselbegriffe wie kulturelle Gewalt, sexuelle Gewalt, Kolonialismus, Postkolonialismus, „Dritte Welt“, Korruption, Brutalität, Ineffizienz, Erinnerung, Vergessen, kulturelles Gedächtnis, interkulturelle Begegnung und Grenzüberschreitung.
Der Roman von Hans Christoph Buch setzt sich mit dem Genozid in Ruanda Mitte der 1990er Jahre und der politischen Lage im Kongo auseinander.
Kandt dient als historischer Ich-Erzähler, dessen Reiseberichte aus der Kolonialzeit (um 1900) mit der gegenwärtigen Handlung verknüpft werden.
Es beschreibt, wie Gewalt im Roman durch kulturelle Hierarchien und geschlechtsspezifische Machtverhältnisse dargestellt und interpretiert wird.
Der Roman reflektiert über Korruption, Brutalität und Ineffizienz als zentrale Probleme der betroffenen afrikanischen Staaten.
Die Erfahrung politischer Brutalität wird im Roman mit dem persönlichen Sterben und dem Tod der Eltern der Erzähler verwoben.
Die Arbeit untersucht, ob der Roman Ansätze für ein gelingendes interkulturelles Miteinander andeutet oder ob Geschichte als ein ewiger Zyklus von Gewalt gesehen wird.
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