Bachelorarbeit, 2007
66 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Die indigene Bevölkerung Kolumbiens
2.1 Demografische und kulturelle Fakten
2.2 Indigene Organisationen
2.2.1 Organisationsstruktur des Consejo Regional Indígena del Cauca
3. Autonomiebestrebungen
3.1 Territoriale Autonomie
3.2 Indigene Lebensproduktion
3.3 Indigene Bildung und Bildungsarbeit
4. Indigene als politischer Akteur
4.1 Die Voraussetzungen in der Verfassung von 1991
4.2 Politische Partizipation
4.3 Hindernisse und Herausforderungen
5. Die Realität des Bürgerkrieges
5.1 Beeinträchtigungen der indigenen Organisationsprozesse
5.2 Die Rolle des Staates
5.3 Indigene Initiativen zur Friedensschaffung
6. Schlussbetrachtung
Die vorliegende Arbeit untersucht die soziale und kulturelle Situation der indigenen Bevölkerung Kolumbiens im Zeitraum von 1970 bis heute. Ziel ist es, die Entwicklung der indigenen Bewegung zu analysieren, insbesondere in Bezug auf ihre Autonomiebestrebungen, die politische Partizipation sowie die Auswirkungen des andauernden bewaffneten Bürgerkonflikts auf diese Prozesse und den Staat.
3.1 Territoriale Autonomie
Für die Indigenen Kolumbiens ist die Grundlage jeglicher Autonomie das Territorium. Dies erklärt sich durch den besonderen kulturellen Wert des Territoriums für sie, welcher nicht mit dem westlichen Verständnis von einem Gebiet als Eigentum eines Individuums verglichen werden kann, sondern mit Hilfe der indigenen Wurzeln und Traditionen erklärt werden muss. Demnach ist das Land nicht nur zur Produktion und zum Überleben wichtig, in der indigenen Weltanschauung ist es vor allem Grundlage für Kultur und Traditionen. Das Land, bezeichnet als tierra madre, ist Ursprung und Teil des Lebens und verbindet Mensch, Natur und die spirituelle Welt in einer indigenen Gemeinschaft. Es wird davon ausgegangen, dass das Land gleichzeitig Basis für die biologische als auch kulturelle Reproduktion ist.
Das Streben der indigenen Völker Kolumbiens nach Autonomie wurde schon während der Kolonialzeit geprägt. Durch die Vertreibung der Gemeinschaften von ihren ehemaligen Territorien, versuchte man die bis dahin verstreut lebende indigene Bevölkerung in resguardos zu konzentrieren. Einerseits war eine sogenannte „Schutzzone“ durch die rücksichtslose Ausplünderung von Indigenen und Natur notwenig geworden. Andererseits konnten die Kolonisatoren so effektiver Kontrolle über die Urbevölkerung ausüben, mögliche Aufstände besser verhindern, und sich gleichzeitig Arbeitskräfte sichern. Obwohl sich die resguardos teilweise oder zumindest zu kleinen Teilen auf den ehemaligen indigenen Territorien befanden, war das fruchtbare Land den haciendas der Kolonisatoren vorbehalten. In Verbindung mit der hacienda und deren Arbeitskräftebedarf war ein terraje-System entstanden, welches den terrajeros auf der jeweiligen hacienda einerseits eine Parzelle zur Bewirtschaftung gab, andererseits eine unentgeltliche Arbeitsleistung, Tribute und Abgaben von ihnen verlangte. Mit diesen zwar nicht freiwilligen Abgaben und Tributen schafften sich die Indigenen schon damals eine gewisse Autonomie. Die Parzelle, die sie im Gegenzug bewirtschaften konnten, gab ihnen ein Stück der Kontrolle über Aspekte der Produktion und Reproduktion zurück, die sie mit der Verdrängung von ihren ursprünglichen Territorien verloren hatten.
1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert die historische Entwicklung des indigenen Widerstandes in Kolumbien seit dem 16. Jahrhundert und führt in die neuere indigene Bewegung ab den 1970er Jahren ein.
2. Die indigene Bevölkerung Kolumbiens: Dieses Kapitel liefert demografische Grundlagen, definiert Indigenität und stellt die bedeutendsten indigenen Organisationen sowie deren Strukturen vor.
3. Autonomiebestrebungen: Hier werden die Forderungen nach territorialer Autonomie, die indigene Lebensproduktion sowie die Bedeutung ethnospezifischer Bildung für die Selbstbestimmung erörtert.
4. Indigene als politischer Akteur: Dieses Kapitel analysiert die politische Integration der Indigenen nach der Verfassung von 1991, deren Partizipation und die damit verbundenen Hindernisse.
5. Die Realität des Bürgerkrieges: Hier werden die negativen Auswirkungen des andauernden bewaffneten Konflikts auf die indigenen Gemeinschaften und deren Friedensinitiativen untersucht.
6. Schlussbetrachtung: Dieses Kapitel fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und reflektiert die ambivalente Situation der indigenen Bewegung zwischen Autonomieanspruch und staatlicher Einbindung.
Indigene Bevölkerung, Kolumbien, Autonomie, Widerstand, Organisationen, CRIC, ONIC, Landrechte, Verfassung von 1991, politische Partizipation, Bürgerkrieg, Menschenrechte, Selbstverwaltung, kulturelle Identität, soziale Bewegungen.
Die B.A.-Thesis befasst sich mit der sozialen und kulturellen Situation der indigenen Bevölkerung in Kolumbien von 1970 bis heute, wobei der Fokus auf ihrem Streben nach Autonomie und politischer Mitsprache liegt.
Die zentralen Themen sind der Kampf um Landrechte und territoriale Autonomie, der Aufbau eigener Organisationsformen, die politische Repräsentation in der modernen Demokratie sowie die Auswirkungen des bewaffneten Konflikts auf die indigenen Völker.
Das primäre Ziel ist es, zu analysieren, wie die indigene Bewegung ihre Realität autonom gestaltet und inwiefern eine politische Partizipation innerhalb der Strukturen des kolumbianischen Staates möglich ist.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse wissenschaftlicher Schriften und aktueller Forschungsergebnisse, um die Divergenz zwischen dem Recht und der Lebenswirklichkeit der Indigenen zu diskutieren.
Im Hauptteil werden die Grundlagen der indigenen Organisationen, Bestrebungen nach Autonomie, die Integration in das politische System sowie der Einfluss des Bürgerkriegs und die Friedensinitiativen der Indigenen behandelt.
Wichtige Begriffe sind Indigene Bevölkerung, Autonomie, CRIC, ONIC, Landrechte, Verfassung von 1991, Partizipation und ziviler Widerstand.
Der Consejo Regional Indígena del Cauca (CRIC) gilt als die älteste und bedeutendste indigene Organisation in Kolumbien und dient als Motor für die Mobilisierung und Organisation der Indigenen.
Die Verfassung von 1991 schuf durch die Anerkennung als multiethnischer Staat und die verbriefte Autonomie für indigene Territorien wichtige Voraussetzungen, deren praktische Umsetzung jedoch oft hinter den rechtlichen Ansprüchen zurückbleibt.
Die U'wa dienen als Beispiel für den Widerstand gegen den Staat, da sie ihre Territorien erfolgreich gegen die Ausbeutung von natürlichen Ressourcen wie Erdöl verteidigten und sich dabei auf internationale Konventionen stützten.
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