Diplomarbeit, 2007
68 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
1.2 Gang der Untersuchung
2 Grundlagen der Ökonomie des Profi-Fußballs
2.1 Besonderheiten professioneller Fußballligen
2.1.1 Produktionsprozess und Marktform
2.1.2 Charakteristika von Ligaspiel und Meisterschaft
2.1.3 Zielfunktionen professioneller Fußballvereine
2.1.4 Ineffizienzpotentiale im Produktionsprozess
2.2 Wirtschaftliche Tätigkeit der Profi-Vereine
2.2.1 Produkte und Absatzmärkte
2.2.2 Aktivitäten auf den Faktorbeschaffungsmärkten
2.3 Zwischenfazit
3 Determinanten der direkten Zuschauernachfrage
3.1 Direkte Konsuminteressen der Nachfrager
3.1.1 Sport bezogene Konsuminteressen
3.1.2 Nicht Sport bezogene Konsuminteressen
3.2 Ökonomische Faktoren
3.2.1 Preiselastizität der Nachfrage
3.2.1 Einkommenselastizität der Nachfrage
3.3 Soziodemografische und geografische Rahmenbedingungen
3.4 Gesellschaftliche Rahmenbedingungen
4 Zentrale Vermarktung der Fernsehrechte an der Fußball-Bundesliga
4.1 Wohlfahrtsökonomische Aspekte der Zentralvermarktung
4.2 Rechtliche Aspekte der Zentralvermarktung
4.2.1 Bestimmung des originären Inhabers der Übertragungsrechte
4.2.2 Rechtsprechung und Stand der juristischen Diskussion
4.3 Sportökonomische Aspekte der Zentralvermarktung
4.3.1 Auswirkung der Einzelvermarktung auf das Erlöspotential
4.3.2 Finanzielle und sportliche Differenzierung
4.3.3 Zusammenhang zwischen Spannungsgrad und Zuschauernachfrage
5 Resümee und Ausblick
Die vorliegende Diplomarbeit untersucht die ökonomischen Besonderheiten des Profi-Fußballs, insbesondere am Beispiel der Deutschen Fußball-Bundesliga. Das primäre Ziel ist es, ein Verständnis für die wirtschaftlichen Zusammenhänge in diesem Sektor zu schaffen und die Tragfähigkeit sportökonomischer Hypothesen im Kontext der zentralen Vermarktung von Fernsehrechten kritisch zu prüfen, um Empfehlungen für eine wirtschaftlich effiziente Organisation abzuleiten.
Kollektivproduktion als Besonderheit des professionellen Fußballs
Die Ware Fußballunterhaltung lässt sich in Form unterschiedlicher Güter vermarkten. Im Zentrum steht die Unterhaltungsdienstleistung des sportlichen Wettkampfs zweier Mannschaften. Die zentrale Besonderheit des Produktionsprozesses liegt in der speziellen Wettbewerbssituation zwischen den beteiligten Clubs. Sie sind zwar einerseits sportliche Konkurrenten, müssen jedoch andererseits kooperieren, um das Gut Fußballunterhaltung zu produzieren. Es handelt sich demnach bereits beim einzelnen Spiel um ein Gemeinschaftsprodukt.
Genauer gesagt liegt im Profi-Fußball ein zweistufiges Produktionssystem vor. In der ersten Stufe findet auf Clubebene eine notwendige Vorproduktion statt. Dabei muss insbesondere aus einer Reihe einzelner Akteure eine Gruppe von Sportlern (Mannschaft) geformt werden. In einer zweiten Stufe müssen zwei Mannschaften aufeinander treffen, um ein vermarktbares Gut (das Spiel) zu produzieren.
Die eigentliche Nutzenstiftung für den Konsumenten entsteht jedoch erst dadurch, dass die einzelnen Spiele in einen übergeordneten Wettbewerb (innerhalb einer Liga) zur Ermittlung der Rangfolge der beteiligten Mannschaften eingebettet sind. Das einzelne Spiel ist lediglich eine Zwischenstufe innerhalb der Produktion des Meisterschaftswettbewerbs, der als eigenständiges Produkt gesehen wird. Durch die Verknüpfung der einzelnen Spiele entsteht ein Renncharakter, der aufgrund seiner besonderen Spannung im Vergleich zum Einzelspiel zu einer Attraktivitätssteigerung führt. Da demnach der Output des gemeinsamen Produktionsprozesses die Summe der individuellen Beiträge der Clubs übersteigt, handelt es sich bei der Herstellung des „Meisterschaftsrennens“ um eine Teamproduktion.
1 Einleitung: Darstellung der wirtschaftlichen Relevanz des Profi-Fußballs und Einführung in die zentrale Fragestellung der Arbeit.
2 Grundlagen der Ökonomie des Profi-Fußballs: Analyse des zweistufigen Produktionssystems, der Zielfunktionen der Vereine und der auftretenden Ineffizienzpotentiale.
3 Determinanten der direkten Zuschauernachfrage: Systematische Untersuchung der verschiedenen sportbezogenen und ökonomischen Faktoren, die das Zuschauerinteresse beeinflussen.
4 Zentrale Vermarktung der Fernsehrechte an der Fußball-Bundesliga: Kritische Auseinandersetzung mit der Zentralvermarktung aus wohlfahrtsökonomischer, rechtlicher und sportökonomischer Perspektive.
5 Resümee und Ausblick: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Diskussion möglicher zukünftiger Entwicklungen im europäischen Profisport.
Profi-Fußball, Fußball-Bundesliga, Sportökonomie, Zentralvermarktung, Fernsehrechte, Stadionnachfrage, Meisterschaftsrennen, Gewinnmaximierung, Nutzenmaximierung, Produktionsexternalitäten, Wettbewerbsrecht, Spielstärke, Merchandising, Sponsoring, Humankapital.
Die Arbeit analysiert die ökonomischen Strukturen und Besonderheiten des professionellen Fußballs, insbesondere im Hinblick auf den Markt der Deutschen Fußball-Bundesliga.
Die Arbeit fokussiert auf Produktionsbesonderheiten, die Bestimmungsgründe der Zuschauernachfrage sowie die Auswirkungen und Rechtmäßigkeit der zentralen Vermarktung von Fernsehrechten.
Ziel ist es, die ökonomischen Besonderheiten aufzuzeigen und die Hypothese der Notwendigkeit einer zentralen Vermarktung kritisch auf ihre wirtschaftliche Effizienz zu prüfen.
Es handelt sich um eine sportökonomische Analyse, die theoretische Ansätze mit empirischen Erkenntnissen aus der Fachliteratur verknüpft, um Schlussfolgerungen für die Organisation der Liga abzuleiten.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der ökonomischen Grundlagen, die Analyse von Nachfragedeterminanten sowie eine detaillierte Prüfung der Vermarktungsmechanismen der DFL.
Kernbegriffe sind Profi-Fußball, Zentralvermarktung, Zuschauernachfrage, Wettbewerbsintegrität und ökonomische Effizienz.
Es beschreibt, dass sportliche Wettbewerber auf einen ebenbürtigen Gegner angewiesen sind, um ein vermarktbares Produkt zu erzeugen, was den klassischen Wettbewerbsgedanken (Monopolbildung) ad absurdum führt.
Der Autor argumentiert, dass diese Form der Vermarktung wohlfahrtsökonomische Nachteile mit sich bringt, den Wettbewerb behindert und nicht zwingend notwendig ist, um die sportliche Ausgeglichenheit zu sichern.
Sie gilt als wichtige Determinante der Nachfrage, wobei der Autor darauf hinweist, dass ihre Bedeutung in der aktuellen Forschung teilweise überschätzt wurde.
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