Examensarbeit, 2007
97 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Historischer Kontext: Die ausgehende Weimarer Republik
3. Fabian und die literarische Erscheinung der „Neuen Sachlichkeit“
3.1 Zum Begriff der „Neuen Sachlichkeit“
3.2 Neusachliche Elemente in Erich Kästners Fabian
4. Gesellschaftliche Krisen und Werteverfall in Kästners Fabian
4.1 Arbeitslosigkeit und Weltwirtschaftskrise
4.2 Sexualität, Prostitution und Auflösung der Ehe
4.3 Gesellschaftliche Orientierungslosigkeit und Fabians moralisches Scheitern
5. Die Politik in Kästners Roman
6. Die Figurenkonstellation
6.1 Fabian und Cornelia Battenberg
6.2 Fabian und Stephan Labude
7. Der „Zerrspiegel“ – Die Rolle der Satire
8. Biografische Elemente in Fabian
9. Der Film Fabian von 1980 – Ein Gesellschaftskritischer Film?
10. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht Erich Kästners Roman „Fabian. Die Geschichte eines Moralisten“ vor dem Hintergrund der gesellschaftlichen und politischen Krisen der ausgehenden Weimarer Republik. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert darauf, inwieweit ein gesellschaftlicher Werteverfall in der Zeit kurz vor der Machtübernahme der Nationalsozialisten im Werk kritisiert wird und wie sich der nahende Zusammenbruch der ersten deutschen Demokratie in den Romanfiguren und der Handlung widerspiegelt.
3.2 Neusachliche Elemente in Erich Kästners Fabian
In Kästners Roman nimmt vor allem die Hauptfigur, der 32 Jahre alte promovierte Germanist Jakob Fabian die Rolle eines Beobachters ein, der nach Volker Klotz wie „eine Sonde“ funktioniert. Er sitzt zu Beginn des Romans in einem Café, einem öffentlichen Ort inmitten des sozialen Lebens. Fabian wird bereits zu Beginn nicht in seinem privaten Umfeld gezeigt, sondern befindet sich in der Öffentlichkeit. So kann er das Leben um ihn herum beobachten: Fabian liest in dem Café die „Schlagzeilen der Abendblätter: Englisches Luftschiff explodiert über Beauvais, Strychnin lagert neben Linsen, Neunjähriges Mädchen aus dem Fenster gesprungen, Abermals erfolglose Ministerpräsidentenwahl. […] Die künstliche Stimme in der Westentasche […] Skandal um Clara Bow. […] Das tägliche Pensum. Nichts Besonderes“ (Fabian, 11).
Der Leser wird durch diese Schlagzeilen im Massenmedium Zeitung informiert, was in der Welt um Fabian herum passiert. Die „wirklichkeitsnahe und zeitbezogene Themengestaltung“ der „Neuen Sachlichkeit“, von der Isa Schikorsky spricht, greift hier. Die Schilderung des politischen und alltäglichen Geschehens stellt einen klaren Zeitbezug her. Durch den Reportagestil, der hier eingeschoben wird, wird ein Stilmittel der „Neuen Sachlichkeit“ verarbeitet.
1. Einleitung: Hinführung zum Thema und Darlegung der zentralen Forschungsfrage zur Kritik am gesellschaftlichen Werteverfall in Kästners Roman.
2. Historischer Kontext: Die ausgehende Weimarer Republik: Detaillierte Schilderung der wirtschaftlichen und politischen Krisensituation der Weimarer Republik, insbesondere ab Herbst 1929.
3. Fabian und die literarische Erscheinung der „Neuen Sachlichkeit“: Verortung des Romans in der literarischen Epoche sowie Analyse neusachlicher Stilmittel im Werk.
4. Gesellschaftliche Krisen und Werteverfall in Kästners Fabian: Untersuchung der Auswirkungen von Arbeitslosigkeit, Sexualität und Prostitution als Indikatoren für den Moralverfall der Zeit.
5. Die Politik in Kästners Roman: Analyse der politischen Haltungen der Romanfiguren und ihrer indirekten oder direkten Ablehnung des demokratischen Systems.
6. Die Figurenkonstellation: Untersuchung der engen Bindungen Fabians zu Cornelia Battenberg und Stephan Labude als Gegenmodell zur allgemeinen Oberflächlichkeit.
7. Der „Zerrspiegel“ – Die Rolle der Satire: Auseinandersetzung mit der Funktion der Satire als Mittel zur gesellschaftlichen Aufrüttelung und Warnung.
8. Biografische Elemente in Fabian: Erörterung der Spiegelung von Kästners Lebenserfahrungen in seinen Hauptfiguren.
9. Der Film Fabian von 1980 – Ein Gesellschaftskritischer Film?: Kritische Auseinandersetzung mit der filmischen Umsetzung und deren Fokus auf Zeitkritik gegenüber Unterhaltungsaspekten.
10. Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfrage und Ausblick auf die Relevanz der Thematik für die Gegenwart.
Erich Kästner, Fabian, Neue Sachlichkeit, Weimarer Republik, Weltwirtschaftskrise, Gesellschaftskritik, Moralverfall, Arbeitslosigkeit, Prostitution, Satire, Literaturverfilmung, Intellektualität, politischer Werteverfall, soziale Desintegration.
Die Arbeit analysiert Erich Kästners Roman „Fabian“ hinsichtlich seiner Funktion als zeitkritische Auseinandersetzung mit der ausgehenden Weimarer Republik.
Im Fokus stehen die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise, der gesellschaftliche Moralverfall, die Rolle der Sexualität und die zunehmende politische Orientierungslosigkeit der Menschen.
Das Ziel ist es, zu ermitteln, ob und wie Kästner den Werteverfall der Zeit kritisiert und inwieweit Fabian als moralisch Handelnder in einer orientierungslosen Umwelt scheitert.
Die Autorin/der Autor nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Roman im Kontext historischer Fakten und fachwissenschaftlicher Forschungsliteratur verortet.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung neusachlicher Elemente, der Darstellung gesellschaftlicher Krisen, der Analyse der Figurenkonstellationen sowie der Rolle der Satire als Warninstrument.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie „Neue Sachlichkeit“, „moralischer Werteverfall“, „gesellschaftliche Desintegration“ und „krisenhafter Kapitalismus“ charakterisiert.
Der Film wird als komplementäres Werk betrachtet, um zu prüfen, ob die gesellschaftskritischen Aspekte des Romans im Medium Film erhalten bleiben oder zugunsten einer nostalgischen Unterhaltungsästhetik abgeschwächt wurden.
Das Scheitern Fabians wird als Indikator für die Hoffnungslosigkeit einer Gesellschaft gewertet, die ihre moralischen Fundamente verloren hat und in der ein Einzelner, der nach Anstand strebt, keine konstruktive Rolle mehr spielen kann.
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