Examensarbeit, 2006
113 Seiten, Note: 1,3
Einleitung
A) Theoretischer Teil
I. Günter Eich im Kontext der Lyrik nach 1945
1. Literaturgeschichtliche Einordnung: Naturlyrik nach 1945
2. Das lyrische Werk Eichs von den Anfängen bis 1949
II. Forschungsstand
III. Fragestellung und Methode
B) Analytischer Teil
I. Botschaften des Regens (1955)
1. Gesamtanalyse der Sammlung und Auswahl der Gedichte
2. „In anderen Sprachen“
3. „Botschaften des Regens“
II. Zu den Akten (1964)
1. Gesamtanalyse der Sammlung und Auswahl der Gedichte
2. „Ohne Unterschrift“
3. „Zum Beispiel“
III. Anlässe und Steingärten (1966)
1. Gesamtanalyse der Sammlung und Auswahl der Gedichte
2. „Und Wirklichkeit“
IV. Entwicklung der Dichtung und Dichtungskonzeption von 1955 bis 1966
1. „Übersetzung“ – Dichtung als Mittel der Erkenntnis
2. Dichtung als Widerstand gegen das Einverständnis
3. Formale Aspekte: Entwicklung des lyrischen Sprachgebrauchs
C) Fazit
Die Arbeit untersucht die Entwicklung der Dichtungskonzeption von Günter Eich im Zeitraum von 1955 bis 1966. Dabei wird insbesondere der Frage nachgegangen, ob sich das Werk durch eine kontinuierliche Entwicklung auszeichnet oder einen bewussten Wendepunkt markiert, bei dem sich der Dichter von der Naturlyrik hin zu einer politisch engagierten und sprakkritischen Dichtung hinwendet.
2. „In anderen Sprachen“
Das Gedicht erschien 1955 kurz vor der Veröffentlichung der Botschaften des Regens mit anderen Gedichten als Vorabdruck. Es kann also als repräsentativ für den Band gelten. Aus dem Nachlass Eichs geht hervor, dass es aus dem Jahr 1954 stammt; in diesem Jahr hat Eich es unter anderem Titel („Gedicht Wenn der Vogel mich befragte“) in sein Notizbuch eingetragen (I, 459).
Zu diesem Gedicht existieren einige Interpretationen. Gemeinsamkeit dieser Interpretationen ist m.E., dass sie die Analyse der Form in Bezug auf den Inhalt zurückstellen. So greift Oelmann in der Interpretation zwar die Form des Gedichtes auch auf, an anderen Stellen jedoch liefert sie eine rein inhaltliche Interpretation. Bei Buchheit fällt die Interpretation des Gedichtes sehr kurz aus, ebenso bei Neumann und Hart Nibbrig, so dass die Formanalyse zwangsläufig in den Hintergrund tritt. Auf diese verschiedenen Ansätze wird im Laufe der folgenden Interpretation hin und wieder zurückgegriffen.
Analyse: Die 15 Verse, in drei ungleiche Strophen gegliedert, sind freirhythmisch und unregelmäßig. Abgesehen von einem identischen Reimpaar in den Versen 1 und 4 weist das Gedicht keine Reime auf. Auffällig als Kontrast zu der herrschenden Unregelmäßigkeit ist der völlig symmetrische Rhythmus der Verse 4 und 5, die dadurch eine harmonische Einheit bilden. Dennoch vermittelt das Gedicht einen Eindruck von Ästhetik und Harmonie, hervorgerufen durch zahlreiche Assonanzen wie eine A-Assonanz (Überschrift) (anderen, Sprachen), U-Assonanz (3) (Jahrhunderten, Geburt), I-Assonanz (6/7) (erinnert, mich, Blick), und eine Ü-Assonanz (11/12/14) (rührt, müht, Wiesengrün, übersetzt), die darüber hinaus noch eine Verbindung zwischen der 2. und 3. Strophe schafft.
Einleitung: Die Autorin begründet ihre Wahl des Themas und erläutert ihre Motivation, den Dichter Günter Eich in den Deutschunterricht zu integrieren sowie die pädagogische Relevanz seines Spätwerks.
A) Theoretischer Teil: Dieses Kapitel verortet Günter Eich in der Lyrik nach 1945, diskutiert den aktuellen Forschungsstand und definiert die methodische Herangehensweise der Arbeit.
B) Analytischer Teil: Der Hauptteil umfasst die detaillierte Analyse der Gedichtbände „Botschaften des Regens“ (1955), „Zu den Akten“ (1964) und „Anlässe und Steingärten“ (1966), wobei gezielt einzelne Gedichte interpretiert werden.
C) Fazit: Die Ergebnisse werden zusammengeführt, um die Entwicklung der Dichtungskonzeption von der Naturlyrik hin zum politischen Widerstand gegen das „Einverstandensein“ zu belegen.
Günter Eich, Naturlyrik, Hermetik, Sprachskepsis, Politische Dichtung, Botschaften des Regens, Zu den Akten, Anlässe und Steingärten, Natursprachenkonzept, Dichtungskonzeption, Einverstandensein, Sprachkritik, Lyrikanalyse, Poetologie, Zeitkritik.
Die Arbeit analysiert die lyrische Entwicklung Günter Eichs im Zeitraum von 1955 bis 1966, insbesondere seine Abwendung von der naturmagischen Lyrik hin zu einer gesellschaftskritischen und sprakkritischen Dichtung.
Zentrale Themen sind das Verhältnis von Sprache und Wirklichkeit, die Kritik an einem opportunistischen „Einverstandensein“, die Auseinandersetzung mit der Macht und die Bedeutung von Naturmotiven im Wandel der Zeit.
Ziel ist es, die Entwicklung der Dichtungskonzeption Eichs an konkreten Gedichtbeispielen nachzuzeichnen und zu prüfen, ob sich ein Bruch in seinem poetologischen Selbstverständnis nachweisen lässt.
Es werden klassische Form-Inhalt-Analysen durchgeführt, die durch eine Gesamtanalyse der einzelnen Gedichtbände sowie den Einbezug poetologischer Schriften und des Forschungsstandes ergänzt werden.
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Untersuchung dreier maßgeblicher Gedichtbände und interpretiert exemplarisch ausgewählte Gedichte, um die Transformation des lyrischen Stils und der inhaltlichen Aussagen zu verdeutlichen.
Zu den prägenden Begriffen zählen neben der „Naturlyrik“ vor allem die „Sprachskepsis“, die „Dichtungskonzeption“ und die „politische Dichtung“, da sie Eichs Entwicklung vom Naturdichter zum gesellschaftskritischen Autor markieren.
Die Metapher des „Übersetzens“ ist bei Eich ein zentraler Schlüsselbegriff für seinen dichterischen Anspruch; er wandelt sich von dem Versuch, Naturdinge zu entschlüsseln, hin zu einer Erkenntnis über die Unzulänglichkeit menschlicher Sprache zur Erfassung der Wirklichkeit.
Unter Einbezug der Forschung von Axel Vieregg wird Eichs eigene Rolle im NS-Regime kritisch reflektiert, wobei Eichs späte Gedichte zunehmend als ein indirektes „Schreiben nach Auschwitz“ verstanden werden, das auf die Gefahr einer gelenkten Sprache aufmerksam macht.
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