Diplomarbeit, 2006
89 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Der Kostenkanal und sein Effekt
2.1 Das Neu-Keynesianische Model
2.1.1 Haushalte
2.1.2 Firmen
2.2 Der Kostenkanal
2.3 Kritik
3 Methodik
3.1 IV-Schätzer und GMM
3.1.1 IV-Schätzer
3.1.2 GMM
3.2 Test auf Momente-Bedingungen: Der J-Test
3.3 Kritik
4 Empirie
4.1 Empirische Evidenz
4.2 Daten
4.3 Ergebnisse
4.4 Kritik
5 Stabilität des Kostenkanals in der Euro-Zone
5.1 Hypothese
5.2 Test auf Strukturbruch
5.2.1 Der Wald-Test
5.2.2 Ergebnisse
5.3 Der Kostenkanal im Zeitablauf
5.4 Der eingeschränkte Kostenkanal
6 Inflationsverhalten
6.1 Das Modell
6.2 Ergebnisse
7 Bedeutung für die Geldpolitik
8 Schlussfolgerung
A Daten und Schätzungen
A.1 Makroökonomische Daten
A.1.1 Belgien
A.1.2 Frankreich
A.1.3 Italien
A.1.4 Spanien
A.2 Schätzungen
A.2.1 Belgien
A.2.2 Frankreich
A.2.3 Italien
A.2.4 Spanien
B Anhang
B.1 Die Neu-Keynesianische Phillips-Kurve
B.2 Das Inflationsverhalten
Die vorliegende Arbeit untersucht den Kostenkanal der Geldpolitik in der Euro-Zone. Das zentrale Ziel ist es, den Einfluss von Zinsänderungen auf die Produktionskosten und die daraus resultierenden Preisanpassungen zu analysieren sowie die Auswirkungen dieses Effekts auf die Inflation und die geldpolitische Steuerung zu bewerten.
2.2 Der Kostenkanal
Hicks (1979) war einer der Ersten, der argumentierte, dass der kurzfristige Zinssatz als ein Faktor der Produktionskosten gesehen werden kann. Dieses Argument wurde später von Barth und Ramey (2001) wieder aufgenommen, die annehmen, dass sich über den Zinssatz auch die Kreditbedingungen und so die Möglichkeiten für Investitionen in das Betriebskapital ändern. Der Einfluss der Zinsen als Produktionsfaktor ist auch dann vorhanden, wenn sich die Firmen überwiegend intern finanzieren. In diesem Fall würden die Zinsen die Wertstellung innerhalb der Bilanz verändern und so über die Opportunitätskosten einen Einfluss ausüben (Bernanke und Gertler (1995)).
Die weitere Betrachtung folgt CEE (2005), die wie CEE (1997) sowie Christiano und Eichenbaum (1992) annehmen, dass die Produktionsfaktoren im Vorfeld der Produktion entlohnt und somit durch Kredite vorfinanziert werden müssen. Die Kosten der Produktion entsprechen somit den Faktorpreisen multipliziert mit dem Nominalzins. Da Arbeit der einzige Produktionsfaktor ist, müssen die Firmen einen Kredit in Höhe von WtNt aufnehmen, um ihre Produktion im Vorfeld zu finanzieren. Der Bruttozins ist durch Rt gegeben. Demzufolge ergeben sich Arbeitskosten in Höhe von Rυt Wt. Der Koeffizient υ gibt die Stärke des Kostenkanals an. Bei einem Wert υ=0 ist der Kostenkanal nicht existent und bei einem Wert von υ=1 wird die gesamte Lohnsumme via Kredite finanziert (Tillmann (2006)). In Anlehnung an Gleichung (14), mct = (Wt/Pt)/Zt, ergeben sich für die realen Grenzkosten der Firmen:
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des Kostenkanals innerhalb der Geldpolitik ein und definiert die zentralen Forschungsfragen sowie den methodischen Ansatz.
2 Der Kostenkanal und sein Effekt: Dieses Kapitel stellt das theoretische Modell vor, leitet die Neu-Keynesianische Phillips-Kurve her und integriert den Kostenkanal als inflationsbestimmendes Element.
3 Methodik: Hier werden die ökonometrischen Verfahren, insbesondere die IV-Schätzung und die GMM-Methode, erläutert, die zur empirischen Analyse der aufgestellten Hypothesen dienen.
4 Empirie: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die bestehende empirische Literatur, beschreibt die verwendeten Daten und präsentiert die initialen Schätzergebnisse für die untersuchten Länder.
5 Stabilität des Kostenkanals in der Euro-Zone: Der Schwerpunkt dieses Kapitels liegt auf der Untersuchung der Stabilität des Kostenkanals über den Zeitraum 1980 bis 2006, inklusive Tests auf Strukturbrüche und einer graphischen Analyse.
6 Inflationsverhalten: Hier wird simuliert, wie die Inflation auf geldpolitische Schocks reagiert, wobei das Modell mit und ohne Berücksichtigung des Kostenkanals verglichen wird.
7 Bedeutung für die Geldpolitik: Dieses Kapitel diskutiert die geldpolitischen Implikationen der Untersuchung, insbesondere hinsichtlich der Zielsetzung der Preisstabilität der EZB.
8 Schlussfolgerung: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse, einer kritischen Würdigung der Methodik und einem Ausblick auf weiterführende Forschung.
Kostenkanal, Geldpolitik, Euro-Zone, Neu-Keynesianische Phillips-Kurve, GMM-Schätzung, Zinsweiterleitung, Preisstarrheit, Inflation, Strukturbruch, geldpolitischer Schock, Produktionslücke, Grenzkosten, EZB, ökonometrische Analyse, Finanzmarktliberalisierung
Die Arbeit untersucht, inwieweit Zinsänderungen der Zentralbank die Produktionskosten von Unternehmen beeinflussen und dadurch direkt auf die Inflationsrate wirken, was als "Kostenkanal" bezeichnet wird.
Die zentralen Themenfelder umfassen die monetäre Transmission, die mikroökonomische Fundierung des Preissetzungsverhaltens von Firmen sowie die empirische Überprüfung geldtheoretischer Modelle in verschiedenen Euro-Ländern.
Das primäre Ziel ist es, den Kostenkanal in vier europäischen Ländern (Belgien, Frankreich, Italien, Spanien) zu schätzen und zu analysieren, wie sich dieser Effekt über die Zeit, insbesondere durch die Integration der Finanzmärkte, verändert hat.
Der Autor nutzt ökonometrische Schätzverfahren, spezifisch die Momentenmethode (GMM) sowie Instrumentenvariablen-Ansätze (IV), um die komplexen dynamischen Beziehungen der Neu-Keynesianischen Phillips-Kurve empirisch zu validieren.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Modellierung, die methodische Herleitung, die empirische Datenauswertung und eine Stabilitätsanalyse sowie die Simulation des Inflationsverhaltens nach geldpolitischen Schocks.
Kostenkanal, Geldpolitik, Euro-Zone, Neu-Keynesianische Phillips-Kurve (NKPK), GMM-Schätzung und Zinsweiterleitung.
Die Analysen, insbesondere mittels Wald-Tests, deuten darauf hin, dass um das Jahr 1997, also kurz vor der Einführung des Euro, Veränderungen im Effekt des Kostenkanals eingetreten sind.
Die unterschiedlichen Reaktionen resultieren aus variierenden Stärken des Kostenkanals und der Grenzkostenreaktion in den einzelnen Ländern, was dazu führt, dass ein einheitlicher Zinssatz der EZB heterogene Auswirkungen entfalten kann.
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