Forschungsarbeit, 2007
42 Seiten, Note: 2
1 Einleitung
2 Theorie
2.1 Politisch-institutionelle Gründe
2.1.1 Demokratisierung
2.1.2 Power-sharing Institutions
2.2 Soziokulturelle Gründe
2.2.1 Ethnische Heterogenität
2.2.2 Stärke von ethnischer Gruppen
2.3 Ökonomische Faktoren
2.4 „Nationalstaat-Kultur“
3 Operationalisierung und Datengrundlage
3.1 AV: Bewaffneter Konflikt
3.2 Politische-institutionelle Variablen
3.2.1 UV: Demokratisierungsgrad
3.2.2 UV: Radikalität der Demokratisierung
3.2.3 UV: Power-sharing institutions
3.3 Soziokulturelle Variablen
3.3.1 UV: Ethnische Heterogenität
3.3.2 UV: Stärke einer ethnischen Gruppierung
3.4 Ökonomische Variablen
3.4.1 UV: Wirtschaftliche Entwicklung
3.5 „Nationalstaat-Kultur“-Variable
3.5.1 UV: Erstmalige Unabhängigkeit
4 Untersuchungsanordnung
4.1 Fallzahl und Messzeitpunkte
4.2 Modelle
5 Resultate
5.1 Allgemeine Modellgüte
5.2 Demokratisierung
5.2.1 Demokratisierungsgrad
5.2.2 Radikalität der Demokratisierung
5.3 Föderalismus
5.4 Soziokulturelle Gründe
5.4.1 Ethnische Heterogenität
5.4.2 Stärke einer Ethnischen Gruppierung
5.4.3 Nationalstaat-Kultur
5.4.4 Ökonomische Gründe
6 Fazit
Die vorliegende Forschungsseminar-Arbeit untersucht die Ursachen für das Eintreten bewaffneter Konflikte in postkommunistischen Staaten nach dem Zusammenbruch des kommunistischen Systems. Dabei wird analysiert, welche politisch-institutionellen, soziokulturellen und ökonomischen Faktoren die unterschiedlichen Entwicklungen dieser Staaten maßgeblich erklären können.
2.1.1 Demokratisierung
Viele der bisherigen Studien (z.B. Gurr 2001, Hegre et al. 2001, Mansfield&Snyder 1995), welche den Grad der Demokratisierung mit dem Eintreten eines bewaffneten Konflikts in Verbindung bringen, kommen grundsätzlich alle auf denselben Schluss: Semidemokratien - oder anocracies - sind gefährdeter als Demokratien oder Autokratien. Hegre et al. (2001) fassen dabei diesen Punkt wie folgt zusammen:
„Semidemocracies are partly open yet somewhat repressive, a combination that invites protest, rebellion, and other forms of civil violence. Repression leads to grievances that induce groups to take action and openness allows for them to organize and engage in activities against the regime. Such institutional contradictions imply a level of political incoherence, which is linked to civil conflict.“
Hegre et al. (2001:33)
In ihrer Studie finden sie dementsprechend einen U-förmigen Zusammenhang zwischen dem Level der Demokratisierung und dem Eintreten eines Krieges heraus: zwischen den beiden konsolidierten Formen der Demokratie und der Autokratie, eröffnet die „stoned road“ des Wandels und die damit verbundenen anarchischen Zustände Möglichkeiten für ethnische oder nationalistische Strömungen, welche zu Konflikten führen können. Auch Mansfield&Snyder (1995) finden einen Zusammenhang zwischen dem Grade der Demokratisierung und bewaffneten Konflikten. Sie verweisen dabei ebenfalls auf die Situation des sozialen Wandels, institutionelle Schwächen sowie die Bedrohung von Interessen:
„(...) it becomes difficult to form stable political coalitions with coherent policy platforms and sufficient support to stay in power.“
Mansfield&Snyder (1995:26)
1 Einleitung: Die Einleitung skizziert die Transformation der postkommunistischen Staaten und identifiziert die postkommunistische Welt als neues Forschungsfeld der Konfliktforschung aufgrund des freiwerdenden Konfliktpotenzials.
2 Theorie: Dieses Kapitel leitet Hypothesen über den Einfluss politisch-institutioneller, soziokultureller und ökonomischer Faktoren auf bewaffnete Konflikte aus der bestehenden Literatur her.
3 Operationalisierung und Datengrundlage: Hier werden die theoretischen Konstrukte in messbare Variablen überführt und die gewählten Datenquellen sowie deren Validität diskutiert.
4 Untersuchungsanordnung: Dieses Kapitel beschreibt das methodische Vorgehen, insbesondere die Verwendung der logistischen Regression zur empirischen Überprüfung der Hypothesen anhand von 28 Fällen.
5 Resultate: Die Ergebnisse der empirischen Analyse werden präsentiert, wobei die Rolle von Demokratisierung und der Stärke ethnischer Gruppen kritisch beleuchtet wird.
6 Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und stellt fest, dass während der Grad und die Radikalität der Demokratisierung maßgeblich sind, allgemeine Konflikttheorien im regionalen Kontext modifiziert werden müssen.
Postkommunismus, bewaffnete Konflikte, Demokratisierung, Transformation, ethnische Heterogenität, Power-sharing, ökonomische Faktoren, Konfliktforschung, politische Institutionen, logistische Regression, Bürgerkrieg, Nationalstaat, ethnische Stärke, Reformen, politische Stabilität.
Die Arbeit analysiert die Ursachen für das Ausbrechen bewaffneter Konflikte in postkommunistischen Staaten nach der Wende.
Die Untersuchung umfasst die Bereiche Demokratisierung, ethnische Zusammensetzung, ökonomische Leistungsfähigkeit und institutionelle Rahmenbedingungen.
Das Ziel ist es, zu ermitteln, welche Faktoren das Eintreten von bewaffneten Konflikten in der postkommunistischen Welt begründen.
Zur Überprüfung der aufgestellten Hypothesen wird eine logistische Regression über einen Datensatz von 28 postkommunistischen Staaten durchgeführt.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Herleitung der Konfliktursachen, deren Operationalisierung, die Untersuchungsanordnung und die anschließende empirische Auswertung der Resultate.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Postkommunismus, Konfliktpotenzial, Demokratisierung, ethnische Stärke und Transformation.
Die empirische Analyse zeigt, dass der Zusammenhang zwischen Demokratisierungsgrad und Konflikten in den untersuchten Fällen linear verläuft, statt die in der Literatur oft vermutete U-Kurve (Anokratien als instabilste) zu bilden.
Die Arbeit zeigt, dass die geographische Konzentration – als Indikator für die „innere Stärke“ einer ethnischen Gruppe – einen signifikanten Einfluss auf die Wahrscheinlichkeit eines bewaffneten Konflikts hat, während bloße ethnische Heterogenität weniger aussagekräftig ist.
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