Magisterarbeit, 2004
135 Seiten, Note: 2,1
Medien / Kommunikation - Public Relations, Werbung, Marketing, Social Media
1. Einleitung
1.1 Problemkontext
1.2 Ziel und Aufbau der Arbeit
1.3 Forschungsstand
2. Das Tätigkeitsfeld der Öffentlichkeitsarbeit
2.1 Definition des Begriffs Öffentlichkeitsarbeit
2.2 Geschichtlicher Abriss
2.3 Kommunale Öffentlichkeitsarbeit
3. Öffentlichkeitsarbeit in der DDR
3.1 Öffentliche Kommunikation im Sozialismus
3.1.1 Verständnis von Propaganda und Agitation aus Sicht der DDR
3.1.2 Verständnis von Öffentlichkeitsarbeit aus Sicht der DDR
3.2 Rechtliche und politische Rahmenbedingungen
3.3 Entwicklung der Öffentlichkeitsarbeit in der DDR
3.4 Definition von Öffentlichkeitsarbeit in der DDR
4. Kommunale Öffentlichkeitsarbeit in der DDR
4.1 Die Bedeutung der Kommunen in der DDR
4.1.1 Die rechtliche Stellung der Kommunen
4.1.2 Die Rolle des Bürgers
4.2 Die Bedeutung der Öffentlichkeitsarbeit in einer Kommune
4.2.1 Die Rolle der Medien
4.2.2 Die Rolle der Stellen für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
5. Kommunale Öffentlichkeitsarbeit in Leipzig von 1945 bis 1989
5.1 Die Stadt Leipzig
5.2 Kurze Chronik der Leipziger Stadtverwaltung
5.3 Die Pressestelle der Stadt Leipzig
5.3.1 Der Stadtfunk
5.3.2 Die „Leipziger Zeitung“
5.4 Inhaltsanalyse
5.4.1 Forschungsfrage
5.4.2 Leitthesen
5.5 Auswertung der Zeiträume
5.5.1 Sowjetische Besatzungszone (Mai 1945 bis 6.10.1949)
5.5.2 Von der Gründung der DDR bis zum Arbeiteraufstand (7.10.1949 bis 17.6.1953)
5.5.3 Vom Arbeiteraufstand bis zum Mauerbau (18.6.1953 bis 12.8.1961)
5.5.4 Vom Mauerbau bis zu Ulbrichts Rücktritt (13.8.1961 bis 2.5.1971)
5.5.5 Von der Honecker-Wahl bis zum X. Parteitag (3.5.1971 bis 10.4.1981)
5.5.6 Vom X. Parteitag bis zum Ende der DDR (11.4.1981 bis 1989)
5.6 Gegenüberstellung der Zeiträume
5.7 Auswertung der Leitthesen
6. Zusammenfassung
Ziel dieser Arbeit ist die umfangreiche Darstellung der kommunalen Öffentlichkeitsarbeit in der DDR. Die Autorin untersucht, ob und wie Öffentlichkeitsarbeit in einer Diktatur praktiziert wurde, wobei sie die engen Verflechtungen zwischen staatlichen Verwaltungsstrukturen, Parteiapparaten der SED und dem Prinzip des demokratischen Zentralismus beleuchtet. Anhand einer inhaltsanalytischen Fallstudie am Beispiel der Stadt Leipzig wird der Wandel über mehrere Jahrzehnte untersucht und der Frage nachgegangen, inwieweit sich dieses Tätigkeitsfeld von Propaganda und Agitation abgrenzen lässt.
3.1 Öffentliche Kommunikation im Sozialismus
„Sprache und Kommunikation standen im Dienst der sozialistischen Bewußtseinsbildung, der Meinungsbeeinflussung im Sinne der marxistisch-leninistischen Weltanschauung.“24 - so bewertet u.a. Gärtner die öffentliche Kommunikation in der DDR.
Die öffentliche Kommunikation kann man als einen Indikator für die Gesellschaft nehmen, da sie aufzeigt, welche Strukturen in dem politischen und sozialen System existieren. Durch die Alleinherrschaft der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) bedingt, wies die Kommunikation in der gesellschaftlichen Öffentlichkeit einen „offiziellen (d.h. dienstlichen, im Unterschied zu privatem) Charakter“25 auf. Es bestehen selbstverständlich auch in Demokratien Unterschiede zwischen der privaten und der offiziellen Kommunikation. Bemerkenswert bei der öffentlichen Kommunikation in der DDR ist jedoch der Missbrauch der Sprache zum „Herrschaftsmittel“ und die Einengung der Kommunikation dahingehend, dass die Sprache „ideologisch strikt festgelegt und von geringem Ausdrucksreichtum“ war und sich „einer Narkosemaske“26 gleich über die Kommunikationsteilnehmer legte. Die politisch-ideologisch besetzten Phrasen und Formulierungen wirkten sehr stark in die gesellschaftliche Kommunikation.
Es kam zum sogenannten „code-switching“27 zwischen der formellen Sprache und der persönlich geprägten Alltagssprache, weil die vorgegebene Kommunikationsstruktur bei öffentlicher Kommunikation eingehalten werden musste.28 Daher würden aus verständlichen Gründen die DDR-Bürger nach dem Abschied vom SED-Regime sogar dazu neigen, die Bedeutung der offiziellen Sprache für ihren Sprachgebrauch als völlig belanglos herunterzuspielen.
1. Einleitung: Erläutert den Problemkontext, das Ziel der Arbeit sowie den Forschungsstand zur Öffentlichkeitsarbeit in der DDR.
2. Das Tätigkeitsfeld der Öffentlichkeitsarbeit: Definiert den Begriff Öffentlichkeitsarbeit (PR) und gibt einen geschichtlichen Abriss sowie eine Einordnung kommunaler PR.
3. Öffentlichkeitsarbeit in der DDR: Analysiert die öffentliche Kommunikation im Sozialismus, das Verhältnis zu Propaganda und Agitation sowie die rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen.
4. Kommunale Öffentlichkeitsarbeit in der DDR: Untersucht die Rolle der Kommunen, die Bedeutung des Bürgers und die Rolle von Medien sowie PR-Stellen auf lokaler Ebene.
5. Kommunale Öffentlichkeitsarbeit in Leipzig von 1945 bis 1989: Detaillierte Fallstudie zu Leipzig inklusive der Analyse von Pressematerial und der Auswertung der Zeiträume.
6. Zusammenfassung: Fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und bewertet die Spezifik der Öffentlichkeitsarbeit in der DDR.
Öffentlichkeitsarbeit, DDR, Sozialismus, Leipzig, Stadtverwaltung, Pressearbeit, Propaganda, Agitation, Kommunalpolitik, SED, Presseamt, Staatsverwaltung, demokratischer Zentralismus, Öffentlichkeitsarbeit in der DDR, städtische PR
Die Arbeit untersucht die kommunale Öffentlichkeitsarbeit in der DDR in der Zeit von 1945 bis 1989 am Beispiel der Stadt Leipzig, um deren spezifische Ausprägung und Funktion im sozialistischen System zu erforschen.
Zentrale Themen sind die Abgrenzung von Öffentlichkeitsarbeit zu Propaganda, die Einbindung der Kommunen in den demokratischen Zentralismus sowie die Entwicklung der PR-Strukturen von der Nachkriegszeit bis zum Ende der DDR.
Die Forschungsfrage lautet, wie Öffentlichkeitsarbeit in einer Diktatur wie der DDR praktiziert wurde, welche Rolle die kommunalen Strukturen dabei spielten und inwieweit eine Unterscheidung zwischen PR und parteipolitischer Propaganda möglich ist.
Die Autorin kombiniert eine theoretische Analyse mit einer empirischen Inhaltsanalyse von Pressematerial, Pressemitteilungen und PR-Plänen, die im Stadtarchiv Leipzig dokumentiert sind.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen (PR in Theorie und DDR-Kontext) und einen empirischen Teil, der die Entwicklung der Leipziger Öffentlichkeitsarbeit über sechs verschiedene historische Zeiträume detailliert auswertet.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Öffentlichkeitsarbeit, DDR, Kommunalpolitik, Propaganda, Agitation, Stadtverwaltung und den demokratischen Zentralismus charakterisiert.
Der Stadtfunk fungierte als ein zentrales Informationsmedium für die Leipziger Bürger, das unter der Aufsicht der Stadtverwaltung stand und als "Großlautsprecheranlage" zur Verbreitung von Nachrichten und amtlichen Informationen genutzt wurde.
Leipzig war im zentralistischen System der DDR eingebunden, bot jedoch aufgrund der unteren Ebene des Staatsaufbaus gewisse Freiräume für eine eigenständige Öffentlichkeitsarbeit, die sich in ihrer praktischen Anwendung oft von der reinen ideologischen Propaganda unterschied.
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