Examensarbeit, 2005
99 Seiten, Note: 1,0
1. Vorwort
1.1 Motivation
1.2 Intention
2. Begriffsbestimmungen
2.1 Definitionen von Hillbilly Music/Old-Time Music
2.2 Definitionen von Country Music
2.3 Der Begriff Bluegrass
2.4 Definitionen von Bluegrass Music
3. Musiker und Geschichte der Bluegrass Music
3.1 Musik der Menschen in den Appalachen: 19. Jahrhundert-1923
3.2 Entwicklung der Old-Time Music: 1923-1938
3.2.1 Soziale Bedingungen
3.2.2 Musik und Musiker
3.2.3 Geburt einer neuen Stilrichtung
3.3 Die Begründer der Bluegrass Music: 1939-1959
3.3.1 Bill Monroe: Vater der Bluegrass Music
3.3.1.1 Erste musikalische Erfahrungen
3.3.1.2 Die Blue Grass Boys
3.3.2 Earl Scruggs, Lester Flatt und die Foggy Mountain Boys: die populärste Bluegrass Band aller Zeiten
3.3.3 Die Stanley Brothers: Einfache Musik mit großer Wirkung
3.3.4 Don Reno, Red Smiley und The Tennessee Cut-Ups: eine kommerzielle Band mit neuem Sound
3.3.5 Jimmy Martin: ein kompromsslos traditioneller Bluegrass-Sänger
3.3.6 The Osborne Brothers: Wegbereiter für Progressive Bluegrass
3.3.7 Jim und Jesse McReynolds
3.4 Bluegrass Revival und Progressive Bluegrass: 1960-79
3.4.1 Bluegrass Festivals
3.4.2 Bill Monroe
3.4.3 Earl Scruggs und Lester Flatt
3.4.4 Ralph Stanley
3.4.5 The Osborne Brothers
3.4.6 Jim und Jesse McReynolds
3.4.7 Bluegrass an der Ostküste
3.4.8 Bluegrass in Kalifornien
3.4.9 Newgrass
3.5 New Traditionalism: ab 1980
3.6 Frauen und Bluegrass
3.6.1 Probleme
3.6.2 Geschichte der Musikerinnen
4. Musikalische Analyse
4.1 Einflüsse/Wurzeln
4.2 Stilistische Besonderheiten
4.2.1 Allgemeine Kennzeichen
4.2.2 Instrumentation
4.2.3 Gesang
4.2.4 Melodien
4.2.5 Harmonik
4.2.6 Rhythmik
4.2.7 Struktur
4.2.8 Text
4.3 Analyse zweier Bluegrass-Klassiker
4.3.1 Blue Moon of Kentucky
4.3.2 Pretty Polly
5. Instrumente und Instrumentalisten
5.1 Banjo
5.2 Mandoline
5.3 Fiddle
5.4 Gitarre
5.5 Kontrabass
5.6 Dobro
6. Aktuelle Entwicklungen
6.1 Die IBMA
6.1.1 Ziele und Aufgaben der IBMA
6.1.2 IBMA World of Bluegrass
6.1.3 Internationale Beziehungen
6.1.4 Marktforschung
6.2 Bluegrass in Deutschland
6.2.1 US-Bands in Deutschland
6.2.2 Deutsche Bands
6.2.3 Festivals in Deutschland
6.3 Gegner und Anhänger von Bluegrass im Interview
6.3.1 Die Frage der Definition
6.3.2 Die Frage nach der Geburtsstunde
6.3.3 Wertschätzung des Musikstils
6.3.4 Bluegrass und Emanzipation der Frauen!?
6.3.5 Chris Thile und Nickel Creek
7. Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit hat das Ziel, den in Deutschland bisher wenig verbreiteten Musikstil Bluegrass umfassend vorzustellen und in den Kontext US-amerikanischer Popularmusik einzuordnen. Dabei wird die historische Entwicklung von ihren Wurzeln in der Old-Time Music bis hin zu modernen, progressiven Strömungen sowie die Rolle der Instrumente und aktueller musikalischer Entwicklungen untersucht.
3.3.1.2 Die Blue Grass Boys
Dort gründete Bill Monroe die Blue Grass Boys, die zum ersten Mal 1939 in der Grand Ole Opry zu hören waren. Seitdem traten sie jahrelang fast jeden Samstag in der Grand Ole Opry auf und zogen ein großes Publikum an. Neben Bill Monroe an der Mandoline und am Gesang, spielte Cleo Davis Gitarre und sang, Art Wooten spielte Fiddle und Amos Garren Kontrabass; auf das Banjo verzichtete Bill Monroe zu Anfang noch. Die Besetzung der Band änderte sich recht häufig, aber die Instrumentation wurde im Groben stets beibehalten, obwohl Monroe damit immer etwas experimentierte. 1942 wurde zum ersten Mal ein Banjospieler, Dave “Stringbean“ Akeman, in die Band aufgenommen, der im Old-Time-Stil (Zwei-Finger-Stil), also in einer eher zurückhaltenden Art und Weise spielte. Auch Wilene “Sally Ann” Forrester, die erste Frau und einzige Akkordeonspielerin, mit der Monroe je tourte, spielte und sang einige Zeit für die Blue Grass Boys.
Bill Monroe traf einige gravierende Entscheidungen, die den Klang der Blue Grass Boys ausschlaggebend formen sollten. Da sein Bruder bisher immer die Melodie und er die Überstimme gesungen hatte, wusste er dass seine Stärke im hohen Singen lag. Folglich transponierte er die Lieder so weit wie möglich nach oben. Beim Singen wechselte er oft ins Falsett, vor allem bei den Blue Yodels, die auch für seine Musik charakteristisch waren. Dieses Singen zeichnete den High Lonesome Sound aus und wurde zu seinem Markenzeichen. In der Bluegrass-Szene war es in dieser Zeit eigentlich unkonventionell, Lieder zu transponieren. Aus Bequemlichkeiten spielten die Musiker so viele leere Saiten, wie nur möglich. Monroes Forderung, die Lieder zu transponieren, war für Mandolinenspieler, Fiddler und Bassisten ein sehr viel größeres Problem als für Gitarristen und Banjospieler, die Kapodaster verwenden konnten. Trotzdem bereitete es allen Musikern viel Arbeit, den anspruchsvollen Vorstellungen von Monroe gerecht zu werden. Ein weiterer Effekt der höheren Tonarten war, dass die Saiteninstrumente einen durchdringenden, lebhafteren Klang erzeugten.
1. Vorwort: Erläutert die Motivation der Autorin, die auf ihrem einjährigen Auslandsaufenthalt in Kentucky basiert, und definiert die Intention, den in Deutschland kaum bekannten Stil vorzustellen.
2. Begriffsbestimmungen: Grenzt den Bluegrass von benachbarten Genres wie Country oder Old-Time Music ab und klärt die Herkunft der Bezeichnung.
3. Musiker und Geschichte der Bluegrass Music: Zeichnet den Weg vom 19. Jahrhundert über die frühen Pioniere wie Bill Monroe bis zu den Entwicklungen der 1970er Jahre nach.
4. Musikalische Analyse: Beschreibt die theoretischen Grundlagen des Bluegrass, einschließlich Instrumentierung, Gesangstechniken, Harmonik und Struktur, sowie beispielhafte Analysen von Klassikern.
5. Instrumente und Instrumentalisten: Beleuchtet die Geschichte und Spieltechnik der typischen Bluegrass-Instrumente wie Banjo, Mandoline, Fiddle, Gitarre, Kontrabass und Dobro.
6. Aktuelle Entwicklungen: Analysiert den Einfluss der IBMA, die Szene in Deutschland und beleuchtet durch Experteninterviews das Thema Emanzipation und zukünftige Trends wie bei Nickel Creek.
7. Zusammenfassung: Fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen und betont das anhaltende Spannungsfeld zwischen traditionellem Erhalt und innovativer Weiterentwicklung.
Bluegrass Music, Bill Monroe, Country Music, Old-Time Music, Fiddle, Banjo, Mandoline, High Lonesome Sound, Progressive Bluegrass, New Traditionalism, IBMA, Musikgeschichte, USA, Appalachen, Musikethnologie.
Die Arbeit behandelt die Entstehung, die musikalische Beschaffenheit und die soziokulturelle Geschichte des Musikstils Bluegrass innerhalb der US-amerikanischen Populärmusik.
Die Themen umfassen die Abgrenzung von Begriffen, Biografien bedeutender Musiker, eine musikalische Stilanalyse sowie aktuelle Entwicklungen, einschließlich der Rolle der IBMA und der Szene in Deutschland.
Das Hauptziel ist die Vorstellung und fundierte Definition des in Deutschland bisher kaum bekannten Bluegrass-Musikstils durch eine Analyse seiner Geschichte, Instrumentierung und stilistischen Eigenheiten.
Es werden Literaturanalysen durchgeführt, Musikstile definiert, Einzelbiografien von Musikern untersucht, eine formale musikalische Analyse anhand konkreter Musikbeispiele vorgenommen sowie Experteninterviews für einen aktuellen Einblick genutzt.
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Darstellung der Pioniere und Epochen, eine detaillierte musikalische Analyse (Struktur, Gesang, Harmonik) und eine Untersuchung der spezifischen Instrumentierung im Bluegrass.
Zentrale Begriffe sind neben Bluegrass Music, Bill Monroe, Country Music und Old-Time Music auch fachspezifische Aspekte wie der High Lonesome Sound, Progressive Bluegrass sowie Instrumente wie Banjo und Fiddle.
Bill Monroe gilt als „Vater“ des Bluegrass; er legte mit seiner Band, den Blue Grass Boys, den Grundstein für den typischen Klang und die Besetzung, die den Standard für alle nachfolgenden Bands setzten.
Es besteht ein ständiges Spannungsfeld zwischen „Tradition versus Innovation“. Während Traditionalisten auf dem akustischen, unverfälschten Sound beharren, integrieren progressive Musiker Einflüsse aus Rock, Jazz oder Pop, was in der Szene oft kontrovers diskutiert wird.
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