Bachelorarbeit, 2004
48 Seiten, Note: 2,0
1. EINLEITUNG
1.1 Einführung
1.2 Weitere Vorgehensweise
2. DAS SHAREHOLDER-KONZEPT
2.1 Grundlagen
2.2 Die Legitimation des Shareholder-Konzeptes
2.2.1 Begründung aus der Property Rights-Theorie
2.2.2 Begründung aus der Vertragstheorie
2.3 Besonderheiten von Kapitalgesellschaften
2.3.1 Trennung von Kapital und Unternehmensleitung
2.3.2 Spezialisierungsgewinne und Kontrolle
2.3.3 Der Shareholder Value als Kontrollmechanismus
2.4 Zusammenfassung
3. DAS STAKEHOLDER-KONZEPT
3.1 Kritik am Shareholder-Konzept
3.1.1 Das Shareholder-Konzept aus deontologischer Sicht
3.1.2 Das Unternehmen aus Sicht der Koalitionstheorie
3.1.3 Das Stakeholder-Konzept aus der Property Rights-Theorie
3.1.4 Gesellschaftlich unerwünschte Gewinnmaximierung
3.2 Grundlagen des Stakeholder-Konzeptes
3.3 Zusammenfassung
4. DIE HYBRIDE STAKEHOLDER-THEORIE
4.1 Kritische Würdigung des Stakeholder Approach
4.1.1 Vorteile gegenüber dem Shareholder-Modell
4.1.2 Nachteile gegenüber dem Shareholder-Modell
4.2 Grundlagen der hybriden Stakeholder-Theorie
4.2.1 Restriktionen des Marktes
4.2.2 Bewertung der normative cores
4.2.3 Hybride Stakeholder-Theorien
4.3 Shareholder-Theorie vs. Stakeholder-Theorie ?
4.3.1 Stakeholder-Management aus Sicht der Shareholder-Theorie
4.3.2 Shareholder Value aus Sicht der Stakeholder-Theorie
4.3.3 Marktrestriktionen und Konvergenz
5. ZUSAMMENFASSUNG
6. AUSBLICK
Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen Shareholder- und Stakeholder-Ansatz und hinterfragt, wem ein Unternehmen primär dienen sollte. Ziel ist es, die einseitigen Perspektiven beider Theorien zu rekonstruieren, ihre jeweiligen Schwächen aufzuzeigen und durch eine hybride Stakeholder-Theorie als integrativen Lösungsweg zu überwinden, um sowohl ökonomischer Effizienz als auch gesellschaftlicher Verantwortung gerecht zu werden.
2.3.1 Trennung von Kapital und Unternehmensleitung
Um die Besonderheit von Aktiengesellschaften gegenüber Eigentümer-Unternehmen zu verstehen, gilt es, sich den organisatorischen Unterschied zu verdeutlichen. Dieser ergibt sich vorwiegend aus dem Umstand, dass Einzelfirmen schnell an ihre finanziellen Grenzen und damit auch an ihre Wachstumsgrenzen stoßen. In diesem Sinne bildet die Aktiengesellschaft ein geeignetes Gegenmodell, dass diesen finanziellen Engpass zu überwinden im Stande ist. Dabei fungiert die Aktiengesellschaft als „...ein Sammelbecken vieler Einzelkapitale“38, ist also bestens geeignet, Kapital in großen Mengen zu akkumulieren.
Der Hauptgrund ist sicherlich darin zu suchen, dass sich die Anforderungen an die Aktionäre auf ein Minimum beschränken, so dass neben der „...Einzahlung im Grunde keine weiteren Pflichten“39 zu übernehmen sind. So werden beispielsweise auch keine besonderen Kenntnisse auf wirtschaftlichem Gebiet gefordert. Die Aktiengesellschaft erhält dadurch einen weitestgehend unverbindlichen Charakter, der Anreize zu Investitionen durch potentielle Anteilseigner setzt. Aufgrund des großen Pools potentieller Aktionäre stellt die Kapitalgesellschaft die attraktivste Organisationsform dar, um die hohe Nachfrage nach Finanzmitteln zu befriedigen.40
Gleichzeitig erwachsen jedoch durch die gegenüber dem Eigentümer-Unternehmen weitaus komplexere Eigentümerstruktur und die erwähnte Unverbindlichkeit neue Erfordernisse, um eine erfolgreiche Unternehmensführung prozedural zu ermöglichen. Eine faktische Beteiligung aller Anteilseigner stellt sich sowohl auf Seiten des Unternehmens, aber auch auf Seiten des Eigenkapitalgebers mit oft breit gestreuten Depots in der Praxis als unmöglich dar oder ist mit unverhältnismäßigen „negotiating costs“41 verbunden.
Entsprechend dieser Problematik bildet die Delegation von Entscheidungsbefugnissen an ein kleine, überschaubare Gruppe von Managern ein probates Mittel, um die Entscheidungsprozesse im Unternehmen zu beschleunigen. Es kommt damit zu einer faktischen Funktionstrennung von Kapitalbeteiligung und Unternehmensleitung. Auf diese Weise wird der Aktionär von seiner Pflicht befreit, eigene Expertise in das Unternehmen einbringen zu müssen, und dabei gleichzeitig die Fähigkeit erhöht, Kapital zu akkumulieren. Zudem wird durch die Zusammenfassung der Einzelkapitalien unter ein zentrales, effizientes Management das Produktivitätspotential des Kapitals deutlich erhöht.42
1. EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet die historische Kritik am Gewinnmaximierungsprinzip und führt die zentrale Fragestellung der Arbeit ein: Wem dient ein Unternehmen?
2. DAS SHAREHOLDER-KONZEPT: Dieses Kapitel erläutert die Grundlagen und theoretische Legitimation der eigentümerorientierten Unternehmensführung sowie die spezifischen Kontrollprobleme moderner Kapitalgesellschaften.
3. DAS STAKEHOLDER-KONZEPT: Der Abschnitt präsentiert die Kritik am Shareholder-Modell aus deontologischer und koalitionstheoretischer Sicht und legt die Grundlagen des stakeholderorientierten Ansatzes dar.
4. DIE HYBRIDE STAKEHOLDER-THEORIE: Hier werden die Stärken und Schwächen beider Modelle analysiert und eine hybride Theorie entwickelt, die marktwirtschaftliche Zwänge mit moralischen Anforderungen integriert.
5. ZUSAMMENFASSUNG: Das Kapitel reflektiert die Ergebnisse der Arbeit und verdeutlicht, dass beide Theorieansätze unter Marktdruck konvergieren und eine duale Verantwortung erfordern.
6. AUSBLICK: Der Ausblick thematisiert zukünftige Herausforderungen im globalen Wettbewerb und betont die wachsende Bedeutung hybrider Ansätze für den Unternehmenserfolg.
Shareholder-Konzept, Stakeholder-Konzept, Gewinnmaximierung, Property Rights-Theorie, Unternehmensethik, Kapitalgesellschaft, Prinzipal-Agent-Problem, Unternehmensführung, Stakeholder-Dialog, hybride Stakeholder-Theorie, Marktrestriktionen, Ressourcenallokation, soziale Verantwortung, Unternehmenserfolg, Wertemanagement.
Die Arbeit analysiert die theoretische Debatte zwischen der Shareholder-Orientierung (Fokus auf Kapitalgeber) und der Stakeholder-Orientierung (Fokus auf diverse Anspruchsgruppen) und deren Relevanz für eine zeitgemäße Unternehmensführung.
Die Arbeit behandelt die Property-Rights-Theorie, organisationstheoretische Sichtweisen auf Unternehmungen, die Rolle des Managements bei der Kontrolle und die moralische Dimension von Unternehmenszwecken.
Das Ziel ist die Dekonstruktion eines scheinbaren Gegensatzes zwischen beiden Konzepten durch die Entwicklung einer hybriden Stakeholder-Theorie, die ökonomische Effizienz mit ethischen Ansprüchen verbindet.
Es handelt sich um eine theoretisch-normative Analyse, die auf Ansätzen der Neuen Institutionenökonomik, der Vertragstheorie und der Unternehmensethik basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Darstellung des Shareholder- und Stakeholder-Konzeptes, deren jeweilige kritische Würdigung und die anschließende Konvergenzanalyse unter Marktrestriktionen.
Zentrale Begriffe sind Shareholder Value, Stakeholder-Management, Gewinnmaximierung, Property Rights, institutionelles Setting und unternehmerische Verantwortung.
Die hybride Theorie postuliert, dass sich erfolgreiche Unternehmen nicht strikt zwischen den Modellen entscheiden müssen, sondern dass Stakeholder-Management und Shareholder-Value-Orientierung unter Marktbedingungen langfristig konvergieren, um das Überleben der Unternehmung zu sichern.
Das Problem wird diskutiert, um aufzuzeigen, wie die faktische Trennung von Eigentum und Management Opportunismus ermöglicht und welche Kontrollmechanismen – wie das Shareholder-Value-Reporting oder der Stakeholder-Dialog – hierbei als Gegenmaßnahmen fungieren.
Der Autor sieht diesen Vorbehalt als notwendige Bedingung für die Funktionsfähigkeit des Stakeholder-Modells, um sicherzustellen, dass Stakeholder-Ansprüche die ökonomische Existenzsicherung des Unternehmens nicht gefährden.
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