Bachelorarbeit, 2004
92 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Wie entstehen Bilder?
2.1 Schemata und Kontextualisierungshilfen
2.2 Die Empfängerseite
2.2.1 Denken in Mustern
2.2.2 Schemata (Rezeption)
2.2.3 andere Interpretationsmuster - Denken in Stereotypen
2.3 Die Seite der Kommunikatoren
2.3.1 Hinführung – Interpretationshilfen der Medien
2.3.2 Themenauswahl
2.3.3 Framing
2.3.3.1 Allgemein
2.3.3.2 Halbnachrichten - Weglassen – Platzierung
2.3.3.3 thematische und episodische Frames
2.3.3.4 Zuschreibung von Verantwortung
2.3.4 Stereotypisierung
2.3.5 andere Kontextualisierungshilfen
3 Eine Untersuchung des Amerikabildes
3.1 Geschichtlicher Abriss
3.2 Notwendigkeit der Untersuchung des deutschen Amerikabildes
3.3 Konzeption der Inhaltsanalyse
3.4 Hypothesen
3.4.1 Frames
3.4.1.1 Stilmittel und Techniken des Journalisten
3.4.1.2 Framing in faktenorientierten vs. meinungsorientierten Formaten
3.4.1.3 Bezugsebenen der Frames
3.4.1.4 Dominanz einzelner Frames im zeitlichen Verlauf
3.4.1.5 Framing in episodischen oder thematischen Nachrichten
3.4.1.6 thematische Verteilung von Frames
3.4.2 Stereotypen
3.4.2.1 Stereotypisierung in faktenorientierten vs. meinungsorientierten Formaten
3.4.2.2 Bezugsebenen von Stereotypen und negative vs. positive Stereotypen
3.4.2.3 Konzentration auf einzelne Stereotypen
3.4.2.4 Die Stilform des Zitierens und Autostereotypisierung
3.5 Medienauswahl, Stichprobe und Operationalisierung
3.5.1 Medienauswahl
3.5.2 Zeitraum und Stichprobe
3.5.3 Zugriffskriterium - „Was ist (deutsche) Amerikaberichterstattung?“
3.5.4 Analyseeinheit
3.5.5 Variablen – Kurzbeschreibung
3.5.6 Erkenntnisse aus Testcodierungen und Pre-Tests
3.5.7 Erklärungen zum Codebuch (wurde in den Anhang verlegt)
3.6 Auswertung
3.6.1 Allgemein
3.6.2 Frames
3.6.2.1 Rahmendaten
3.6.2.2 Hypothesenüberprüfung
3.6.3 Stereotypen
3.6.3.1 Rahmendaten
3.6.3.2 Hypothesenüberprüfung
3.6.3.3 Sonstige interessante Ergebnisse und Anschlussfragen
4 Schlussbetrachtung
Die Arbeit untersucht, wie die deutsche Tageszeitung taz in ihrer Berichterstattung über die USA mittels "Frames" und Stereotypen Interpretationshilfen für die Leser bereitstellt und ein bestimmtes Amerikabild konstruiert. Ziel ist es, die journalistischen Techniken der Kontextualisierung und deren Einfluss auf die Wahrnehmung der USA zu analysieren.
2.3.3 Framing
Der Psychiater GREGORY BATESON benutzte 1972 als einer der ersten den Begriff “Frame”, um das schizophrene Kommunikationsverhalten zu erklären. Nach diesem Modell „rahmen“ kontextuelle Hinweise eine Botschaft. GOFFMANN entwickelte diesen Ansatz in der Sozialpsychologie weiter und nennt Frames auch “Interpretationsschemata”. BONFADELLI spricht von einer besonderen Eignung des Frame-Konzepts für die Publizistikwissenschaft und sieht ihren Einsatz insbesondere in der Kommunikator-, der Medienaussagen- und der Rezipientenforschung. Er geht auf eine geeignete „Working-Definition“ nach REESE ein: „Frames are organizing principles that are socially shared and persistent over time, that work symbolically to meaningfully structure the social world.“
Frames sind Formulierungshilfen in der Berichterstattung mit welchen der Journalist die Frage des Publikums „Was geht hier eigentlich vor?“ zu beantworten versucht. Sie konstruieren hierdurch soziale Realität. Wie GRABER herausgefunden hat, entwickeln Menschen die Eigenart, aufgrund von gewonnenen Informationen Analogien zu bilden. Nach ENTMAN framen Journalisten durch bestimmte Wortwahl oder die Verwendung von Redewendungen um etwas zu beschreiben, durch stereotypisierte Porträtierung, durch wiederholtes Anbieten von Assoziationsmöglichkeiten oder durch die Fokussierung eines Teilaspekts unter Weglassung anderer. Dies kann auch durch leicht verständliche Analogien („Hitler-Vergleich“), durch Wortwahl („halb-voll“/“halb leer“) durch Schlagwörter („American way of life“) und durch besonders bedeutungsvolle Synonyme („Cowboy“ oder „Weltverbesserer“) geschehen oder durch Adjektive, welche ein Bild entstehen lassen („selbstgerechte Politik“), das ohne diese Formulierungen so nicht entstehen würden.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Vermischung von Nachricht und Kommentar und führt in die Fragestellung ein, wie Journalisten durch Frames und Stereotypen das Amerikabild in deutschen Medien prägen.
2 Wie entstehen Bilder?: Dieses Kapitel legt den theoretischen Unterbau zur kognitiven Informationsverarbeitung, indem es erläutert, warum Menschen Schemata und Stereotypen zur Komplexitätsreduktion nutzen und wie Journalisten diese für ihre Berichterstattung instrumentalisieren.
3 Eine Untersuchung des Amerikabildes: Der empirische Teil untersucht konkret die Berichterstattung über die USA, stellt die Methodik und Hypothesen zur Inhaltsanalyse dar und präsentiert die Auswertung der erhobenen Daten.
4 Schlussbetrachtung: Das Kapitel reflektiert die Ergebnisse der Untersuchung, bestätigt die Tendenz zur regierungsfeindlichen Berichterstattung in der taz und diskutiert die Grenzen journalistischer Macht sowie Anforderungen an zukünftige Studien.
Framing, Stereotypen, Schemata, Medienberichterstattung, Inhaltsanalyse, Journalistischer Journalismus, Amerikabild, Nachrichtenqualität, Social Cognition, Kontextualisierung, Meinungsvielfalt, Politische Berichterstattung, Sozialpsychologie, Nachrichtenwerttheorie, taz
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse journalistischer Berichterstattung und untersucht, wie Medien durch den Einsatz von "Frames" und Stereotypen ein bestimmtes Bild über ein Land – hier die USA – vermitteln.
Im Zentrum stehen die Konzepte des Framings und der Stereotypisierung, die Verknüpfung von Nachrichten und Kommentaren sowie die psychologischen Grundlagen, warum und wie Menschen Informationen ordnen.
Das Ziel ist es, aufzudecken, welche Interpretationshilfen Journalisten der Tageszeitung taz nutzen, um Ereignisse mit Amerikabezug einzuordnen und ob dabei eine bewusste oder unbewusste Beeinflussung des Lesers stattfindet.
Der Autor führt eine inhaltsanalytische Untersuchung durch, bei der Artikel mit Amerikabezug systematisch codiert und auf spezifische Frames und Stereotypen hin ausgewertet werden.
Der Hauptteil widmet sich der kognitionspsychologischen Erklärung, warum Menschen in Mustern denken, und überträgt diese Erkenntnisse auf journalistische Arbeitsprozesse, etwa durch die Theorie der "Mediaframes".
Die Arbeit zeichnet sich durch Begriffe wie Framing, Stereotypenbildung, soziale Kognition, Nachrichtenwert, Medienrealität und journalistische Professionalität aus.
Episodische Frames fokussieren auf konkrete, einzelne Ereignisse und Individuen, während thematische Frames Sachverhalte in einen breiteren historischen oder abstrakten Gesamtkontext einbetten.
Die taz wurde als Studienobjekt gewählt, da sie als "Experte für Amerika-Stereotypen" gilt und durch ihr linkes Profil und die relative Unabhängigkeit von Werbekunden besonders interessante Einblicke in journalistische Interpretationsmuster bietet.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass in der taz eine ausgeprägte Bush-Aversion vorliegt und das Amerika-Bild stark von negativen Stereotypen im Zusammenhang mit der US-Regierung geprägt ist.
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