Magisterarbeit, 2003
85 Seiten, Note: 1,00
1. Einleitung
2. Gothic oder: The Horror of it all
Genre: eine Definition
2.1. Ursprung
2.2 Das Gothic Revival in der Literatur
2.3. Die zweite Gothic-Welle
2.3. Gothic oder American Gothic?
2.3.1. Das Verdrängte/Unbewusste nach Freud
2.3.2. Die Rückkehr des Verdrängten als Wesen der American Gothic
2.3.3. The Other in der American Gothic Fiction
2.3.4. Die Tradition der American Gothic Fiction
3. Stephen King’s American Gothic
3.1. Der Autor
3.2. “Cultural Anxieties“ im Amerika der 1970er
3.2.1. Vietnam – Spaltung der öffentlichen Meinung
3.2.2. Watergate – Die Wut trifft die Regierung
3.3. The Shining: American Nightmare in the Haunted House
3.3.1. Das erhabene Hotel: Terror in The Shining
3.3.2. Die American Gothic Tradition: Politische Utopie in The Shining
3.3.4. Gesellschaftliche Veränderungen: Familie und alternative Beziehungsformen
3.3.5. Klassenkampf in The Shining
3.3.6. Verdrängtes Gewissen – War and the Frontier
3.3.7. Sigmund Freud: Ein berühmter Gast im Overlook
3.3.8. Ein Ende mit Schrecken
3.4. Korruption und Homosexualität in Salem’s Lot
3.4.1. Homophobie in Salem’s Lot
3.4.2. Die Verdrängung des Primitiven / Politische Utopie
3.4.3. Die Vergangenheit als Angst der Gegenwart
4.0. Endbetrachtung
Die Arbeit untersucht, inwieweit der populäre Gattungsbegriff "Horror" ausreicht, um die Werke von Stephen King zu beschreiben, oder ob er treffender als Repräsentant der "American Gothic Fiction" einzuordnen ist. Dabei wird analysiert, wie King psychologische Konzepte, insbesondere Freuds Theorie des Unheimlichen und die Rückkehr des Verdrängten, nutzt, um gesellschaftliche Ängste und politische Krisen des Amerikas der 1970er Jahre in seinen Romanen zu reflektieren.
3.3.1. Das erhabene Hotel: Terror in The Shining
Als The Shining 1977 erscheint, sind sich die Kritiker einig. Stephen King hatte es geschafft, einen Schauerroman zu verfassen, der im Innersten des Lesers wirkt und ein intensives Gefühl des Terrors erzeugt, was sogar reißerische Kommentare wie „Terror from the first chapter to the last“ (Charleston Evening Post), „Sends Chills down your spine“ (Rochester Democrat and Chronicle), oder „Makes your flesh creep“ (Dallas Times Herald)103, beweisen.
Die Geschichte von Jack, Wendy und Danny Torrance, die den Winter in einem verlassenen Hotel in den Bergen Colorados verbringt, ist voll von geisterhaften Erscheinungen, die die Kategorisierung als Gothic-Novel zulassen. Die kleine Familie wird von gestorbenen Hotelgästen der vergangenen Jahrzehnte heimgesucht und ist gleichzeitig Opfer extremer psychischer Belastung durch die völlige Isolation in ihrem Winter-Gefängnis.
Als Auslöser für alle Vorkommnisse und das Gefühl des Terrors wird das Hotel selbst dargestellt, welches in bester Gothic-Tradition des „Haunted Castles“ wie dem Schloss Otranto oder dem House of Usher wirkt. “[The] Overlook Hotel is a multifaceted monster with a new surprise behind every door!“ schrieb die Raleigh News and Observer über The Shining und sieht weder die Isolation der Protagonisten noch das cholerische Verhalten des alkoholkranken Jack Torrance als primären Grund für die sich zuspitzende Handlung, die unaufhaltsam zum Familienmord zu führen scheint, so mächtig wirkt das Hotel selbst.
1. Einleitung: Die Arbeit beleuchtet die Notwendigkeit einer kritischen Neubewertung der Einordnung Stephen Kings in das Genre Horror und stellt die Forschungsfrage nach seiner Bedeutung für die American Gothic Fiction.
2. Gothic oder: The Horror of it all: Dieses Kapitel erarbeitet eine wissenschaftliche Definition des Gothic-Genres, grenzt es von der modernen Horror-Bezeichnung ab und analysiert die Ursprünge sowie die Entwicklung zur American Gothic.
3. Stephen King’s American Gothic: Der Hauptteil wendet die zuvor definierten Kategorien auf King an, analysiert den Einfluss der 70er-Jahre-Politik und untersucht detailliert "The Shining" und "Salem's Lot" als Repräsentanten der American Gothic.
4.0. Endbetrachtung: Das Fazit bestätigt die These, dass King die Tradition der American Gothic Fiction bewusst nutzt, um soziale Tabus und Ängste zu artikulieren, was eine Reduktion auf den Begriff "Horror" als unangemessen erscheinen lässt.
American Gothic, Stephen King, The Shining, Salem's Lot, Gothic Fiction, Terror, Horror, Sigmund Freud, Das Unheimliche, Rückkehr des Verdrängten, Cultural Anxieties, Politische Utopie, American Dream, Amerikanische Literatur, Literaturkritik.
Die Arbeit untersucht Stephen Kings Romane "The Shining" und "Salem's Lot" im Kontext der literarischen Tradition der "American Gothic Fiction", um aufzuzeigen, dass Kings Werke tiefgründiger sind als die bloße Einordnung als Horror-Literatur vermuten lässt.
Im Zentrum stehen die Konzepte des Unheimlichen und der Rückkehr des Verdrängten, die Verbindung von individuellen Ängsten mit nationalen historischen Traumata sowie die Kritik am amerikanischen Traum.
Das Ziel ist es, nachzuweisen, dass King bewusst Stilmittel der American Gothic nutzt, um gesellschaftliche und politische Missstände in Amerika zu reflektieren und den Leser durch Terror statt durch bloße Schock-Effekte anzuregen.
Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die historische Kontexte mit psychoanalytischen Theorien, primär von Sigmund Freud, verknüpft, um die Mikrostruktur der behandelten Romane zu entschlüsseln.
Der Hauptteil analysiert King als Autor, die "Cultural Anxieties" des Amerikas der 1970er Jahre (insbesondere Vietnam und Watergate) und führt detaillierte Analysen der Romane "The Shining" und "Salem's Lot" durch.
Wichtige Schlüsselwörter sind American Gothic, The Shining, Salem's Lot, Das Unheimliche, Cultural Anxieties und die Rückkehr des Verdrängten.
Das Overlook Hotel fungiert als "Haunted House" in der Gothic-Tradition und gleichzeitig als Metapher für Amerika selbst, in dessen Fundament verdrängte Schuld und Korruption verborgen liegen.
Die Arbeit zeigt, dass die Darstellung von Homosexualität in "Salem's Lot" als "cultural anxiety" der bürgerlichen Mittelschicht der 1970er Jahre genutzt wird, um das "Andere" als Bedrohung der gesellschaftlichen Ordnung zu thematisieren.
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