Magisterarbeit, 2005
149 Seiten, Note: 1,0
1 Einführung und Problemstellung
2 Theoretische Aspekte und Hintergründe der visuellen Informationsaufnahme und -verarbeitung
2.1 Leistungen des visuellen Systems
2.1.1 Zentrales und peripheres Sehen
2.1.2 Räumliches Sehen
2.1.3 Bewegungssehen
2.2 Die visuelle Wahrnehmung
2.3 Antizipation und Antizipationsfähigkeit
3 Der aktuelle Forschungsstand
3.1 Bisherige Untersuchungen
3.2 Kann Antizipation trainiert werden?
4 Experimenteller Teil
4.1 Fragestellung und Untersuchungsgegenstand
4.1.1 Formulierung der Hypothesen
4.1.2 Eingrenzungen der Fragestellung und des Untersuchungsgegenstandes
4.2 Personenstichprobe
4.3 Untersuchungsdesign
4.3.1 Prätest
4.3.2 Versuchsaufbau
4.3.3 Gütekriterien
4.4 Ergebnisse
4.4.1 Darstellung der Ergebnisse
4.4.2 Diskussion der Ergebnisse
4.5 Mögliche Folgeuntersuchungen
5 Umsetzung der Ergebnisse
6 Zusammenfassung
7 Literaturverzeichnis
Die vorliegende Arbeit untersucht die Relevanz der Antizipationsfähigkeit im Tennissport und analysiert, inwieweit aktive Tenniserfahrung sowie die passive Spielbeobachtung (z. B. durch Fernsehen) die Wahrnehmung und Vorhersage von Ballflugbahnen beeinflussen.
2.1.1 Zentrales und peripheres Sehen
Das zentrale Sehen bezeichnet die Wahrnehmung im Zentrum und das periphere Sehen die Wahrnehmung in den Randzonen der Netzhaut (Retina). Auf der Netzhaut sind in unterschiedlicher Dichte die Sehzellen, die Stäbchen (insgesamt ca. 120 Millionen) und Zapfen (insgesamt ca. 6 Millionen) (vgl. SCHMIDT 1987, 16 und DAUGS ET AL. 1989, 20) angeordnet. Bereits im Auge findet eine gewisse Informationsverarbeitung statt, weil der aus den Augen austretende Sehnerv nur über ca. 1,2 Millionen Leitungsfasern verfügt. Es kann also lediglich „ein Bruchteil aller auf die Rezeptoren einströmenden Reize an das zentrale Nervensystem weitergeleitet [werden]“ (SCHMIDT 1987, 16). Zapfen sind die für das Farbsehen verantwortlichen Sehzellen und „zeichnen sich durch ein hohes räumliches Auflösungsvermögen aus“ (DAUGS ET AL. 1989, 20). Sie kommen gehäuft im Zentrum der Netzhaut vor. Gegenüber dem Pupillenloch befindet sich der so genannte Gelbe Fleck (Macula lutea), dessen kleine Vertiefung (Fovea centralis) die Stelle des schärfsten Sehens darstellt. Hier sind die Zapfen am dichtesten gelagert. Stäbchen hingegen befinden sich vor allem in der Peripherie der Retina und sind verantwortlich für das Hell- und Dunkelsehen. Zwar ist die Sehschärfe hier geringer, dennoch ist das periphere Sehen für das Tennisspiel und andere Sportarten sehr wichtig:
„Die Wahrnehmung seitlich agierender Gegner oder eigener Mitspieler, die Kontrolle von seitlichen Distanzen und Geschwindigkeiten ebenso wie die Kontrolle der oberen und unteren (z. B. Bodenbeschaffenheiten) Bereiche des Blickfeldes erfolgt über das periphere Sehen“ (LOOSCH 1999, 109).
1 Einführung und Problemstellung: Einführung in das Thema Antizipation im Tennissport und Erläuterung der Relevanz für die sportliche Leistung sowie Darstellung der zentralen Fragestellungen.
2 Theoretische Aspekte und Hintergründe der visuellen Informationsaufnahme und -verarbeitung: Detaillierte Betrachtung anatomischer und physiologischer Grundlagen des Sehens sowie psychologischer Aspekte der Wahrnehmung im Kontext sportlicher Anforderungen.
3 Der aktuelle Forschungsstand: Zusammenfassung bestehender wissenschaftlicher Untersuchungen zum Fixationsverhalten und zur Antizipationsfähigkeit von Anfängern und Könnern.
4 Experimenteller Teil: Vorstellung der methodischen Konzeption, der Personenstichproben sowie der statistischen Auswertung und Diskussion der Testergebnisse.
5 Umsetzung der Ergebnisse: Ableitung praxisorientierter Empfehlungen für das Training der Antizipationsfähigkeit im Tennis.
6 Zusammenfassung: Kompakte Wiederholung der wesentlichen Erkenntnisse der Arbeit und Bestätigung der Hypothesen auf Basis der durchgeführten empirischen Analyse.
7 Literaturverzeichnis: Auflistung aller verwendeten Quellen.
Antizipation, Tennissport, Visuelle Wahrnehmung, Informationsverarbeitung, Reaktionsfähigkeit, Trainingslehre, Ballflug, Sakkaden, Peripheres Sehen, Sportmotorik, Empirische Untersuchung, Spielbeobachtung, Antizipationsfähigkeit, Leistungsdiagnostik.
Die Arbeit untersucht, wie Tennisspieler und Nicht-Tennisspieler auf visuelle Informationen reagieren, um den Flug eines Tennisballs vorauszusagen, und inwiefern Erfahrung hierbei eine Rolle spielt.
Die Schwerpunkte liegen auf den Grundlagen des visuellen Systems, der psychologischen Wahrnehmungspsychologie, dem aktuellen Forschungsstand zur Antizipation und einer empirischen Überprüfung dieser Aspekte.
Das primäre Ziel ist es zu klären, ob aktive Tennisspieler bei der Antizipation des Ballfluges leistungsfähiger sind als eine Normalpopulation und ob passives Training durch Beobachtung die Antizipation schult.
Es wurde eine quantitative Online-Befragung durchgeführt, bei der Probanden kurze Videosequenzen von Tennisschlägen sahen und die Landeposition des Balles vorhersagen mussten.
Im Hauptteil werden die theoretischen Grundlagen des Sehens und der Wahrnehmung erläutert, der Forschungsstand zusammengefasst und das Design, die Durchführung sowie die statistische Auswertung des Experiments detailliert dargestellt.
Wichtige Begriffe sind Antizipation, visuelle Informationsaufnahme, periphere Wahrnehmung, Trainingsmethodik und sportartspezifische Erfahrung.
Die visuelle Wahrnehmung ermöglicht es, in Sekundenbruchteilen die Flugbahn und Geschwindigkeit des Balles sowie die Bewegungen des Gegners zu erfassen, was essenziell für die Einleitung der eigenen Schlagbewegung ist.
Ja, die Studie ergab, dass männliche Probanden bei der Antizipationsleistung signifikant besser abschnitten als weibliche Teilnehmer, was unter anderem auf die höhere durchschnittliche Geschwindigkeit im Herrentennis zurückgeführt wird.
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