Masterarbeit, 2006
80 Seiten, Note: sehr gut - 1,3
1 Analyse der Korruption
1.1 Was ist Korruption?
1.2 Wie modelliert man Korruption?
1.2.1 Kalkül der Akteure
1.2.2 Arten der Korruption
1.2.3 Korruption des Agenten
1.2.4 Korruption des Prinzipals?
2 Theorie der Korruptionsbekämpfung
2.1 Korruptionsfälle oder Korruptionsvolumen reduzieren?
2.2 Veränderung von Werten und Normen?
2.3 Anreize
2.3.1 Anreize durch Strafrecht
2.3.2 Anreize zur Anreizsetzung auf der Geberseite
2.3.3 Anreizsetzung auf der Nehmerseite
3 Praxis der Korruptionsbekämpfung
3.1 Whistleblowing
3.2 Verhaltenskodex
3.3 Rotation
3.4 Mitarbeiterscreening
3.5 Informationstechnologie
4 Zusammenfassung und Schlüsse
Die Arbeit untersucht die Korruption im privaten Sektor unter Anwendung einer ökonomischen Analyse, mit dem Ziel, Erscheinungsformen zu identifizieren und die Effektivität verschiedener Präventionsmaßnahmen zu bewerten.
1.2.1 Kalkül der Akteure
Um das Modell der Korruption noch zu präzisieren und eine Grundlage für die spätere Diskussion der Prävention zu liefern, wird jetzt das Korruptionskalkül der einzelnen Akteure etwas näher beleuchtet.
Der Agent hat die Wahl, eine korrupte Beziehung (C) zum Klienten einzugehen oder im Status Quo zu verbleiben, d.h. seinen vertraglichen Verpflichtungen mit dem Prinzipal nachzukommen. Der Status Quo bringt ihm ein Nutzenniveau US, das er sicher erreichen kann. US ist i.d.R. ein konstanter positiver Wert, wird hier aber aus Gründen der Einfachheit auf Null normiert.
Der Nutzen aus der Korruption UAK setzt sich für ihn aus mehreren Komponenten zusammen. Zunächst die positive Nutzenkomponente, die aus der Bestechungssumme des Klienten B (für Benefit) besteht. Dann die negative Nutzenkomponente, die die moralischen Kosten R, Suchkosten F und das erwartete Strafmaß C (für Cost) enthält. UAK ist also: UAK = U(B) - U(C) - U(R) - U(F).
1 Analyse der Korruption: Dieser Teil definiert Korruption als illegalen Tausch zulasten einer Vertragsbeziehung und rekonstruiert das Phänomen anhand eines Prinzipal-Agent-Klient-Modells.
2 Theorie der Korruptionsbekämpfung: Hier werden theoretische Ansätze zur Beeinflussung der Kostenstrukturen von Agenten und Klienten diskutiert, um Korruption ökonomisch zu verringern.
3 Praxis der Korruptionsbekämpfung: Dieser Abschnitt stellt konkrete Instrumente wie Whistleblowing, Rotation und Informationstechnologie vor und bewertet deren Wirksamkeit und Einsatzmöglichkeiten.
4 Zusammenfassung und Schlüsse: Das letzte Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und betont, dass eine effektive Bekämpfung der Korruption im privaten Sektor eine Kombination aus gezielten Anreizen und flankierenden Maßnahmen erfordert.
Korruption, Korruptionsprävention, Privater Sektor, Prinzipal-Agent-Modell, Anreizstrukturen, Whistleblowing, Verhaltenskodex, Rotation, Mitarbeiterscreening, Informationstechnologie, Wirtschaftskriminalität, Sanktionen, Kontrollparadoxon, Compliance, Vertragsbeziehung.
Die Arbeit bietet eine ökonomische Analyse von Korruption und verschiedenen Präventionsmaßnahmen im privaten Sektor.
Im Fokus stehen die theoretische Modellierung von Korruptionsbeziehungen und die praktische Anwendbarkeit von Kontrollinstrumenten in Unternehmen.
Das Ziel ist es, Möglichkeiten zur Korruptionsbekämpfung aufzuzeigen, ihre theoretische Logik zu prüfen und ihre Erfolgsaussichten zu bewerten.
Die Arbeit verwendet eine ökonomische Analyse, insbesondere das Prinzipal-Agent-Klient-Modell, um korruptes Handeln zu rekonstruieren.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Analyse der Anreize zur Korruptionsbekämpfung und eine praktische Darstellung von Maßnahmen in Unternehmen.
Zu den Kernbegriffen gehören Korruptionsprävention, Prinzipal-Agent-Modell, Compliance und verschiedene Präventionsinstrumente.
Rotation verhindert die langfristige Etablierung von korrupten Beziehungen, da sie den Zeitraum einer Geschäftsbeziehung absehbar macht und somit den Anreiz für Korruption senkt.
Es beschreibt das Phänomen, dass bei verstärkten Kontroll- und Präventionsanstrengungen zunächst die Anzahl der entdeckten Fälle ansteigt, was statistisch fälschlicherweise als Zunahme der Korruption gedeutet werden könnte.
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