Masterarbeit, 2002
121 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
1.1 Vorgehensweise und Intention
1.2 Methodologie
1.3 Entstehungsgeschichte des Versprechens
2 Hintergrund
2.1 Zur Geschichte und Theorie des Kriminalromans
2.1.1 Die Anfänge
2.1.1.1 Prodesse et delectare: Die Pitavalerzählung
2.1.1.2 Der pointierte Kriminalroman
2.1.1.3 Der Kriminalroman in der literaturwissenschaftlichen Betrachtung
2.1.2 Der moderne Kriminalroman
2.1.2.1 Die Komplexität der Typologie
2.1.2.2 Die amerikanische „hard-boiled school“
2.1.2.3 Der moderne deutschsprachige Kriminalroman
2.1.3 Verfilmungen von Kriminalromanen
3 Das Versprechen
3.1 Der Zufall
3.2 Mittel der Verfremdung
3.2.1 Die Rahmenhandlung
3.2.2 Der „unreliable narrator“
3.3 Das Weltbild
3.4 Der Protagonist
3.4.1 Die Motivation
3.5 Moral
3.6 Rezeption
3.7 Zusammenfassung
4 The Pledge
4.1 Das Weltbild
4.2 Der Protagonist
4.2.1 Die Motivation
4.3 Moral
4.4 Der Zufall
4.5 Ein „Requiem auf den Kriminalfilm“
4.6 Rezeption im deutschsprachigen Raum und den USA
4.7 Zusammenfassung
5 Fazit und Schluss
Die vorliegende Arbeit untersucht die Kriminalromane "Das Versprechen" von Friedrich Dürrenmatt sowie Sean Penns Verfilmung "The Pledge", um zu ergründen, wie diese Werke die Kriminalthematik nutzen, um weltanschauliche und soziale Probleme zu transportieren und wie sie mit den Konventionen des Genres brechen.
3.1 Der Zufall
Conan Doyle berichtet in Memories and Adventures, wie sehr er sich darüber geärgert habe, dass andere Kriminalautoren sich so oft auf Zufälle verlassen, um ihren Detektiven zum Erfolg zu verhelfen:
This struck me as not a fair way of playing the game, because the detective ought really to depend for his success on something in his own mind and not on merely adventitious circumstances which do not, by any means, always occur in real life. (zitiert nach Knight 67)
Genau dieser Haltung widerspricht Dr. H. im Versprechen, wenn er dem Erzähler erklärt: „Der Wirklichkeit ist mit Logik nur zum Teil beizukommen. [...] die Störfaktoren, die uns ins Spiel pfuschen, sind so häufig, daß allzu oft nur das reine Berufsglück und der Zufall zu unseren Gunsten entscheiden“ (430).
Es scheint als sei diese unterschiedliche Einstellung in einer grundlegend verschiedenen Weltsicht Doyles und Dürrenmatts begründet. Dürrenmatt schreibt in den Sätzen über das Theater zu Frischs „Dramaturgie des Zufalls“: „Das Verfluchte an der Wirklichkeit liegt darin, daß sie eintrifft, daß sie sich so abspielt, wie sie sich abspielt, daß sie, obwohl sie unwahrscheinlich ist, kausal ist“ (16). Aus dieser Weltanschauung ergibt sich die Kritik am traditionellen Kriminalroman, denn dieser induziert, wie Günter Waldmann feststellt, „das Bewußtsein von Welt als im Grunde geordneter, verläßlich erkennbarer Wirklichkeit“ (Kriminalroman 207).
1 Einleitung: Die Einleitung definiert den Gegenstand der Untersuchung, den Vergleich von Dürrenmatts "Das Versprechen" und dessen Verfilmung "The Pledge", unter Berücksichtigung der Gattungsproblematik.
2 Hintergrund: Dieses Kapitel liefert einen Überblick über die historische Entwicklung des Kriminalromans von den Anfängen bis zur modernen "hard-boiled school".
3 Das Versprechen: Eine eingehende Analyse von Dürrenmatts Werk, die Aspekte wie den Zufall, die Verfremdung, das Weltbild und die Moral untersucht.
4 The Pledge: Die Analyse des Films von Sean Penn, mit Fokus auf die Übertragung des Stoffes in einen neuen kulturellen und geografischen Kontext.
5 Fazit und Schluss: Eine abschließende Synthese, die die Ergebnisse der Untersuchung zusammenfasst und die Wirkung beider Werke auf das Krimi-Genre bewertet.
Kriminalroman, Dürrenmatt, The Pledge, Gattungsgeschichte, hard-boiled school, Detektivfigur, Zufall, Gesellschaftskritik, Literaturverfilmung, Erzählperspektive, Moralphilosophie, Gattungstheorie, Weltbild, Literaturkritik, Gerechtigkeit.
Die Arbeit untersucht, wie Dürrenmatts "Das Versprechen" und die Verfilmung "The Pledge" das Genre Kriminalroman nutzen, um gesellschaftliche und philosophische Themen abzubilden.
Zentral sind der Wandel der Detektivfigur, die Rolle des Zufalls, die Darstellung von Gerechtigkeit und die kritische Auseinandersetzung mit der eigenen Umwelt.
Ziel ist es, die gattungsgeschichtliche Einordnung beider Werke zu verdeutlichen und aufzuzeigen, wie sie klassische Kriminalromankonventionen gezielt unterlaufen.
Es wird ein synthetisierender Vergleich angewandt, der textsemantische und hermeneutische Interpretationsansätze kombiniert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der Zufallsthematik, der Erzählweise sowie des Charakters der Protagonisten in Bezug auf das jeweilige Weltbild.
Die Arbeit fokussiert auf Begriffe wie "Kriminalroman", "hard-boiled school", "Gesellschaftskritik", "Zufall" und "Literaturverfilmung".
Er dient Dürrenmatt als Werkzeug, um die Identifikation des Lesers mit dem Detektiv zu erschweren und die Glaubwürdigkeit der erzählten Geschichte als absolute Wahrheit in Frage zu stellen.
Während Matthäi aus einem abstrakten Gerechtigkeitsglauben heraus agiert, handelt Black primär aus der Angst vor dem Alter und der Sinnlosigkeit nach seinem Ausscheiden aus dem Polizeidienst.
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