Magisterarbeit, 2006
129 Seiten, Note: 2,0
1. Grundlegendes zur Wahrnehmung
1.1 Was ist Wahrnehmung?
1.1.1 Allgemeine Überlegungen zur Wahrnehmung
1.1.2 AFFOLTERs Verständnis von Wahrnehmung
1.1.3 Reflexion von AFFOLTERs Wahrnehmungsbegriff
1.2 Neurophysiologische Grundlagen der Wahrnehmung
1.2.1 Aufbau des Zentralnervensystems
1.2.2 Reizübertragung und Reizverarbeitung
1.2.3 Das Sinnessystem
1.3 Entwicklung beim Kind
1.4 AFFOLTERs Theorie der Wahrnehmungsentwicklung
1.4.1 J. PIAGETs Theorie der geistigen Entwicklung als Basis – Ein Überblick
1.4.2 Das Stufenmodell der Wahrnehmungsentwicklung
1.4.3 AFFOLTERs „Wurzelmodell“ der Entwicklung
2. Wahrnehmungsstörungen und geistige Behinderung
2.1 Geistige Behinderung im (heil-)pädagogischen Kontext
2.2 Wahrnehmung bei Menschen mit geistiger Behinderung
2.3 Wahrnehmungsstörungen und geistige Behinderung
2.3.1 Ursachen von Wahrnehmungsstörungen
2.3.2 Formen von Wahrnehmungsstörungen
2.4 Wahrnehmungsstörungen aus der Sicht von F. AFFOLTER
2.4.1 Mangel an gespürter Information
2.4.2 Die Andersartigkeit der Entwicklung wahrnehmungsgestörter Kinder nach AFFOLTER
2.4.3 Formen von Wahrnehmungsstörungen nach AFFOLTER
3. Wahrnehmen und Spüren – das AFFOLTER-Konzept
3.1 Zur Person F. AFFOLTER
3.2 Entstehung des AFFOLTER-Konzepts
3.3 Zielgruppe des Konzepts
3.4 Grundprinzipien des Konzepts
3.5 Lernprozess im Rahmen des AFFOLTER-Konzepts
3.6 Regeln beim Führen
3.7 Geführt durch den Alltag
4. AFFOLTERs Konzept in der heilpädagogischen Förderung von Menschen mit geistiger Behinderung
4.1 Anwendung des AFFOLTER-Konzepts in der heilpädagogischen Förderung von Menschen mit geistiger Behinderung
4.2 Richtziele heilpädagogischer Förderung von Menschen mit geistiger Behinderung
4.3 Heilpädagogische Richtziele und das AFFOLTER-Konzept
5. Reflexion
5.1 Kritische Überlegungen zu AFFOLTERs Entwicklungstheorie
5.2 Kritische Betrachtung der Sichtweise AFFOLTERs zu Wahrnehmungsstörungen
5.3 Kritische Bilanz des Konzepts des Führens
5.4 Reflexion des Konzepts in Bezug auf die Förderung von Menschen mit geistiger Behinderung
Diese Arbeit setzt sich zum Ziel, das Konzept der Wahrnehmungsförderung nach Félicie Affolter darzustellen und dessen Relevanz für die heilpädagogische Arbeit mit Menschen mit geistiger Behinderung zu analysieren. Dabei wird untersucht, wie durch die Methode des Führens im Alltag eine gespürte Interaktionserfahrung ermöglicht werden kann, um Wahrnehmungsstörungen entgegenzuwirken und Entwicklungsprozesse zu stützen.
1.1.1 Allgemeine Überlegungen zur Wahrnehmung
Um sich mit Konzepten zur Wahrnehmungsförderung zu beschäftigen – in dieser Arbeit im Speziellen mit der Methode des Führens nach AFFOLTER – ist es zunächst notwendig, sich mit dem Begriff der Wahrnehmung im Allgemeinen zu auseinanderzusetzen.
Eine einheitliche Definition für den Begriff „Wahrnehmung“ zu finden, ist nicht einfach, da Wahrnehmung an sich ein äußerst komplexes Geschehen ist. Je nach den theoretischen Grundannahmen der jeweiligen Autoren bekommt dieser Begriff eine dementsprechend andere spezifische Bedeutung und inhaltliche Gewichtung, so ACKERMANN (vgl. 2001, 27).
Die unterschiedlichen Definitionen des Wahrnehmungsbegriffs haben noch weitere Gründe. So stellt ROHDE-KÖTTELWESCH, in Anlehnung an HOLZKAMP, fest, dass Wahrnehmung für den, der sich damit beschäftigen will, immer in doppelter, widersprüchlicher Weise zeigt; zum einen ist das Wahrnehmen ein selbstverständlicher Bestandteil des täglichen Lebens und zum anderen ist die Wahrnehmung durch die ständige Reflexion darüber für den Menschen höchst problematisch geworden (vgl. 1996, 11f.).
Aufgrund der Vielfalt von Definitionen zur Wahrnehmung stelle ich im Folgenden einzelne von mir ausgewählte Sichtweisen vor, die im Zusammenhang mit der späteren Reflexion von AFFOLTERs Wahrnehmungsbegriff sinnvoll sind.
1. Grundlegendes zur Wahrnehmung: Dieses Kapitel erläutert den komplexen Wahrnehmungsbegriff, die neurophysiologischen Grundlagen sowie das Affolter-Stufenmodell der Entwicklung.
2. Wahrnehmungsstörungen und geistige Behinderung: Hier wird der Zusammenhang zwischen geistiger Behinderung und Wahrnehmungsstörungen untersucht sowie die Sichtweise von Affolter auf diese Störungen dargelegt.
3. Wahrnehmen und Spüren – das AFFOLTER-Konzept: Dieses Kapitel führt in das Konzept des Führens ein, beschreibt dessen Grundprinzipien, Lernstufen und die praktische Umsetzung im Alltag.
4. AFFOLTERs Konzept in der heilpädagogischen Förderung von Menschen mit geistiger Behinderung: Es analysiert die praktische Anwendung des Konzepts bei Menschen mit geistiger Behinderung im Vergleich zu heilpädagogischen Richtzielen.
5. Reflexion: Dieses Kapitel enthält eine kritische Auseinandersetzung mit der Entwicklungstheorie, der Sichtweise auf Wahrnehmungsstörungen und einer Bilanz des Konzepts des Führens.
Wahrnehmung, Wahrnehmungsförderung, Félicie Affolter, Führen, geistige Behinderung, Wahrnehmungsstörungen, Wurzelmodell, taktil-kinästhetische Wahrnehmung, Spüren, Problemlösende Alltagsgeschehnisse, Heilpädagogik, Interaktion, Entwicklung, Sinnessysteme, Alltagswirklichkeit.
Die Arbeit befasst sich mit dem Konzept der Wahrnehmungsförderung nach Félicie Affolter und dessen Anwendung in der heilpädagogischen Förderung von Menschen mit geistiger Behinderung.
Die Arbeit behandelt die Grundlagen der Wahrnehmung, die Theorie der Wahrnehmungsentwicklung, Formen von Wahrnehmungsstörungen sowie die Methode des „Führens“ als therapeutischen Ansatz.
Das Ziel ist es zu erörtern, ob und wie das Affolter-Konzept zur Umsetzung heilpädagogischer Richtziele bei Menschen mit geistiger Behinderung eingesetzt werden kann.
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf Literaturanalyse und der kritischen Auseinandersetzung mit den Schriften von Félicie Affolter sowie anderen Autoren im Bereich der Sonderpädagogik basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Wahrnehmungs- und Entwicklungspsychologie, die Analyse von Störungsbildern, die detaillierte Beschreibung des Affolter-Konzepts und dessen Übertragung auf die heilpädagogische Praxis.
Zentrale Begriffe sind Wahrnehmungsförderung, Affolter-Konzept, gespürte Interaktion, taktil-kinästhetische Wahrnehmung und Heilpädagogik.
Affolter betont besonders das „Spüren“ (taktil-kinästhetische Wahrnehmung) als Realitätssinn und Ausgangspunkt für jegliches Lernen, wobei sie die Interaktion in alltäglichen Problemlösungssituationen in den Mittelpunkt stellt.
Das Führen ermöglicht den Betroffenen den Zugang zu gespürten Informationen über die Umwelt, was als Grundlage für Orientierung, Handlungskompetenz und kognitive Entwicklung dient, auch bei Menschen mit schwersten Beeinträchtigungen.
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