Examensarbeit, 2007
98 Seiten, Note: 1,0
Hinführung
Die Geburt des Wunschkindes
Abschied vom Wunschkind
Fragestellung und Struktur der Arbeit
1 Familien behinderter Kinder
1.1 Die Lebenssituation von Familien mit einem behinderten Kind
1.1.1 Reale Veränderungsdimension
1.1.2 Emotionale Veränderungsdimension
1.1.3 Soziale Veränderungsdimension
1.1.4 Behinderung als Chance
1.2 Die Auseinandersetzung mit der Behinderung
1.2.1 Phasenmodelle
1.2.2 Das ABCX-Modell nach Hill
1.2.3 Das doppelte ABCX-Modell nach McCubbin und Patterson
1.2.4 Kritische Würdigung der ABCX-Modelle
2 Männer
2.1 Männliche Sozialisation
2.2 Bewältigungsmuster des Mannseins
2.3 Bewältigungsprinzipien des Mannseins
2.3.1 Das Prinzip der Externalisierung
2.3.2 Die Prinzipien Benutzung und Gewalt
2.3.3 Das Prinzip der Stummheit
2.3.4 Das Prinzip des Alleinseins
2.3.5 Das Prinzip der Körperferne
2.3.6 Das Prinzip der Rationalität
2.3.7 Das Prinzip der Kontrolle
3 Väter
3.1 Vom Paar zur Familie
3.1.1 Erleben der Vaterschaft
3.1.2 Auswirkungen auf die Paarbeziehung
3.2 Vaterschaftskonzepte
3.2.1 Erweiterung und Modernisierung der Vaterrolle
3.2.2 Pluralität der Vaterschaftskonzepte
3.2.3 Vorstellungen von Vaterschaft
3.3 Die Vater-Kind-Beziehung
3.3.1 Einflussfaktoren des Vaters
3.3.2 Einflussfaktoren der Mutter
3.3.3 Einflussfaktoren der Paarbeziehung
3.3.4 Einflussfaktoren des Kindes
3.3.5 Umweltfaktoren und Kontextbedingungen
4 Väter behinderter Kinder
4.1 Das Spannungsfeld zwischen Beruf und Familie
4.2 Mangelnde gesellschaftliche Anerkennung des Vaters
4.3 Gebrochene Bewältigungsprinzipien männlicher Identität
4.3.1 Kontrollverlust
4.3.2 Verlust der Zukunftsmacht
4.3.3 Gewaltverbot
4.3.4 Zugangsverbot nach „innen“
4.3.5 Flucht in die Rationalität und Abstraktion
4.4 Chancen die sich für Väter behinderter Kinder ergeben
4.4.1 Auflösung des Dilemma der Autonomie
4.4.2 Herausforderung zum verstärkten Elternsein
4.4.3 Sinnfindung
4.5 Hilfe zur Selbsthilfe
5 Beratungs- und Hilfsangebote für Väter behinderter Kinder
5.1 Ziele
5.2 Einbindung in die Familienbildung
5.2.1 Aufgaben der Familienbildung
5.2.2 Gesetzliche Grundlagen der Familienbildung
5.2.3 Formen der Familienbildung und beteiligte Einrichtungen
5.2.4 Arten von Familienbildung
5.2.5 Ansatzpunkte der Familienbildung
5.2.6 Männer und Familienbildung
5.2.7 Väter behinderter Kinder und Familienbildung
5.2.8 Zusammenfassung
5.3 Erleichterung der Inanspruchnahme von Beratungs- und Hilfsangeboten für Väter behinderter Kinder
5.3.1 Niedrigschwelligkeit
5.3.2 Weitere Faktoren
5.4 Didaktik und Methodik
5.4.1 Veranstaltungen für Väter behinderter Kinder des Erzbistums Köln
5.4.2 Segeltörn der Deutschen Kinderhospizakademie
5.4.3 Schlussfolgerung
5.5 Häuser für Kinder und Familien – ein inklusives Modell zur Beratung und Unterstützung von Vätern behinderter Kinder?
5.5.1 Häuser für Kinder und Familien
5.5.2 Ein „Raum“ für Väter von behinderten Kindern
5.5.3 Zum Beispiel die Beratungsstelle Mann-O-Meter
5.5.4 Nachhaltige Integration von Vätern in Häuser für Kinder und Familien
6 Beispielhafte Beratungs- und Hilfsangebote für Väter behinderter Kinder
6.1 Vätertreffen der Bildungs- und Erholungsstätte Langau e. V.
6.1.1 Zielgruppe
6.1.2 Leitung
6.1.3 Rahmenthema
6.1.4 Ziele
6.1.5 Ablauf und Programm
6.1.6 Resonanz und Rückmeldungen
6.1.7 Zentrale Elemente
6.2 Eltern-Selbsthilfegruppe Ostwind
6.2.1 Die Eltern-Selbsthilfegruppe
6.2.2 Monatstreffen und Frühstücksbrunchs
6.2.3 Unternehmungen und Urlaubsgemeinschaften
6.2.4 Müttertreffen und Väterstammtisch
6.2.5 Ablauf des Väterstammtisches
6.2.6 Zentrale Elemente
6.3 Segeltörn für Väter mit lebensverkürzend erkrankten oder gestorbenen Kindern der Deutschen Kinderhospizakademie
6.3.1 Konzeption und Ablauf
6.3.2 Zentrale Elemente
7 Zusammenfassung und Fazit
7.1 Zusammenfassung
7.2 Fazit
Die Arbeit untersucht die Lebenssituation von Vätern behinderter Kinder sowie die ihnen zur Verfügung stehenden Beratungs- und Hilfsangebote. Dabei geht es zentral um die Forschungsfrage, wie Beratungsangebote gestaltet sein müssen, um die spezifischen Bedürfnisse dieser Väter zu erreichen und ihnen bei der Bewältigung ihrer komplexen Lebenssituation unterstützend zur Seite zu stehen.
Die Lebenssituation von Familien mit einem behinderten Kind
„Ein behindertes Kind verändert den Alltag seiner Familie radikal“ (Seifert 1997, 237). Dabei ist es bemerkenswert, dass die Behinderung eines Familienmitglieds so weitreichende Auswirkungen zu haben scheint, dass ein „Familienproblem“ (Engelbert 1999, 17) entstehen kann. Hinze geht sogar davon aus, dass Familien durch Angehörige mit Behinderung zu „Sonderfamilien“ werden (1993, 13).
Vorschnelle Pauschalisierungen, Etikettierungen und Unterstellungen sollen hier vermieden werden. Fest steht, dass Familien in denen behinderte Kinder leben, mit potentiell belastenden Veränderungen konfrontiert werden. Thurmair unterscheidet zwischen einer realen und einer emotionalen Veränderungsdimension (1990, 51f). In Anlehnung an diese Kategorien werden im Folgenden denkbare Belastungen und Herausforderungen dargestellt. Ob es im konkreten Fall tatsächlich zu diesen Veränderungen kommt, wird durch eine Vielzahl unterschiedlicher Faktoren bedingt (z. B. Art und Schweregrad der Behinderung, Persönlichkeits- und Charaktermerkmale der Familienmitglieder, Interaktionsprozesse innerhalb der Familie, Umgang mit Krisensituationen, finanzielle Mittel usw.). Die Situation von Familien mit behinderten Angehörigen ist zudem von externen Unterstützungs- und Hilfeleistungen abhängig. Ob und inwieweit Familien durch die Behinderung eines Angehörigen belastet werden, steht demnach nicht unabänderlich fest, sondern wird von zahlreichen Einflüssen mitbestimmt.
1 Familien behinderter Kinder: Dieses Kapitel erläutert die veränderten Lebensbedingungen in Familien mit einem behinderten Kind und diskutiert verschiedene Modelle zur Auseinandersetzung mit der Behinderung.
2 Männer: Hier werden Prozesse der männlichen Sozialisation sowie spezifische Bewältigungsmuster und Prinzipien des Mannseins analysiert.
3 Väter: Das Kapitel befasst sich mit der Entwicklung der Vaterrolle, verschiedenen Vaterschaftskonzepten und den Einflussfaktoren auf die Vater-Kind-Beziehung.
4 Väter behinderter Kinder: Es werden die spezifischen Belastungen von Vätern behinderter Kinder im Spannungsfeld zwischen Beruf und Familie sowie die Herausforderungen ihrer männlichen Identität thematisiert.
5 Beratungs- und Hilfsangebote für Väter behinderter Kinder: Dieses Kapitel untersucht Angebote der Familienbildung und diskutiert Kriterien für eine niedrigschwellige Gestaltung, um Väter besser zu erreichen.
6 Beispielhafte Beratungs- und Hilfsangebote für Väter behinderter Kinder: In diesem Kapitel werden drei konkrete Praxisbeispiele vorgestellt, die als Anregungen für die Konzeption zielgruppenorientierter Programme dienen.
7 Zusammenfassung und Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Synthese der Ergebnisse und einem Ausblick auf die notwendige Weiterentwicklung der Unterstützungssysteme für Väter.
Väter, behinderte Kinder, Familienbildung, Männlichkeit, Sozialisation, Beratung, Hilfsangebote, Niedrigschwelligkeit, Bewältigungsprinzipien, Vaterschaft, Identität, Familienleben, Empowerment, Inklusion, Rollenverständnis.
Die Arbeit untersucht die spezielle Lebenssituation von Vätern behinderter Kinder und analysiert, welche Beratungs- und Unterstützungsangebote existieren und wie diese gestaltet sein müssen, um von dieser Zielgruppe tatsächlich in Anspruch genommen zu werden.
Zentrale Themen sind die Auswirkungen eines behinderten Kindes auf das Familiensystem, die männliche Sozialisation, die Identität und Rolle von Vätern sowie die Möglichkeiten der Familienbildung.
Das Ziel ist es, Beratungsangebote zu identifizieren und zu bewerten, die Väter behinderter Kinder in ihrer spezifischen Lebenslage effektiv unterstützen und zur Stärkung ihrer väterlichen Rolle beitragen.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und der Analyse von Modellen (z. B. ABCX-Modell). Zudem wurden Experteninterviews mit Leitern von Angeboten geführt, um praxisnahe Erkenntnisse für eine „männergerechte“ Didaktik zu gewinnen.
Im Hauptteil werden neben den theoretischen Grundlagen der männlichen Sozialisation die konkreten Belastungen durch das Leben mit einem behinderten Kind beleuchtet, gefolgt von einer detaillierten Untersuchung der Beratungslandschaft und ihrer Anpassungsbedarfe.
Die zentralen Konzepte sind Männlichkeit, Bewältigungsprinzipien (wie Externalisierung oder Kontrolle), Vaterschaft, Familienbildung und Niedrigschwelligkeit in der Beratung.
Viele Väter sehen traditionelle Beratungssituationen als „unmännlich“ an. Sie erleben die Behinderung ihres Kindes als Kränkung ihrer Identität, die sie häufig durch ein „Bitt- und Hilfeverbot“ und die Flucht in die Rationalität zu kompensieren versuchen.
Der Segeltörn ist erfolgreich, weil er einen informellen Rahmen bietet, in dem Väter „im selben Boot sitzen“. Es gibt keinen Zwang zum Gespräch, wodurch Vertrauen organisch wächst und niedrigschwellige Kommunikation über persönliche Themen möglich wird.
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