Examensarbeit, 2007
103 Seiten, Note: 1,0
1. Vorwort
2. Die Vorgeschichte des Zweiten Punischen Kriegs
2.1 Die Kriegsfolgen des Ersten Punischen Kriegs
2.2 Der Söldneraufstand
2.3 Der Aufstieg der Barkiden in Spanien
2.4 Der Hasdrubalvertrag
2.5 Der weitere Aufstieg der Barkiden vom Hasdrubalvertrag bis zur Auseinandersetzung mit Sagunt
2.6 Der Fall Sagunt
2.7 Von der Eroberung Sagunts bis zur Kriegserklärung
2.8 Klärung der Kriegsschuldfrage
3. Der Kriegsverlauf
3.1 Vom Überschreiten des Ebros bis zu den Alpen
3.2 Die Alpenüberquerung
3.3 Italien
3.3.1 Vom Fuß der Alpen bis Cannae
3.3.2 Die Schlacht von Cannae 216
3.3.3 Karthagos Strategie nach Cannae
3.3.4 Roms Strategie nach Cannae
3.4 Die Wende des Krieges
3.4.1 Sizilien
3.4.2 Makedonien
3.4.3 Spanien
3.4.4 Italien
3.5 Verlagerung des Kriegsschauplatzes nach Afrika
3.5.1 Unternehmungen bis zur Schlacht bei Zama
3.5.2 Die Schlacht bei Zama
4. Kriegsfolgen und Konsequenzen des Zweiten Punischen Krieges
5. Ausblick
Diese Arbeit liefert einen detaillierten historischen Überblick über den Zweiten Punischen Krieg (218–201 v. Chr.) und untersucht kritisch die komplexen Ursachen sowie den Verlauf des Konflikts zwischen Rom und Karthago.
2.4 Der Hasdrubalvertrag
Im Zeitrahmen vom Herbst 226 bis zum Frühling 225 wurde eine Gesandtschaft vom römischen Senat zu Hasdrubal nach Spanien geschickt. Ihre Aufgabe war es, mit dem Karthager einen Vertrag abzuschließen. Dieser soll im Folgenden wie bei Barceló Hasdrubalvertrag und nicht Ebrovertrag genannt werden. In Anlehnung an den Lutatiusvertrag, der auch nach einem der Vertragspartner genannt wurde, ist es zum einen durchaus akzeptabel und außerdem bietet es auch einen inhaltlichen Vorteil, der an späterer Stelle begründet werden soll. Polybios schreibt bezüglich des Vertrags:
„The Romans, seeing that Hasdrubal was in a fair way to create a larger and more formidable empire than Carthage formerly possessed, resolved to begin to occupy themselves with Spanish affairs. Finding that they had hitherto been asleep and had allowed Carthage to build up a powerful dominion, they tried, as far as possible, to make up for lost time. For the present they did not venture to impose orders on Carthage, or to go to war with her, because the threat of a Celtic invasion was hanging over them, the attack being indeed expected from day to day. They decided, then, to smooth down and conciliate Hasdrubal in the first place, and then to attack the Celts and decide the issue by arms, for they thought that as long as they had these Celts threatening their frontier, not only would they never be masters of Italy, but they would not even be safe in Rome itself. Accordingly, after having sent envoys to Hasdrubal and made a treaty, in which no mention was made of the rest of Spain, but the Carthaginians engaged not to cross the Ebro in arms, they at once entered o the struggle against the Italian Celts.”
1. Vorwort: Einleitung in die Thematik des Zweiten Punischen Krieges mit einer kritischen Reflexion der antiken Quellenlage und der Prorömischen Tendenz der Überlieferung.
2. Die Vorgeschichte des Zweiten Punischen Kriegs: Detaillierte Analyse der geopolitischen Entwicklungen nach dem Ersten Punischen Krieg, inklusive des Aufstiegs der Barkiden in Spanien und der diplomatischen Verwicklungen um Sagunt.
3. Der Kriegsverlauf: Darstellung der militärischen Operationen, beginnend mit Hannibals Marsch über die Alpen bis hin zur finalen Entscheidungsschlacht bei Zama und dem damit verbundenen strategischen Wandel.
4. Kriegsfolgen und Konsequenzen des Zweiten Punischen Krieges: Untersuchung der weitreichenden politischen Auswirkungen des Kriegsendes und der Etablierung Roms als Vormacht im westlichen Mittelmeer.
5. Ausblick: Zusammenfassende Betrachtung der neuen Machtverhältnisse zwischen Rom und Karthago sowie der langfristigen politischen Verschiebungen.
Zweiter Punischer Krieg, Hannibal, Rom, Karthago, Barkiden, Sagunt, Alpenüberquerung, Schlacht von Cannae, Schlacht bei Zama, Scipio, Polybios, Livius, Kriegsschuld, Diplomatie, Machtpolitik.
Die Arbeit bietet eine fundierte Analyse des Zweiten Punischen Krieges, wobei der Fokus sowohl auf den komplexen Ursachen als auch auf dem militärischen und strategischen Verlauf liegt.
Zentral sind der Aufstieg der Barkiden in Spanien, die umstrittene Kriegsschuldfrage, Hannibals Feldzüge in Italien und die strategischen Gegenmaßnahmen Roms.
Das Hauptziel ist es, die historischen Ereignisse durch eine kritische Auseinandersetzung mit antiken Quellen wie Polybios und Livius in ihrem Kontext verständlich zu machen und die Forschungskontroversen aufzuzeigen.
Die Autorin nutzt eine historisch-analytische Methode, die sich auf die Auswertung existierender Fachliteratur und antiker historiographischer Quellen stützt.
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorgeschichte mit diplomatischen Verträgen, den eigentlichen Kriegsverlauf mit zentralen Schlachten wie Cannae sowie die Strategien beider Mächte nach der Schlacht.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Machtpolitik, Bündnissysteme, Kriegsschuld und strategische Kriegsführung geprägt.
Sagunt wird als der entscheidende Auslöser für den Krieg diskutiert, wobei die Arbeit kritisch hinterfragt, inwieweit es sich um ein echtes römisches Bündnis oder lediglich um einen Vorwand handelte.
Dies ist ein zentraler Streitpunkt der Forschung, da hier die strategischen Absichten Hannibals – totale Vernichtung oder politische Schwächung Roms – sowie seine militärischen Kapazitäten abgewogen werden.
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