Diplomarbeit, 2004
97 Seiten, Note: 1,0
1 EINFÜHRUNG IN DIE THEMATIK
2 SYNCHRONISATION AUS TECHNISCHER PERSPEKTIVE
2.1 Definitorische Abgrenzung
2.2 Produktionsphasen der Synchronisation
2.2.1 Rohübersetzung
2.2.2 Anfertigung des Synchronbuches
2.2.3 Einteilung des Films in takes
2.2.4 Aufnahme der Synchrondialoge
2.2.5 Endmischung
3 SYNCHRONISATION ALS EINE FORM DER LITERARISCHEN ÜBERSETZUNG
3.1 Ausgangsmaterial
3.2 Interpretation
3.3 Übersetzung
3.4 Gesprochene Sprache
3.5 Informationen auf visueller Ebene
4 SYNCHRONITÄT ALS SPEZIFIKUM DER SYNCHRONISATION
4.1 Phonetische Synchronität
4.1.1 Quantitative Lippensynchronität
4.1.2 Qualitative Lippensynchronität
4.2 Charaktersynchronität
4.3 Inhaltliche Synchronität
4.3.1 Inhaltliche Synchronität bezüglich Schriftsprache und Realia
4.3.2 Gesten- und Mimiksynchronität
4.3.3 Gestik und Mimik in Zusammenhang mit der Nukleussynchronität
4.3.4 Idiomatische Redewendungen und Sprachspiele in Korrelation mit dem Bildkontext
4.4 Schlussbetrachtung
5 ZENTRALE PROBLEME DER SYNCHRONISATION
5.1 Trennung von Rohübersetzung und Synchronübersetzung
5.2 Zentrale Probleme in der Phase der Rohübersetzung
5.3 Zentrale Probleme in der Phase der Synchronübersetzung
5.4 Zentrale Probleme in der Phase der Sprachaufnahmen
5.5 Fazit
6 KORPUSANALYSE – UNTERSUCHUNG DER DEUTSCHEN SYNCHRONFASSUNG DES FRANZÖSISCHEN SPIELFILMS „LA HAINE“
6.1 Wahl des Films
6.2 Thematik
6.3 Inhalt
6.4 Sprachliche und kulturelle Besonderheiten
6.4.1 Realia-Bezeichnungen und kulturspezifische Anspielungen
6.4.2 Eigennamen von Personen und Orten
6.4.3 Zu dem Soziolekt der banlieusards
6.4.3.1 Idiomatische Redewendungen
6.4.3.2 Sprachspiele
6.4.4 Anrede- und Grußformeln
6.6 Auswertung der Untersuchung
7 SCHLUSSBETRACHTUNG
8. KONSULTIERTE UND ZITIERTE WERKE
8.1 Korpusgrundlage
8.2 Sekundärliteratur
8.3 Online-Artikel
Die Arbeit untersucht das Verfahren der Filmsynchronisation aus übersetzungswissenschaftlicher Perspektive. Dabei liegt der Fokus darauf, wie technische und sprachliche Anforderungen der Synchronisation die Qualität und Treue zur Originalvorlage beeinflussen, illustriert am praktischen Beispiel der deutschen Synchronfassung des französischen Films „La haine“.
4.1.1 Quantitative Lippensynchronität
Lippensynchronität bedeutet zunächst einmal, dass die Dauer der sichtbaren Lippenbewegungen mit der Dauer des gehörten Sprechens übereinstimmen muss. Bei dieser sogenannten quantitativen Lippensynchronität (vgl. Herbst, 1994: 32) handelt sich folglich darum, dass der Synchronsprecher, wenn er einen Schauspieler synchronspricht, mit seinem Text genau dann einsetzt, wenn der Schauspieler auf der Leinwand beginnt, seine Lippen zu bewegen, und dass er seinen Text genau dann wieder beendet, wenn auch der Schauspieler seine Lippen nicht mehr bewegt.
Für den Übersetzer ergibt sich dadurch die Forderung, einen in der Ausgangssprache formulierten sprachlichen Inhalt in eine bestimmte Zielsprache zu transferieren und dabei die Übersetzung den zeitlichen Vorgaben des Originals anzupassen. Seine Übersetzung darf weder länger noch kürzer sein als das Original. Dies stellt eine enorme Herausforderung an den Übersetzer dar, denn aufgrund der Verschiedenheit der Sprachen „[texts] of the same content have varying lengths according to languages, and divergencies of this sort might become quite considerable. Some languages express what may be said to be the same content in a shorter form, whether measured in syllables or sounds, than some others or vice versa (Fodor, 1976: 78).”
Ein bestimmter sprachlicher Inhalt kann also in unterschiedlichen Sprachen meist nicht mit derselben Silbenanzahl wiedergegeben werden. Fällt eine Übersetzung kürzer aus als ihr Original, „[...] empty padding words can be added to fill the gaps (e.g., well, as a matter of fact, I think, I mean, you know, of course) (Fodor, 1976: 79)”. Dabei ist allerdings zu beachten, dass dem Synchronsprecher nicht unendlich viele leere Füllwörter in den Mund gelegt werden können, da dies in der Synchronfassung sehr ungewöhnlich klingen würde. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, dass der Synchronsprecher den Text etwas verlangsamt spricht.
1 EINFÜHRUNG IN DIE THEMATIK: Einführung in die Relevanz der Synchronisation in Deutschland und Überblick über den strukturellen Aufbau der Arbeit.
2 SYNCHRONISATION AUS TECHNISCHER PERSPEKTIVE: Definition der Synchronisationsarten und Beschreibung des technischen Produktionsprozesses vom Rohmanuskript bis zur Endmischung.
3 SYNCHRONISATION ALS EINE FORM DER LITERARISCHEN ÜBERSETZUNG: Analyse der theoretischen Grundlagen des Übersetzens im Kontext von Filmen unter Berücksichtigung von Bild- und Tonkanälen.
4 SYNCHRONITÄT ALS SPEZIFIKUM DER SYNCHRONISATION: Eingehende Untersuchung der verschiedenen Synchronitätsanforderungen, die das Übersetzen unter den Bedingungen der Bildinvarianz erschweren.
5 ZENTRALE PROBLEME DER SYNCHRONISATION: Darstellung der systembedingten Schwachstellen, insbesondere der Trennung von Rohübersetzung und Synchronübersetzung.
6 KORPUSANALYSE – UNTERSUCHUNG DER DEUTSCHEN SYNCHRONFASSUNG DES FRANZÖSISCHEN SPIELFILMS „LA HAINE“: Praktische Anwendung der Theorie auf den Film „La haine“ mit Fokus auf Realia, Soziolekt und Sprachspiele.
7 SCHLUSSBETRACHTUNG: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Reflexion über die Qualität deutscher Synchronfassungen im Lichte der identifizierten Probleme.
Filmsynchronisation, Synchronität, Übersetzungswissenschaft, La haine, Rohübersetzung, Synchronbuch, Soziolekt, banlieue, Verlan, Lippensynchronität, Lokalkolorit, Äquivalenz, audiovisuelle Medien, Sprachvarietäten, kulturelle Adaption.
Die Arbeit analysiert die theoretischen und praktischen Herausforderungen der Filmsynchronisation, insbesondere im Hinblick auf das in Deutschland praktizierte Verfahren, und prüft, wie äquivalente Übersetzungen trotz der strengen technischen Vorgaben (Synchronität) gelingen können.
Zentrale Themen sind die technischen Produktionsphasen, die unterschiedlichen Formen der Synchronität (phonetisch, Charakter- und inhaltliche Synchronität) sowie die systemischen Probleme durch die Arbeitsteilung zwischen Übersetzern und Synchronautoren.
Das Ziel ist es, den gesamten Synchronisationsprozess innerhalb der Übersetzungswissenschaft einzuordnen und die Schwierigkeiten aufzuzeigen, die durch die Unveränderlichkeit des Bildes und die kulturellen Unterschiede zwischen Ausgangs- und Zielsprache entstehen.
Die Autorin nutzt eine theoretische Einordnung auf Basis der Fachliteratur kombiniert mit einer Korpusanalyse, bei der ausgewählte Textpassagen der deutschen Synchronfassung des Films „La haine“ mit dem französischen Original verglichen werden.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Kapitel über Synchronitätsanforderungen und ein praktisches Analysekapitel, das die Übertragung spezifischer sprachlicher Elemente wie Soziolekte, Realia und Verlan-Ausdrücke untersucht.
Die wichtigsten Schlagworte sind Filmsynchronisation, Synchronität, Rohübersetzung, Soziolekt, banlieue, Verlan und kulturelle Äquivalenz.
Da das Deutsche keine direkte Entsprechung für die französische, stark soziolektal geprägte Sprache der Vorstadtjugend besitzt, muss der Übersetzer auf standardisierte Jugendsprache zurückgreifen, was oft zu einem Verlust an Authentizität und Nuancen führt.
Verlan, eine spezielle französische Form des Silbendrehens, ist ein Maskierungscode. Da es im Deutschen kein vergleichbares Phänomen gibt, ist es kaum möglich, die kryptische Funktion dieser Sprache zu bewahren, weshalb der Übersetzer oft nur den jugendsprachlichen Ton beibehalten kann.
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