Diplomarbeit, 2005
138 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Theoretischer Teil
2.1 Allgemeine Angaben zu Ausländern in Brandenburg
2.1.1 Begriffsbestimmung
2.1.2 Ausländeranteil in Brandenburg und regionale Verteilung
2.1.3 Ausländergruppen
2.1.4 Aufenthaltsdauer und Wanderungssaldo
2.1.5 Ausländische Bevölkerung nach Aufenthaltsstatus
2.1.6 Lebenssituation der in Brandenburg lebenden Ausländer
2.2 Kriminalität der Nichtdeutschen in Brandenburg von 1998 bis 2003
2.2.1 Kritik an dem Begriff „Ausländerkriminalität“
2.2.2 Kriminalitätslage in Brandenburg
2.2.2.1 Kriminalitätsaufkommen im Grenzgebiet zu Polen
2.2.2.2 Kriminalitätsaufkommen im engen Verflechtungsraum
2.2.3 Differenzierung nach Anlass des Aufenthalts
2.2.4 Verteilung der Tatverdächtigen nach Nationen
2.2.5 Ausländerextremismus / -terrorismus in Brandenburg
2.2.6 Fazit
2.3 Diskriminierungsthese
2.3.1 Vorstellung der Diskriminierungsthese und ihrer Hauptvertreter
2.3.2 Gegenpositionen zur Diskriminierungsthese
2.3.3 Bewertung der verschiedenen Positionen und Vergleich der Verurteiltenzahlen mit den Tatverdächtigen in Brandenburg in der letzten Dekade
3. Empirischer Teil
3.1 Hypothesenformulierung
3.2 Methoden der Untersuchung
3.2.1 Fragestellung
3.2.2 Erhebungsmethode, Erhebungsinstrument und Konzeption
3.2.3 Untersuchungsgruppe
3.3 Auswertung der Ergebnisse des Fragebogens
3.3.1 Beteiligung der Dienststellen
3.3.2 Soziodemographische Daten
3.3.3 Auswertung orientiert an den einzelnen Hypothesen
3.3.3.1 Überprüfung 1. Hypothese
3.3.3.2 Überprüfung 2. Hypothese
3.3.3.3 Überprüfung 3. Hypothese
3.3.3.4 Überprüfung 4. Hypothese
3.3.3.5 Überprüfung 5. Hypothese
3.3.3.6 Überprüfung 6. Hypothese
3.3.3.7 Überprüfung 7. Hypothese
3.3.3.8 Überprüfung 8. und 9. Hypothese
3.3.3.9 Die Bekämpfung und Vorbeugung der Nichtdeutschenkriminalität aus Sicht der Beamten
3.3.4 Fazit der empirischen Erhebung
4. Zusammenfassung und rechtspolitischer Ausblick
Das Hauptziel der Arbeit ist es, zu untersuchen, wie sich Polizeibeamte in Brandenburg im Rahmen der sogenannten Diskriminierungsthese einschätzen und ob ein Zusammenhang zwischen der polizeilichen Arbeit und dem registrierten Kriminalitätsaufkommen nichtdeutscher Bevölkerungsgruppen besteht.
2.2.1 Kritik an dem Begriff „Ausländerkriminalität“
Dem im Rahmen dieser Arbeit häufig wiederkehrenden Begriff „Ausländerkriminalität“ kommt eine signifikante Bedeutung zu, welche die ehemalige Beauftragte der Bundesregierung für die Belange der Ausländer Schmalz-Jacobson wie folgt, formulierte: Der Begriff „Ausländerkriminalität“ ist „wie kein zweiter geeignet, bereits vorhandene Vorurteile zu bestärken sowie neue entstehen zu lassen“. In der Tat ruft die Begrifflichkeit „Ausländerkriminalität“ bei den verschiedensten Rezipienten bereits pejorativ besetzte Bilder hervor.
Wie negativ er behaftet ist, zeigt folgende semantische Aufspaltung des Begriffes: Das zusammengesetzte Substantiv besteht ohne Zweifel aus den Worten „Ausländer“ und „Kriminalität“, dessen erster Wortteil bereits im Unterpunkt 2.1 erörtert wurde. Der Begriff „der ‚Kriminalität’ bezieht sich auf Verhaltensweisen, die das Gesetz mit Strafe bedroht [und wird] zur Beschreibung von straffnormverletzendem Verhalten“ verwendet.
Doch was sagt das aus den Worten „Ausländer“ und „Kriminalität“ zusammengesetzte Substantiv aus? Dass es sich hierbei keinesfalls um einen wertneutralen Begriff handelt, zeigt eine Gegenüberstellung der Bedeutungsinhalte von „Ausländerkriminalität“ und „Ausländerfeindlichkeit“.
Unter „Ausländerfeindlichkeit“ werden die Feindlichkeit verstanden, welche sich gegen Ausländer richten. Als logischer Umkehrschluss müsste man analog zu dieser Begrifflichkeit, unter „Ausländerkriminalität“ die gegen Ausländer gerichtete Kriminalität verstehen. Doch genau das Gegenteil ist der Fall: Üblicherweise liegt der Bedeutungsinhalt des Begriffes „Ausländerkriminalität“ in den von Ausländern begangenen kriminellen Handlungen. Es kommt somit zu einer Inkarnierung von Tätern und Opfern, wodurch aus den Gefährdeten die Gefährlichen für die Gesellschaft werden.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Kriminalitätsbelastung nichtdeutscher Bevölkerungsgruppen ein und erläutert die Relevanz der Diskriminierungsthese für die polizeiliche Arbeit.
2. Theoretischer Teil: Dieses Kapitel liefert statistische Daten zur Situation von Ausländern in Brandenburg und analysiert die Kriminalitätslage sowie die theoretischen Grundlagen der Diskriminierungsthese.
3. Empirischer Teil: Hier wird die Einstellungsuntersuchung unter Polizeibeamten beschrieben, die Hypothesen formuliert, die Erhebungsmethodik dargelegt und die Ergebnisse detailliert ausgewertet.
4. Zusammenfassung und rechtspolitischer Ausblick: Das abschließende Kapitel fasst die Untersuchungsergebnisse zusammen und diskutiert integrationspolitische Perspektiven im Kontext der Brandenburger Polizei.
Ausländerkriminalität, Brandenburg, Diskriminierungsthese, Polizeiarbeit, Kriminalstatistik, Migration, Integration, Vorurteile, Fremdenfeindlichkeit, Sozialkontrolle, Deliktsstruktur, Einstellungsmuster, Migrationshintergrund, Kriminalisierung, Tatverdächtige
Die Arbeit untersucht die Kriminalitätsbelastung von Nichtdeutschen in Brandenburg im Zeitraum von 1998 bis 2003 und prüft dabei kritisch, ob Polizeibeamte gegenüber dieser Personengruppe diskriminierende Einstellungen aufweisen.
Zentrale Themen sind die Lebenssituation von Ausländern in Brandenburg, die statistische Kriminalitätslage, die wissenschaftliche Debatte um die sogenannte Diskriminierungsthese sowie die Einstellung brandenburgischer Polizeibeamter zu ausländischen Mitbürgern.
Das Hauptziel ist es, herauszufinden, ob sich Polizeibeamte in Brandenburg innerhalb der Diskriminierungsthese selbst als diskriminierend einschätzen und ob ein messbarer Zusammenhang zwischen Einstellungsfaktoren und dem registrierten Kriminalitätsaufkommen besteht.
Die Arbeit kombiniert eine quantitative Analyse amtlicher Statistiken (PKS und Strafverfolgungsstatistik) mit einer eigenen empirischen Einstellungsuntersuchung unter Polizeibeamten, welche durch eine standardisierte schriftliche Befragung durchgeführt wurde.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil, der Daten und Erklärungsansätze liefert, und einen empirischen Teil, der durch die Auswertung eines Fragebogens Hypothesen zur Einstellung der Beamten gegenüber Ausländern überprüft.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Ausländerkriminalität, Diskriminierungsthese, Brandenburg, Polizeiarbeit, Migration, Integration und Kriminalstatistik charakterisiert.
Das Grenzgebiet zu Polen stellt einen örtlichen Schwerpunkt des Kriminalitätsaufkommens dar, wobei ein Großteil der registrierten Delikte nicht-kriminelle Verstöße gegen Einreise- und Aufenthaltsbestimmungen umfasst.
Die Erkenntnisse legen nahe, dass eine bewusst diskriminierende Polizei in Brandenburg nicht nachweisbar ist, auch wenn eine gewisse Unwissenheit oder unbewusste Benachteiligung durch Vorurteile aufgrund von negativen beruflichen Erfahrungen nicht vollständig ausgeschlossen werden kann.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

