Diplomarbeit, 2005
112 Seiten, Note: 1,8
1. Vorbemerkung
2. Volksparteien in der Krise?
2.1. Der Wandel von Parteien
2.1.1. Eliten- und Massenparteien
2.1.2. Kirchheimers Allerweltspartei (Volkspartei)
2.1.3. Das Konzept der Kartellparteien
2.1.4. Professionalisierte Wählerparteien
2.2. Die Probleme der Parteien
2.2.1. Abnehmende Parteiidentifikation
2.2.2. Sinkende Wahlbeteiligungen – Die Nichtwähler
2.2.3. Steigende Volatilität - Die Wechselwähler
2.2.4. Sinkende Mitgliederzahlen
2.3. Zwischenfazit: Schwierige Herausforderungen, aber keine Krise
2.4. Zur Reform- und Strategiefähigkeit von Parteien
3. Die SPD als Mitgliederpartei
3.1. Die besondere Bedeutung der Mitglieder für die SPD
3.2. Die Mitgliederentwicklung der SPD
3.2.1. Historische Entwicklung
3.2.2. Aktuelle Mitgliederzahlen der SPD und Vergleich mit Konkurrenzparteien
3.3. Erwartungen an die Partei und Rolle der Mitglieder in der SPD
3.3.1. Mitglieder als Finanzierungsquelle der SPD
3.3.1.1. Parteienfinanzierung in Deutschland
3.3.1.2. Die Finanzen der SPD
3.3.1.3. Folge sinkender Mitgliederzahlen: Etatisierung
3.3.2. Multiplikatorfunktion
3.3.2.1. Das Mitglied als Öffentlichkeitsarbeiter für die Partei
3.3.2.2. Folge sinkender Mitgliederzahlen: Medialisierung und Personalisierung
3.3.3. Parteiarbeit
3.3.3.1. Mitglieder als kostenlose Arbeitskräfte
3.3.3.2. Folge sinkender Mitgliederzahlen: Die Professionalisierung der SPD
3.3.3.3. Die Bundestagswahlkämpfe 1998 und 2002 als Beispiel für Professionalisierung
3.3.4. Ressourcenpool für Parteiämter und Mandate
3.3.4.1. Das Mitglied als Funktionär und Amtsträger
3.3.4.2. Folge sinkender Mitgliederzahlen: Identitätsverlust und Personalprobleme
3.4. Zur Lage der SPD heute: Ermattet, ziellos und lose verkoppelt?
4. Organisationsreformen in der SPD
4.1. Erste Ansätze unter Peter Glotz
4.2. Reformkonzept „SPD 2000“
4.3. Reformkonzept „Demokratie braucht Partei“
4.4. Arbeitsgruppe Mitgliederpartei
4.5. Erfolge, Misserfolge und weitere Aussichten von Parteireformen
5. Fazit und Ausblick: Zwischen rasendem Tanker und sinkendem Schiff
5.1. Auf der Wählerebene – strategiefähige Volkspartei der Zukunft?
5.2. Auf der Organisationsebene – reformfähige Mitgliederpartei?
Die Arbeit analysiert die Krise der Volksparteien am Beispiel der SPD, wobei die Reform- und Strategiefähigkeit der Partei zu Beginn des 21. Jahrhunderts im Vordergrund steht. Es wird untersucht, inwiefern die SPD trotz sinkender Mitgliederzahlen und veränderter Wählerpräferenzen ihre Rolle als Mitgliederpartei behaupten und ihre Organisationsstrukturen anpassen kann, um langfristig mehrheits- und regierungsfähig zu bleiben.
2.1.2. Kirchheimers Allerweltspartei (Volkspartei)
Kirchheimer hat 1965 in seiner Untersuchung die Parteien nicht mehr generell kritisiert, sondern versucht, durch Vergleiche einen neuen Typus von Parteien herauszuarbeiten. Er kann dabei als Begründer des Volkspartei-Begriffs gelten. Er gebrauchte den Begriff der „catch all-party“ oder „Allerweltspartei“, die sich weitgehend ohne politische Ideologien darum bemühe, Wählerstimmen zu werben, sich dazu erfolgreichen Konkurrenzparteien anpasse und deshalb ihre Fähigkeit verliere, gesellschaftliche Interessen durchzusetzen. Als letzte wichtige Funktion bliebe ihr laut Kirchheimer nur die Rekrutierung von Kandidaten. Ein Blick auf die Definition der Allerweltspartei von Kirchheimer lohnt, weil sich unschwer feststellen lässt, dass die beiden großen Parteien in Deutschland, Christdemokraten und Sozialdemokraten, auch heute noch deren Merkmale erfüllen.
Kirchheimer stellte als Kennzeichen für Allerweltsparteien heraus, dass nur große Parteien als solche erfolgreich sein könnten. Sie würden sich als „Phänomen des Wettbewerbs“ entwickeln, weil sie aus den jeweiligen Fehlern des Gegners lernten und Erfolgreiches kopierten. Schon Kirchheimer erkannte die Schwächung der alten gesellschaftlichen Klassen, an denen sich die Gesellschaft nicht mehr orientiere. Deshalb würden sich die Parteien immer weiter annähern und ideologische Komponenten beiseite schieben. Das Mitglied verliere an Bedeutung, die Parteispitze dagegen werde gestärkt. Wahlpropaganda solle nunmehr nicht mehr die eigene Klasse, sondern die ganze Bevölkerung erreichen. Parteien und Interessenverbünde seien zwar voneinander unabhängiger geworden, die Kontakte zu den Interessengruppen spielten aber nach wie vor eine wichtige Rolle.
1. Vorbemerkung: Der Autor erläutert seine persönliche Motivation und seine Erfahrungen als Parteimitarbeiter bei der SPD als Grundlage für diese Analyse.
2. Volksparteien in der Krise?: Dieses Kapitel analysiert theoretische Konzepte der Parteienforschung, von der Massenpartei über die Allerweltspartei bis hin zur Kartell- und Wählerpartei, und beleuchtet die aktuellen Krisenindikatoren.
3. Die SPD als Mitgliederpartei: Hier wird die zentrale Rolle der Parteimitglieder für die Finanzierung, Mobilisierung und Personalrekrutierung der SPD detailliert untersucht und die Problematik des Mitgliederschwunds analysiert.
4. Organisationsreformen in der SPD: Der Autor gibt einen Überblick über verschiedene Reformbemühungen der SPD, darunter „SPD 2000“ und „Demokratie braucht Partei“, und bewertet deren Erfolg im Umgang mit internen Herausforderungen.
5. Fazit und Ausblick: Zwischen rasendem Tanker und sinkendem Schiff: Das Fazit fasst die strategische Lage der SPD zusammen und bietet eine Einschätzung über die Zukunftsfähigkeit der Partei auf Wähler- und Organisationsebene.
SPD, Volkspartei, Mitgliederpartei, Parteienforschung, Reformfähigkeit, Professionalisierung, Parteiidentifikation, Mitgliederentwicklung, Wahlkampf, Organisationsreform, Wählermarkt, Parteienfinanzierung, Politische Strategie, Basisbeteiligung, Politische Kommunikation.
Die Diplomarbeit untersucht die Frage, ob die SPD zu Beginn des 21. Jahrhunderts trotz gesellschaftlicher Veränderungen und sinkender Mitgliederzahlen ihre Rolle als volksnahe Mitgliederpartei bewahren und strategisch reformfähig bleiben kann.
Die Arbeit fokussiert auf den Strukturwandel von Parteien, die Bedeutung der Mitgliederbasis für eine Großpartei sowie die Professionalisierung von Wahlkampfmethoden und Organisationsstrukturen innerhalb der SPD.
Das Ziel ist es, die interne Organisation der SPD kritisch zu hinterfragen und Wege aufzuzeigen, wie die Partei ihre Handlungs- und Strategiefähigkeit in einem volatilen politischen Umfeld sichern kann.
Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche Analyse, die auf klassischer vergleichender Parteienforschung, der Auswertung empirischer Daten zur Mitgliederentwicklung sowie Dokumentenanalysen interner Parteireformen basiert.
Der Hauptteil behandelt die vielfältigen Funktionen von SPD-Mitgliedern (Finanzierung, Multiplikator-Effekt, Personalrekrutierung), die Auswirkungen des Mitgliederschwunds und die Wirksamkeit bisheriger parteiinterner Reformkonzepte.
Die Arbeit ist maßgeblich geprägt durch Begriffe wie Volkspartei, Mitgliederpartei, Professionalisierung, Parteienkrise, Strategiefähigkeit und innerparteiliche Demokratie.
Der Autor unterscheidet diese Gruppen, um die Herausforderung für die Partei zu verdeutlichen, zwei völlig unterschiedliche Generationen von Neumitgliedern mit variierenden Partizipationsinteressen und Kommunikationspräferenzen in eine gemeinsame Organisationsstruktur zu integrieren.
Der Autor steht dem Netzwerk-Konzept skeptisch gegenüber, da es die klare Abgrenzung zwischen Parteimitgliedern und bloßen Sympathisanten verwischt und die Bindungskraft zur traditionellen Mitgliederpartei untergraben könnte.
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