Magisterarbeit, 2006
170 Seiten, Note: 1,1
1 Einleitung
2 Das Fernsehen im dualen Rundfunksystem der BR Deutschland
2.1 Das "Leitmedium" Fernsehen
2.2 Rechtliche Grundlagen des dualen Rundfunksystems
2.3 Die öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten
2.3.1 Struktur und Organisation
2.3.2 Finanzierung
2.4 Die privat-rechtlichen Rundfunkanstalten
2.4.1 Struktur und Organisation
2.4.2 Finanzierung
2.5 Der Wettbewerb um Einschaltquoten und seine Folgen
2.6 Die Konvergenzthese
3 Fernsehnachrichten
3.1 Fernsehnachrichten als Untersuchungsgegenstand
3.2 Nachrichtenangebot und Nachrichtenkonkurrenz im dualen Rundfunksystem der Bundesrepublik Deutschland
3.2.1 Tagesschau
3.2.2 heute
3.2.3 RTL aktuell
3.2.4 SAT.1 News
3.3 Die Konvergenzthese im Kontext der Fernsehnachrichten von ARD, ZDF, RTL und SAT.1
3.3.1 Ergebnisse zur Konvergenz auf Präsentationsebene
3.3.1.1 Dauer der Nachrichtenbeiträge
3.3.1.2 Visualisierungsgrad
3.3.1.3 Anteil von Korrespondentenberichten
3.3.1.4 Präsentationsdynamik
3.3.2 Ergebnisse zur Konvergenz auf inhaltlich-thematischer Ebene
3.4 Information und Unterhaltung: Infotainment in den Fernsehnachrichten
3.4.1 Nachrichtenformate
3.4.2 Infotainment-Elemente
3.4.3 Infotainment – Contra und Pro
4 Vom Ereignis zur Nachricht – Einflussfaktoren der Auslandsberichterstattung am Beispiel des Atomstreits
4.1 Einflussfaktoren der Auslandsberichterstattung im Fernsehen
4.1.1 Die Nachrichtenwert-Theorie
4.1.2 Die Rolle der Nachrichtenagenturen
4.1.3 Einflussnahme durch das politische System
4.2 Der Atomstreit als Medienereignis
4.2.1 Chronologie bedeutender Ereignisse im Atomstreit
4.2.1.1 Der Krisenverlauf bis zur Machtergreifung durch Präsident Ahmadinedschad
4.2.1.2 Die Verschärfung des Atomstreits unter Präsident Ahmadinedschad
4.2.2 Was macht den Atomstreit zum Medienereignis?
5 Methode der Untersuchung
5.1 Die Inhaltsanalyse
5.1.1 Gegenstand
5.1.2 Ziel
5.1.3 Probleme
5.2 Quantitative und qualitative Vorgehensweise
5.3 Vorgehensweise der quantitativen Frequenzanalyse
5.3.1 Voraussetzungen der Analyse
5.3.2 Analyseeinheiten und Untersuchungszeitraum
5.3.3 Die Hypothesen
5.3.4 Aufstellen des Kategoriensystems
5.3.4.1 Aufwand der Berichterstattung
5.3.4.2 Formale Präsentation
5.3.5 Kritische Methodenreflexion
5.3.5.1 Validität
5.3.5.2 Reliabilität
5.3.5.3 Objektivität
5.4 Vorgehensweise der qualitativen Einzelfallanalyse
5.4.1 Voraussetzungen der Analyse
5.4.2 Analyseeinheiten und Untersuchungszeitraum
5.4.3 Kategorien der Nachrichtenqualität
5.4.4 Die Hypothesen und ihre Operationalisierung
5.4.5 Strategien der Verallgemeinerung
5.5 Fazit
6 Ergebnisse der Inhaltsanalyse
6.1 Aufwand der Berichterstattung
6.1.1 Beachtung und Gewichtung des Atomstreits
6.1.2 Einsatz von Auslandskorrespondenten
6.1.3 Fazit
6.2 Präsentation
6.2.1 Journalistische Präsentationsform
6.2.2 Bildmotive
6.2.3 Visualisierungsgrad und durchschnittliche Einstellungslänge im Nachrichtenfilm
6.2.4 Moderation und Nachrichtenstudio
6.2.5 Bild- und Textillustrationen während der Moderation
6.2.6 Fazit
6.3 Inhaltliche Vielfalt, Verständlichkeit und Neutralität
6.3.1 Tagesschau
6.3.2 heute
6.3.3 RTL aktuell
6.3.4 SAT.1 News
6.3.5 Fazit
7 Zusammenfassung und Diskussion
Die vorliegende Magisterarbeit untersucht, inwieweit sich die Berichterstattung der öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten ARD und ZDF von den privaten Anbietern RTL und SAT.1 in der Darstellung des Atomstreits zwischen dem Westen und dem Iran unterscheidet. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, ob ein unterschiedlicher Aufwand in der Berichterstattung betrieben wird und ob die formale Präsentation des Ereignisses durch Elemente des Infotainments beeinflusst wird.
Die Kernfrage dieser Magisterarbeit soll daher sein, inwieweit sich die Berichterstattung der öffentlich-rechtlichen Fernsehkanäle ARD und ZDF – über ein spezielles, nachrichtenrelevantes und gleichzeitig auch sehr sensibel zu handhabendes Thema – von den beiden größten privaten Rundfunkanstalten RTL und SAT.1 unterscheidet bzw. nicht unterscheidet. Die Inhaltsanalyse soll diesbezüglich sowohl über formale als auch inhaltliche Charakteristika der Atomstreit-Berichterstattung Aufschluss geben.
Nach einer kurzen Einführung über die kaum zu überschätzende Relevanz des Fernsehens als Informations- und Unterhaltungsmedium werden im ersten Kapitel der Arbeit zunächst rechtliche, strukturelle und finanzielle Grundlagen des dualen Rundfunksystems in der Bundesrepublik erläutert, um die unterschiedlichen Ansprüche und Möglichkeiten der öffentlich-rechtlichen und privaten Fernsehanstalten zu beurteilen und einander gegenüberstellen zu können. Im Anschluss daran wird eine kontrovers geführte Diskussion zwischen MERTEN (1994; 1999) und KRÜGER (1998; 2005) zum Thema der Konvergenzthese vorgestellt, um daran anknüpfend eine Einschätzung zur Problematik der vermuteten Annäherung im deutschen Fernsehprogramm vorzunehmen.
Im zweiten Kapitel werden zunächst die zentrale Funktion und die damit einhergehende Bedeutung von Fernsehnachrichten aufgezeigt. Danach werden geschichtliche Eckdaten und kennzeichnende Eigenschaften der TAGESSCHAU sowie von HEUTE, RTL AKTUELL und den SAT.1 NEWS dargelegt. Daran anschließend wird anhand bereits bestehender Untersuchungen geprüft, wann und in welcher Hinsicht gegebenenfalls von einer Konvergenz der hier untersuchten Nachrichtensendungen gesprochen werden kann. Auf die dargelegten Befunde wird im späteren Analyseteil der Untersuchung mehrfach Bezug genommen. Ebenso grundlegend für die vorliegende Analyse ist der im Anschluss behandelte Teil über Merkmale und Formen von Infotainment sowie die vieldiskutierte Wirkung unterhaltsam gestalteter Informationsprogramme.
1 Einleitung: Die Einleitung definiert das Forschungsziel und die methodische Herangehensweise zur Untersuchung der Atomstreit-Berichterstattung in deutschen Nachrichtensendungen.
2 Das Fernsehen im dualen Rundfunksystem der BR Deutschland: Dieses Kapitel erläutert die rechtlichen, strukturellen und finanziellen Grundlagen des dualen Rundfunks sowie die kontroverse Konvergenzthese.
3 Fernsehnachrichten: Hier werden die zentrale Funktion der Nachrichten, die Profile der untersuchten Sendungen sowie der theoretische Rahmen von Infotainment dargelegt.
4 Vom Ereignis zur Nachricht – Einflussfaktoren der Auslandsberichterstattung am Beispiel des Atomstreits: Dieses Kapitel beschreibt Einflussfaktoren wie die Nachrichtenwert-Theorie und die Rolle von Nachrichtenagenturen am Beispiel der Iran-Krise.
5 Methode der Untersuchung: Hier wird die methodische Anlage der quantitativen und qualitativen Inhaltsanalyse, inklusive der Hypothesenbildung und Kriterien der Nachrichtenqualität, detailliert beschrieben.
6 Ergebnisse der Inhaltsanalyse: Dieses Kapitel präsentiert die Ergebnisse des Vergleichs bezüglich des Aufwands und der formalen sowie inhaltlichen Präsentation der Nachrichtenbeiträge.
7 Zusammenfassung und Diskussion: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und bewertet die unterschiedlichen Berichterstattungsmuster der öffentlich-rechtlichen und privaten Sender.
Atomstreit, Fernsehnachrichten, Inhaltsanalyse, Infotainment, Konvergenzthese, Auslandsberichterstattung, Nachrichtenwert-Theorie, Öffentlich-rechtlicher Rundfunk, Privater Rundfunk, Nachrichtenqualität, Medienereignis, Iran-Krise, Programmvergleich, Journalistische Präsentation, Nachrichtenagenturen.
Die Arbeit analysiert, wie die vier großen deutschen Nachrichtensendungen (ARD Tagesschau, ZDF heute, RTL aktuell, SAT.1 News) über den Atomstreit zwischen dem Westen und dem Iran berichtet haben.
Zentral sind der formale und inhaltliche Aufwand der Berichterstattung, der Einsatz von Infotainment-Elementen und die Frage der Annäherung (Konvergenz) zwischen öffentlich-rechtlichen und privaten Sendern.
Die Forschungsfrage lautet, inwieweit sich die Berichterstattung der öffentlich-rechtlichen Kanäle von den privaten Sendern unterscheidet und ob diese Unterschiede eine Tendenz zur Konvergenz aufweisen.
Der Autor nutzt eine Kombination aus einer quantitativen Frequenzanalyse und einer qualitativen Einzelfallanalyse der Nachrichtentexte vom 28. April 2006.
Der Hauptteil behandelt die Grundlagen des dualen Rundfunksystems, die Nachrichtenwert-Theorie, Einflussfaktoren der Auslandsberichterstattung sowie die detaillierte Inhaltsanalyse der ausgewählten Nachrichtensendungen.
Die wichtigsten Begriffe sind Fernsehnachrichten, Atomstreit, Konvergenzthese, Infotainment, Inhaltsanalyse und Nachrichtenqualität.
Die Nachrichtenwert-Theorie dient zur Erklärung, warum der Atomstreit ein zentrales Medienthema wurde und welche Kriterien Journalisten bei der Nachrichtenauswahl leiten.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass die öffentlich-rechtlichen Nachrichtensendungen den Atomstreit sachlicher, ausführlicher und neutraler präsentieren, während die privaten Sender eher zu einer dramatisierten, personalisierten und unterhaltenden Darstellung (Infotainment) neigen.
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