Diplomarbeit, 2006
112 Seiten, Note: 2,0
I. EINLEITUNG
II. GANG DER ARBEIT
1. RISIKOMANAGEMENT IM KREDITGESCHÄFT
1.1. RISIKOMANAGEMENT UND RISIKOCONTROLLING
1.1.1. RISIKOMANAGEMENT
1.1.2. RISIKOCONTROLLING
1.2. RISIKO UND RISIKOSYSTEMATISIERUNG
1.2.1. OPERATIVE RISIKEN
1.2.2. RISIKEN DES KREDITGESCHÄFTES
1.3. DER UMGANG MIT RISIKEN
1.3.1. RISIKOPOLITIK
1.3.2. RISIKOSTRATEGIE
1.3.3. RISIKOSTEUERUNG
1.3.4. RISIKOTRAGFÄHIGKEITSKALKÜL UND RISIKO-CHANCEN-KALKÜL
1.4. PORTFOLIOMANAGEMENT ALS SPEZIELLES RISIKOSTEUERUNGSINSTRUMENT
1.4.1. DIVERSIFIKATION DURCH GRANULARITÄT UND KORRELATION
1.4.2. PORTFOLIOMANAGEMENT AUS SICHT DES MANAGEMENTS
2. RECHTLICHE GRUNDLAGEN DES KREDITGESCHÄFTES
2.1. ANFORDERUNGEN DES KONTRAG UND KWG
2.2. MAK UND MARISK
2.3. BASEL II
2.3.1. QUANTITATIVE MINDESTANFORDERUNGEN
2.3.2. SUPERVISORY REVIEW PROCESS
2.3.3. MARKTDISZIPLIN
2.4. BASEL II IM KREDITGESCHÄFT
2.4.1. DER STANDARDANSATZ
2.4.2. DER BASIS-ANSATZ IRB UND FORTGESCHRITTENER IRB-ANSATZ
3. RISIKOMESSUNG UND RISIKOKAPITALALLOKATION
3.1. ERWARTETER UND UNERWARTETER VERLUST IM KREDITGESCHÄFT
3.1.1. ERWARTETER VERLUST
3.1.2. UNERWARTETER VERLUST
3.2. STATISTISCHE GRUNDLAGEN DES VALUE-AT-RISK
3.2.1. DIE (STANDARD-)NORMALVERTEILUNG
3.2.2. KOVARIANZ UND KORRELATIONSKOEFFIZIENT
3.3. VALUE-AT-RISK (VAR) UND CREDIT-VALUE-AT-RISK (CVAR)
3.3.1. SONDERFORMEN DES VAR
3.3.2. BESONDERHEITEN DES KREDITRISIKOS
3.3.3. RECHENMODELLE
3.3.4. GENERELLE KRITIK AM VALUE-AT-RISK
3.4. PRAKTISCHE KREDITRISIKOMODELLE DES CVAR
3.4.1. CREDITMETRICS™
3.4.1.1. BARWERTERMITTLUNG DES EXPOSURES
3.4.1.2. BERECHNUNG DER MIGRATIONSBARWERTE
3.4.1.3. ERMITTLUNG DES CREDIT-VALUE-AT-RISK
3.4.1.4. NOTWENDIGKEIT DER MONTE-CARLO-SIMULATION
3.4.1.5. KRITISCHE WÜRDIGUNG VON CREDITMETRICS™
3.4.2. CREDITRISK+™
3.4.3. CREDITPORTFOLIOVIEW™
3.5. FAZIT ZUM THEMA RISIKOMESSUNG UND RISIKOKAPITALALLOKATION AUS MANAGEMENTSICHT
4. RAPM ZUR RISK-/ RETURNORIENTIERTEN STEUERUNG DES KREDITGESCHÄFTES
4.1. KLASSISCHE STEUERUNG MITTELS RETURN ON EQUITY
4.2. HISTORIE UND STATUS QUO DES RISK-ADJUSTED PERFORMANCE MEASUREMENT
4.2.1. RORAC
4.2.2. RAROC
4.2.3. RARORAC
4.2.4. PROBLEME UND GRENZEN DER RAPM
4.3. ECONOMIC VALUE ADDED (EVA) UND SHAREHOLDER VALUE ANALYSE (SVA)
4.4. INTEGRIERTE RISIKO- UND RENDITESTEUERUNG
4.4.1. EINZELGESCHÄFTSSTEUERUNG MITTELS RISIKOADJUSTIERTEM PRICING
4.4.2. TEIL- UND GESAMTBANKSTEUERUNG MIT RORAC UND RARORAC
4.4.2.1. PROZESSDARSTELLUNG DER INTERGRIERTEN RISIKO-/ RENDITESTEUERUNG
4.4.2.2. INTEGRATION DES RORAC AUF IST- UND LIMIT-BASIS
4.4.2.3. INTEGRATION DES RARORAC
4.5. NEUE KENNZAHLEN - VAP UND VAC
5. SCHLUSSBETRACHTUNG
Die Arbeit verfolgt das Ziel, das Risikocontrolling als zentrales Instrument der modernen Banksteuerung zu etablieren. Sie untersucht, wie Kreditrisiken systematisch gemessen, bewertet und durch moderne Performancemaße (RAPM) in die Gesamtbanksteuerung integriert werden können, um den Unternehmenserfolg langfristig zu sichern.
1.2. RISIKO UND RISIKOSYSTEMATISIERUNG
Der Begriff Risiko entstammt ursprünglich dem Wort „riscare“ aus der Seefahrt. Es bedeutete übersetzt „eine Klippe umschiffen“ und kann problemlos in das heutige Wirtschaftsgeschehen übertragen werden.
Schierenbeck definiert den Begriff Risiko allgemein als „die in dem unzureichenden Informationsstand begründete Gefahr einer Verfehlung des bei aktuellen Umweltkonstellationen erzielbaren Erfolgs.“ Der unzureichende Informationsstand begründet sich mit der Unsicherheit über die Zukunft und potentielle Störungen. Auf das Kreditgeschäft einer Bank bezogen kann man das Kreditrisiko z. B. als die Gefahr verstehen, dass bei einem Kreditgeschäft der Schuldner den vereinbarten Kreditvertrag (Kapitaldienst) nicht vertragsgerecht erfüllt.
Im Schrifttum wird vermehrt darauf hingewiesen, dass Risiken nicht nur in der negativen Abweichung von den Zielen zu sehen sind, sondern auch im Vergeben sich auftuender Chancen (in der Literatur wird explizit Chancenmanagement als Bestandteil des Risikomanagements benannt). Risiko wird in Bezug auf das Risikomanagement „als das individuelle „In-Kauf Nehmen“ begleitender Gefahren im Rahmen eines jeglichen unternehmerischen Handelns und Entscheidens und als eine zu kalkulierende Größe eines möglichen, aber nicht gewünschten Ereignisses auf dem Weg der Zielerreichung verstanden.“
Die zweiseitige, eher mathematisch-statistische Definition von McKinsey fasst Risiko wie folgt zusammen: „Als Risiko wird […] eine positive oder negative Abweichung von ihrem erwarteten Wert bezeichnet.“ Die allgemeine mathematische Berechnung des Risikos wird mit der nachfolgenden Formel vorgenommen, die dann je nach Komplexität in verschiedene statistische quantitative Verfahren mündet.
1. RISIKOMANAGEMENT IM KREDITGESCHÄFT: Dieses Kapitel definiert die Grundlagen des Risikomanagements und Risikocontrollings sowie die Systematisierung verschiedener Risikoarten, mit Fokus auf die spezifischen Herausforderungen im Kreditgeschäft.
2. RECHTLICHE GRUNDLAGEN DES KREDITGESCHÄFTES: Hier werden die regulatorischen Rahmenbedingungen analysiert, insbesondere die Auswirkungen von Basel II, MaK und MaRisk auf die organisatorischen Anforderungen in Banken.
3. RISIKOMESSUNG UND RISIKOKAPITALALLOKATION: Das Kapitel erläutert Verfahren zur Quantifizierung von Risiken, insbesondere den Value-at-Risk, und stellt gängige Kreditrisikomodelle vor.
4. RAPM ZUR RISK-/ RETURNORIENTIERTEN STEUERUNG DES KREDITGESCHÄFTES: Dieser Teil behandelt die risikoadjustierte Performancemessung mittels Kennzahlen wie RoRaC und RaRoRaC sowie Ansätze zur wertorientierten Steuerung (EVA/MVA).
5. SCHLUSSBETRACHTUNG: Die Arbeit fasst die Entwicklung des Risikocontrollings zusammen und diskutiert den zukünftigen Bedarf zur Integration von Personal- und Kundenkennzahlen in eine ganzheitliche Steuerung.
Risikomanagement, Risikocontrolling, Kreditrisiko, Value-at-Risk, Basel II, Risikotragfähigkeit, Portfoliomanagement, Eigenkapital, RoRaC, RaRoRaC, Performancemessung, Economic Value Added, Unternehmenssteuerung, Kreditgeschäft, Banksteuerung.
Die Arbeit analysiert das Risikocontrolling als ein modernes Instrument der Unternehmensführung in Banken, mit besonderem Fokus auf die integrierte Risiko- und Renditesteuerung im Kreditgeschäft.
Zentrale Themen sind die mathematische Risikomessung (insbesondere Value-at-Risk), regulatorische Anforderungen (Basel II) sowie Methoden der risikoadjustierten Performance-Steuerung (RAPM).
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie Kreditrisiken systematisch gemessen und durch geeignete Performancemaße in die Gesamtbanksteuerung überführt werden können, um eine wertorientierte Unternehmenssteuerung zu ermöglichen.
Die Arbeit kombiniert theoretische Analysen und Definitionen mit quantitativen Verfahren zur Risiko- und Performancemessung (z.B. Migrationsmatrizen, Monte-Carlo-Simulation).
Im Hauptteil werden neben den rechtlichen Rahmenbedingungen verschiedene Kreditrisikomodelle (CreditMetrics, CreditRisk+) sowie Konzepte zur Performancemessung (RoE, RoRaC, RaRoRaC, EVA) detailliert analysiert.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Risikomanagement, Kreditrisiko, Value-at-Risk, Basel II und risikoadjustierte Performancemessung (RAPM) charakterisiert.
Während der RoE das Eigenkapital als Bezugsbasis nutzt, verwendet der RaRoRaC das tatsächliche ökonomische Kapital bzw. Risikokapital, um eine risikogerechtere Performancemessung auf Einzelgeschäftsebene zu ermöglichen.
VAP (Value added per Person) und VAC (Value added per Customer) ergänzen die rein kapitalorientierte Steuerung, indem sie das Personal bzw. den Kunden als zentralen Werthebel für den Unternehmenserfolg in den Fokus rücken.
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