Magisterarbeit, 2007
104 Seiten, Note: 2
Einleitung
1 Theorien des Zweitspracherwerbs
1.1 Behavioristische Theorien
1.1.1 Kontrastivhypothese
1.1.1.1 Interferenz
1.1.1.2 Transfer
1.2 Universalgrammatik
1.2.1 Positive und negative Evidenz
1.2.2 Prinzipien und Parameter
1.2.3 UG Prinzipien
1.2.4 UG Parameter
1.2.5 Universalgrammatik im Zweitspracherwerb
1.2.6 Bewertung des Ansatzes der Universalgrammatik
1.3 Identitätshypothese
1.4 Neuere kognitive Modelle
1.4.1 Verarbeitungstheorien
1.4.1.1 Informationsverarbeitendes Modell
1.4.1.2 Das ACT Modell
1.4.2 Konstruktionistischer Ansatz: Connectionism
1.4.2.1 Connectionism und Zweitspracherwerb
1.4.3 Bewertung kognitiver Ansätze
2 Didaktische Methoden
2.1 Grammatik-Übersetzungsmethode
2.2 Audiolinguale Methode
2.3 Communicative language learning
2.4 Total physical response
2.5 The silent way
2.6 Task-based language learning
3 Grammatikvermittlung
3.1 Definition von Grammatik
3.2 Induktive und deduktive Grammatikvermittlung
3.3 Stand der Unterrichtspraxis
3.4 Methodische Operationen in der Grammatikvermittlung
3.4.1 Feedback-Optionen
3.4.2 Performanz-Optionen für Lerner
3.4.2.1 Aktivitäten in der fokussierten Kommunikation
3.4.2.2 Merkmals-fokussierte Vermittlung
3.4.2.2.1 Explizite Grammatikvermittlung
3.4.2.2.2 Implizite Instruktion
3.4.2.2.2.1 Input-orientierte Optionen
3.4.2.2.2.2 Output-orientierte Optionen
3.5 Fazit
4 Präpositionen
4.1 Syntaktische Funktionen
4.1.1 Partikelverben und Präpositionalverben
4.2 Grammatikalisierung
4.3 Grammatikalisierte Präpositionen
4.3.1 Syntaktische Funktionen der grammatikalisierten Präposition “of”
4.3.1.1 Komplement in NPs
4.3.1.2 Komplement in AdjPs und AdvPs
4.3.1.3 Komplement in VPs und PPs
4.3.1.4 Andere Funktionen von “of”
4.4 Semantische Eigenschaften von Präpositionen
4.4.1 Lexikalische Eigenschaften englischer Präpositionen
4.5 Die Präposition “over”: eine polyseme Kategorien
4.5.1 Merkmale räumlicher Kategorien
4.5.1.1 Ein prototypisches Modell am Beispiel der Präposition “over”
4.5.1.1.1 ABOVE/ACROSS
4.5.1.1.2 ABOVE
4.5.1.1.3 BEDECKUNG
4.5.1.1.4 Anwendungsbeispiele für das prototypische Modell
4.6 Fazit
5 Schulbuchanalyse
5.1 Lexikalische Präpositionen
5.2 Präpositional- und Partikelverben
5.3 Gerundium
5.4 Temporale Präpositionen
5.5 Fazit der Schulbuchanalyse
6 Schlußfolgerungen
6.1 Anwendungsmöglichkeiten im Unterricht
7 Ausblick
Das Ziel der Arbeit ist es, die Herausforderungen bei der Vermittlung von Präpositionen im Zweitspracherwerb zu analysieren und ein integratives, auf der Prototypentheorie basierendes Modell vorzustellen, das den Lernaufwand durch das Aufzeigen systematischer Strukturen reduzieren soll.
4.5 Die Präposition “over”: eine polyseme Kategorien
Ein Blick auf die unterschiedlichen Verwendungen am Beispiel der Präposition over aus BRUGMAN & LAKOFF 1988: 477 zeigt, dass es sich um eine hochgradig komplexe und polyseme Kategorie handelt, die den Anschein von Willkürlichkeit präpositionaler Verwendungen erweckt:
The painting is over the mantel.
The plane is flying over the hill.
Sam is walking over the hill.
Sam lives over the hill.
The wall fell over.
Sam turned the page over.
Sam turned over.
She spread the tablecloth over the table.
The guards were posted all over the hill.
The play is over.
Do it over, but don't overdo it.
Look over my corrections, and don't overlook any of them.
You made over a hundred errors.
Die verschiedenen Verwendungen von over lassen sich hinsichtlich ihrer semantischen Merkmale kaum mit merkmalsbasierten Theorien mit notwendigen und ausreichenden Merkmalen beschreiben, wie BRUGMAN & LAKOFF 1988 feststellen. Unter Polysemie verstehen sie, dass die unterschiedlichen lexikalischen Bedeutungen eines Wortes miteinander verbunden sind – im Gegensatz zur Homonymie, in der die unterschiedlichen Bedeutungen nicht miteinander verbunden sind, wie dies zum Beispiel bei diesen beiden Bedeutungen von bank der Fall ist: einerseits Ufer, andererseits die Bank als Geldinstitut. Das Konzept der Polysemie soll helfen, lexikalische Ambivalenz zu erklären (ibid.: 477).
1 Theorien des Zweitspracherwerbs: Das Kapitel bietet einen Überblick über verschiedene Erwerbstheorien, von behavioristischen Ansätzen bis hin zu moderneren kognitiven Modellen.
2 Didaktische Methoden: Es werden zentrale Ansätze der Fremdsprachenvermittlung wie die Grammatik-Übersetzungsmethode oder der kommunikative Ansatz diskutiert.
3 Grammatikvermittlung: Das Kapitel erörtert die Rolle und Notwendigkeit von Grammatikunterricht sowie methodische Optionen der Vermittlung.
4 Präpositionen: Hier werden Präpositionen linguistisch untersucht, wobei ein Schwerpunkt auf der kognitiven Modellierung von Mehrdeutigkeit liegt.
5 Schulbuchanalyse: Das Kapitel untersucht, wie die theoretischen Erkenntnisse zu Präpositionen in aktuellen Schulbüchern praktisch umgesetzt werden.
6 Schlußfolgerungen: Eine Synthese der Erkenntnisse mit Hinweisen auf den Einsatz prototypischer Modelle im Unterricht.
7 Ausblick: Überlegungen zu zukünftigem Forschungsbedarf und zur Anwendung des Modells im Unterricht.
Zweitspracherwerb, Präpositionen, kognitive Linguistik, Universalgrammatik, Didaktik, Prototypentheorie, Mehrdeutigkeit, Grammatikvermittlung, Interlanguage, Schulbuchanalyse, Partikelverben, kognitive Modelle, Polysemie, Task-based Language Teaching, Sprachvermittlung.
Die Arbeit analysiert die Herausforderungen, die englische Präpositionen für Lerner einer Zweitsprache darstellen, und schlägt ein integratives Modell vor, um diese systematisch zu vermitteln.
Zentrale Themen sind Theorien zum Zweitspracherwerb, didaktische Lehrmethoden, die grammatische Struktur von Präpositionen sowie deren Analyse in gängigen Englisch-Schulbüchern.
Das Ziel ist es, den Lernaufwand für Präpositionen durch das Aufzeigen systematischer, auf der Prototypentheorie basierender Zusammenhänge zu verringern.
Es handelt sich primär um eine theoretische Arbeit, die kognitiv-linguistische Modelle (insb. von Brugman & Lakoff) auf die Didaktik anwendet und diese mit einer Analyse von Schulbuchinhalten kombiniert.
Der Hauptteil beleuchtet zunächst Lerntheorien und didaktische Ansätze, geht dann tiefgreifend auf die Syntax und Semantik von Präpositionen ein und analysiert abschließend die Umsetzung dieser Inhalte in verschiedenen Englisch-Lehrwerken.
Die wichtigsten Begriffe sind Zweitspracherwerb, Präpositionen, kognitive Linguistik, Prototypentheorie, Grammatikvermittlung und Schulbuchanalyse.
Da sie oft idiomatisch sind und ihre Bedeutung nicht einfach aus den Einzelteilen ableitbar ist, erfordern sie einen hohen Lernaufwand und eine Unterscheidung anhand von Betonungsmustern, die Anfängern oft unklar bleibt.
Der Autor betont, dass visuelle Hilfsmittel und Schemata, die auf der Prototypentheorie basieren, den Lernprozess erheblich erleichtern könnten, was in aktuellen Schulbüchern jedoch noch zu selten genutzt wird.
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