Diplomarbeit, 2007
123 Seiten, Note: gut
1. Einleitung
2. Lateinamerika im Lichte der Bolivarischen Revolution
2.1. Gegenwärtige politische Tendenzen in Lateinamerika
2.2. Chávez, Morales, Correa - die indianischen Revolutionsführer ?
2.2.1. Revolution zwischen Öl und Medien
2.3. Chávez – Neuer Messias, Zweiter Castro, Nachfolger Bolivars……..
2.3.1. Wer ist Hugo Chávez Frias
2.3.2. Die bolivarischen Anfänge von Chávez
2.3.3. Die Bolivarische Doktrin
2.3.3.1. Der Schwur von Monte Sacro
2.3.3.2. Baum der Drei Wurzeln
2.3.3.3. Nur eine Minute
2.3.4. Die Bolivarische Revolution
2.3.5. Die „Bolivarische Revolution“ außerhalb Venezuelas
3. El Libertador – Simón Bolivar
3.1. Seine Herkunft
3.2. Die Spanische Herrschaft und der frühe Bolívar
3.2.1 Die Conquista
3.2.2. Die Soziale Struktur des kolonialen Lateinamerika
3.3. Bolívars Lehrjahre
3.4. Bolívars erstes politisches Manifest
3. 5. Bolívars Rolle in der Independencia
3.5.1. Die Besonderheiten der südamerikanischen Unabhängigkeitsbewegung
3.5.2. Der Freiheitskampf und der Kongress von Angostura
3.5.2.1. Das Kolumbien des Bolívar (1819-1830)
3.5.3. Die Präsidentschaft Bolívars – Vorstellungen, Ziele und Konflikte
3.5.4. Auseinandersetzungen mit der kreolischen Oberschicht – Bolívar und die soziale Komponente
3.5.5. Bolivar - ein Föderalist oder ein Zentralist?
3.6. Kongress von Panama – Vorstellungen eines geeinten Amerikas
3.7. Bolìvar und die Frauen
4. Bolívar und seine Vorstellungen des Staates
4.1. Der Staat und die Religion
4.2. Bolívar und die Verfassung Boliviens
5. Die Widersprüche bei Bolívar
5.1. Bolivar und die Diktatur
5.2. Staatenlenkung
5.3. Das Ende des politischen Bolívar
5.4. Die Verklärung
6. Von Visionen und Revolutionen
6.1. Che Guevara und Simon Bolívar – Die Mythen
6.2. Bolívar und „seine“ Revolutionen
7. Die „Bolivarische Republik Venezuela“
7.1. Das Bolivarische System und der Chavismo in kritischen Analysen
7.2. Die bolivarische Verfassung
7.3. Venezuela – ein hybrides System?
7.4. Das „Bolivarische System“ in der internationalen Beobachtung
8. El Culto a Bolívar
8.1. Bolivarischer Kult oder Chavismo?
9. Venezuela heute als: „Bolivarische Revolutionsrepublik“
10. Resumée
Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Figur Simón Bolívar und deren Rezeption sowie instrumentelle Nutzung durch zeitgenössische lateinamerikanische Politiker, insbesondere Hugo Chávez. Ziel ist es, die Verbindung zwischen historischen revolutionären Visionen und den aktuellen politischen Umbrüchen in Lateinamerika objektiv zu analysieren und kritisch zu hinterfragen.
3.5.2.1. Das Kolumbien des Bolívar (1819-1830)
Dieser große Staat, der von Bolívar gegründet und durch den Zusammenschluss von Venezuela, Neugranada und Quito entstanden war, hatte eine Lebensdauer von 10 Jahren, von 1819 bis 1830. “Gran Colombia” (Großkolumbien) wurde zur Hoffnung für den Fortschritt seiner Mitgliedsländer, die durch die gleichen Ursprünge, Bräuche, Probleme und geographischen Zonen verbunden waren. Die Bemühungen gingen darum, zu einer “regionalen Integration” innerhalb eines großen politischen Blocks zu gelangen. Dies war der Traum des Befreiers Simón Bolívar, welcher glaubte, dass nur mächtige Staaten genügend Macht erlangen könnten, um innerhalb der Weltpolitik abzuwägen und zu entscheiden und Protagonisten der Geschichte zu sein und nicht bloß Objekte, die von den Großmächten im Weltgefüge der Nationen herummanövriert werden. Von dieser Überlegung aus ist seine Besorgnis für die Konsolidierung von “Gran Colombia” (Großkolumbien) und die Einberufung des amphiktyonischen Kongresses in Panamá zu verstehen.
Die entscheidende Phase des Unabhängigkeitskampfes begann mit Bolívars erneuter Landung in Venezuela 1816. Der Libertador vermochte sowohl die spanische Kolonialmacht zurückzudrängen als auch den Streitigkeiten und Spannungen innerhalb der republikanischen Kräfte Einhalt zu gebieten. Diese militärisch, politisch und kulturell fragmentierte Befreiungsbewegung versuchte Bolívar durch den Kongress von Angostura, der den Grundstein für eine venezolanische Nation legen sollte, zu einen. Im Namen der nach seinen Vorstellungen gegründeten Republik sollte der militärische Kampf fortgesetzt werden. Am 15. Februar 1819 trat der Kongress in Angostura, einem Städtchen am Orinoco, zusammen. In der „Rede von Angostura“ äußerte Bolívar sehr konkrete Vorstellungen über die künftige Verfassung Venezuelas. Dabei musste in Betracht gezogen werden, dass auf dem Territorium Spanisch – Amerikas keine vorpolitische Gemeinschaft existierte, in deren Namen der Befreiungskampf geführt werden konnte. Aus diesem Grund zieht sich leitmotivisch der zur späteren Mythologisierung geradezu prädestinierte, ursprüngliche Gründungsakt, der eine Vielzahl unterschiedlicher Menschen zur Nation konstituierte, durch Bolívars politisches Denken und Handeln.
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die untrennbare Verbindung zwischen Simón Bolívar und der Geschichte Südamerikas dar und führt in die Fragestellung ein, ob Chávez die Visionen Bolívars tatsächlich umsetzt oder den Namen für populistische Zwecke missbraucht.
2. Lateinamerika im Lichte der Bolivarischen Revolution: Dieses Kapitel behandelt die Ausbreitung der „Bolivarischen Revolution“ unter Chávez als propagierten „Neuen Weg“ und untersucht die politischen Tendenzen in den Andenstaaten.
3. El Libertador – Simón Bolivar: Hier wird der historische Simón Bolívar, sein Leben, sein Wirken als „Libertador“ und seine politischen Vorstellungen im Kontext der Unabhängigkeitsbewegungen und der kolonialen Sozialstruktur analysiert.
4. Bolívar und seine Vorstellungen des Staates: Dieses Kapitel erörtert Bolívars Auffassungen zur Rolle von Staat und Religion sowie seine Entwürfe für eine Verfassung, speziell am Beispiel Boliviens.
5. Die Widersprüche bei Bolívar: Eine kritische Auseinandersetzung mit Bolívars ambivalenter Haltung zu Diktatur und Staatenlenkung, sowie dem Scheitern seiner politischen Visionen am Ende seines Lebens.
6. Von Visionen und Revolutionen: Dieser Teil vergleicht Bolívar im historischen Kontext mit anderen revolutionären Figuren wie Napoleon und Che Guevara und reflektiert deren mythische Überhöhung.
7. Die „Bolivarische Republik Venezuela“: Das Kapitel analysiert die Machtübernahme von Hugo Chávez, die Bedeutung seiner "Bolivarischen Verfassung" und das Funktionieren des Systems Venezuela als potenziell hybrides Regime.
8. El Culto a Bolívar: Eine Untersuchung des Personenkults um Simón Bolívar, dessen Steigerung durch Chávez und die instrumentelle Nutzung dieser historischen Identität für politische Zwecke.
9. Venezuela heute als: „Bolivarische Revolutionsrepublik“: Abschließende Betrachtung der stabilen, aber qualitativ erodierenden Demokratie Venezuelas unter dem Eindruck von Ölboom, sozialer Polarisierung und der politischen Rhetorik des Chavismo.
10. Resumée: Die Zusammenfassung resümiert die Widersprüche Bolívars als historische Person und zieht Bilanz über sein fortdauerndes Erbe und dessen moderne Interpretation.
Simón Bolívar, Hugo Chávez, Bolivarische Revolution, Venezuela, Lateinamerika, Unabhängigkeitsbewegung, Independencia, Populismus, Politische Visionen, Soziale Reformen, Staatskonzeption, Machtausübung, Historische Mythen, Chavismo, Politische Transformation.
Die Diplomarbeit befasst sich mit der Person Simón Bolívar und dem Einfluss seiner politischen Visionen auf die heutige politische Landschaft Lateinamerikas, insbesondere im Hinblick auf das System des venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez.
Zu den Schwerpunkten zählen die historische Analyse von Simón Bolívars Wirken, die Entstehung und Verbreitung der "Bolivarischen Revolution", der Vergleich zwischen historischen und modernen "linken" Revolutionären sowie eine kritische Untersuchung des politischen Systems Venezuelas unter Chávez.
Das Ziel ist die objektive Analyse der Rolle Bolívars für heutige Revolutionäre: Wird sein Erbe idealistisch umgesetzt oder dient es als populistisches Mittel zur Machterhaltung und Profilierung?
Der Verfasser nutzt eine Analyse von Sekundärliteratur im Sinne der klassischen Hermeneutik, ergänzt durch Recherchen in großen europäischen Zeitungs- und Zeitschriftenarchiven sowie die Einbeziehung zeitgenössischer politischer Dokumente und Internetquellen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Aufarbeitung des Lebens und Denkens von Bolívar, eine detaillierte Betrachtung der "Bolivarischen Revolution" in Venezuela und deren Auswirkungen auf andere lateinamerikanische Staaten sowie die Analyse des aktuellen politischen Systems Venezuelas.
Die Arbeit ist durch Begriffe wie "Bolivarismus", "Chavismo", "Hybrides System", "Autoritäre Demokratie", "Personenkult" und "Lateinamerikanische Unabhängigkeitsbewegung" geprägt.
Der Autor stellt eine ambivalente Haltung fest: Einerseits nutzt Chávez Bolívar als moralische Instanz und Symbol für soziale Gerechtigkeit, andererseits scheint er historische Fakten und Ideale für eine autokratische Machterweiterung und persönliche Profilierung zu instrumentalisieren.
Besonderer Wert wird auf Manuela Saenz als "Libertadora" gelegt, die nicht nur Bolívars treueste politische Verbündete und Geliebte war, sondern auch eine bedeutende Rolle in den Unabhängigkeitsbestrebungen spielte und oft als erste Feministin Amerikas betrachtet wird.
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