Diplomarbeit, 2007
92 Seiten, Note: 1,3
1 Problemstellung
2 Auswirkungen von IPTV auf die Programmvielfalt
2.1 Einfluss unbegrenzter Übertragungsmöglichkeiten auf die Vielfalt
2.2 Einfluss der Finanzierungsform auf die Vielfalt
2.3 Zwischenfazit
3 Auswirkungen von IPTV auf die Programmqualität
3.1 Einfluss der Finanzierungsform auf die Qualität
3.2 Einfluss unbegrenzter Übertragungsmöglichkeiten auf die Qualität
3.3 Zwischenfazit
4 Einfluss des öffentlich-rechtlichen Rundfunks auf das private IPTV-Angebot
5 Fazit
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, die Auswirkungen des neuen Übertragungswegs IPTV auf die Vielfalt und Qualität des Fernsehangebots unter Zuhilfenahme verschiedener ökonomischer Modelle der Programmwahl zu analysieren und die volkswirtschaftliche Wohlfahrtswirkung sowie die Notwendigkeit öffentlicher Förderung zu bewerten.
1 Problemstellung
„Nix bliev wie et wor“ (Kölsches Grundgesetz)
Im Laufe der letzten 50 Jahre hat der technologische Fortschritt beständig neue Möglichkeiten hervorgebracht, um Fernsehinhalte zu den Zuschauern zu transportieren. Zum terrestrischen Fernsehempfang über die Hausantenne kam die Übertragung via Kabel und Satellit hinzu. Seit einigen Jahren ist es nun auch möglich, Programme über das Internet zu versenden, womit sich für die Fernsehanbieter ein vierter Übertragungsweg eröffnet. Dieser vierte Weg weist einige Charakteristika auf, durch die er sich von den bisher genutzten Pfaden unterscheidet. So gehören Sorgen bezüglich begrenzter Übertragungskapazitäten der Vergangenheit an.
Welche Implikationen die neue Übertragungsmöglichkeit genannt „IPTV“ für die tatsächliche Programmvielfalt (definiert als Anzahl unterschiedlicher Programmangebote) hat, darüber scheiden sich die Geister. Während zum Beispiel Thomas Langheinrich, Präsident der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg, mit einer ähnlichen Vielfalt wie bei den anderen Übertragungswegen rechnet (vgl. Langheinrich 2006, S. 4), erwartet Jeffrey Hart vom Political Science Department der Indiana University eine viel größere Angebotsvielfalt, „not unlike the greater diversity of audio offerings that occured with the transition from LP records to digital compact discs“ (Hart 2004, S. 214).
1 Problemstellung: Einleitung in die technologischen Entwicklungen des Fernsehens und Darstellung der divergierenden wissenschaftlichen Einschätzungen zu den Auswirkungen von IPTV.
2 Auswirkungen von IPTV auf die Programmvielfalt: Theoretische Untersuchung, wie technologische Kapazitätserweiterungen und verschiedene Finanzierungsformen die Vielfalt des Programmangebots beeinflussen.
3 Auswirkungen von IPTV auf die Programmqualität: Analyse der Investitionsanreize in die Programmqualität unter Berücksichtigung von Wettbewerbs- und Finanzierungseffekten.
4 Einfluss des öffentlich-rechtlichen Rundfunks auf das private IPTV-Angebot: Diskussion der ökonomischen Rechtfertigung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und seiner Interaktion mit privaten Anbietern im Internet-Zeitalter.
5 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Wohlfahrtswirkungen von IPTV und Ausblick auf zukünftige regulatorische Herausforderungen.
IPTV, Programmvielfalt, Programmqualität, Medienökonomie, Public-Choice-Theory, Breitbandnetz, Nutzergebühren, Werbefinanzierung, Wohlfahrtsökonomie, Monopolistischer Wettbewerb, Digitalisierung, Internet-Protokoll, Rundfunkregulierung, Preisdiskriminierung, Sendeinfrastruktur.
Die Arbeit analysiert medienökonomisch die Auswirkungen von IPTV als neuen Übertragungsweg auf die Qualität und Vielfalt der TV-Inhalte.
Im Fokus stehen die Programmvielfalt, die Programmqualität, der Einfluss verschiedener Finanzierungsmodelle und die Rolle des öffentlich-rechtlichen Rundfunks.
Das Ziel ist es, mit Hilfe von ökonomischen Modellen zu klären, wie IPTV die volkswirtschaftliche Wohlfahrt beeinflusst und ob sich daraus Förderanreize ergeben.
Es werden theoretische Modelle der Programmwahl (z.B. Noam, Spence & Owen, Armstrong & Weeds) sowie mikroökonomische Ansätze verwendet.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Programmvielfalt bei unbegrenzter Kapazität, die Untersuchung der Programmqualität und eine kritische Auseinandersetzung mit der Rolle des öffentlich-rechtlichen Rundfunks im IPTV-Markt.
Zentrale Begriffe sind IPTV, Programmvielfalt, Programmqualität, Medienökonomie und Wohlfahrtsökonomie.
Die Arbeit diskutiert, dass diese Gebühr zwar die Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Auftrags sicherstellt, aber laut Kritikern private Investitionen und Innovationen im Bereich des interaktiven Fernsehens behindern könnte.
Dieses Modell hilft zu erklären, warum Pay-TV-Anbieter bei Nutzergebührenfinanzierung Anreize haben, eine höhere, nachfragegerechtere Programmqualität zu liefern als werbefinanzierte Sender.
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