Magisterarbeit, 2003
98 Seiten, Note: 1,5
Diese Arbeit analysiert die Entwicklung und die theoretischen Herausforderungen des biografischen Genres in der Literaturwissenschaft, insbesondere im Kontext der Geschlechterforschung. Sie beleuchtet die Ambivalenz der Biographie als wissenschaftliches und literarisches Genre, die sich zwischen Konstruktionen von Identität und der Repräsentation von Wirklichkeit bewegt.
Das erste Kapitel behandelt die ambivalente Stellung der Biographie in der Literaturwissenschaft. Es beleuchtet die Kritikpunkte, die dem Genre entgegengebracht werden, sowie die neuen wissenschaftlichen Impulse, die dem Genre neue Bedeutung verleihen. Kapitel 2 untersucht den Paradigmenwechsel in der Geschlechter- und Autorkonzeption seit dem 18. Jahrhundert und zeigt die Veränderungen im Verhältnis von Öffentlichkeit und Privatheit sowie die wachsende Bedeutung der Kategorie „Geschlecht“ für die literarische Produktion auf. Das dritte Kapitel befasst sich mit der Entwicklung der Biographie im 19. Jahrhundert, insbesondere mit dem Konzept der „Größe“ und der Beziehung zwischen Biographie und Bildungsroman.
Kapitel 4 analysiert die Situation der Biographie im 20. Jahrhundert, das als eine Zeit des Grenzraums zwischen konkurrierenden Ansprüchen bezeichnet wird. Dieses Kapitel beleuchtet die Veränderungen in der Biographik nach 1920, 1945 und 1970 sowie die Debatten um die Rolle des Autors und des Lesers in der Biografie. Das fünfte Kapitel widmet sich dem Fall der Schriftstellerin Marieluise Fleißer und analysiert unterschiedliche biographische Versuche, ihre Lebensgeschichte zu rekonstruieren.
Biographie, Literaturwissenschaft, Geschlechterforschung, Autorkonzeption, Identitätskonstruktion, Textinterpretation, Authentizität, Objektivität, Paradigmenwechsel, 18. Jahrhundert, 19. Jahrhundert, 20. Jahrhundert, Marieluise Fleißer
Ziel ist der Brückenschlag zwischen der Lebensbeschreibung einer Person und der Analyse ihres literarischen Werks.
Die Kategorie Geschlecht prägt Darstellungsmuster massiv. Bei Autorinnen wie Marieluise Fleißer werden Leben und Werk oft auf ein einfaches Entsprechungsverhältnis mit selbsttherapeutischer Funktion reduziert.
Es ist eine theoretische Strömung, die den Fokus allein auf den Text legt. Die Arbeit untersucht die spätere „Wiederkehr des Autors“ und die damit verbundene Revitalisierung der Biographie.
Die Arbeit analysiert drei Biographien und zeigt, wie traditionelle Deutungsmuster (z. B. Naivität oder verhinderte Kreativität) die Wahrnehmung ihrer Person und ihres Werks beeinflussen.
Biographie ist selten eine objektive Abbildung (Repräsentation) der Wirklichkeit, sondern oft eine sprachliche Konstruktion, die durch den Zeitgeist und die Perspektive des Biographen geprägt ist.
Anhand dieses Stücks wird detailliert untersucht, wie Biographen die Verbindung zwischen Fleißers realen Lebenserfahrungen und ihrer literarischen Fiktionalisierung herstellen.
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