Diplomarbeit, 2005
173 Seiten, Note: 1,0
1.0. Einleitung
1.1. Erkenntnisinteresse der Studie
2.0. Begriffsklärung
2.1. Definition "Selbsthilfe"
2.2. Definition "Selbsthilfegruppe"
2.3. professionelle Selbsthilfeunterstützer
3.0. Leistungspotentiale/-grenzen von Selbsthilfegruppen im Spiegel der einschlägigen Forschungsliteratur
3.1. Leistungspotentiale von Selbsthilfegruppen
3.1.1. Selbsthilfegruppen als vierte Säule des Sozialstaates
3.1.2. Selbsthilfegruppen als Bestandteil des Gesundheitswesens
3.2. Leistungsgrenzen- und Problempotentiale
3.2.1. Ausgangslage
4.0. Darstellung der Forschungsmethodik
4.1. Methodologische Vorüberlegungen
4.1.1. Qualitatives Experteninterview
4.2. Durchführung
4.2.1. Zugang zum Feld und Beschreibung des Vorgehens
5.0. Problemkonstellationen in Selbsthilfegruppen aus der Perspektive von Professionellen - Ergebnisse der Studie
5.1. Auswertungsverfahren
5.2. Portraitierung der Interviewpartner
5.3. Ergebnispräsentation
5.3.1. Problemkonstellationen/Leistungsgrenzen innerhalb des Organisationssystems Selbsthilfegruppe
5.3.2. Problemkonstellationen/Leistungsgrenzen in Bezug auf Anforderungen durch das professionelle System und umgekehrt
5.3.3. Problemkonstellationen/ Scheiterungsgründe in einer Selbsthilfegruppe für den Einzelnen
5.3.4. "Heiße Eisen" in der Selbsthilfeszene oder in den Reihen der SH/-unterstützer
5.3.5. Erfassen des Bedarfes an Fortbildungsangeboten
5.3.6. Analyse der Argumentationsstruktur der Interviewten
5.3.7. Reliabilität der Aussagen
5.4. Fehlerdiskussion
6.0. Zukünftiger Forschungsbedarf/offene Fragen
Die vorliegende Arbeit untersucht das bisher wissenschaftlich unterrepräsentierte Feld der Leistungsgrenzen und Problemkonstellationen in Selbsthilfegruppen aus der Sicht professioneller Selbsthilfeunterstützer. Ziel ist es, durch eine explorative Studie erste Indizien für Phänomene der Überforderung, strukturelle Schwierigkeiten und die Zusammenarbeit mit dem professionellen System zu gewinnen, um ein tieferes Verständnis für die Realität dieser Gruppen zu entwickeln.
1.0. Einleitung:
Ruppert Neudeck Vorsitzender der Flüchtlingshilfeorganisation "Cap Anamour" und der Organisation "Grüne Helme", äußerte sich zur Hilfe der UN in den zu Weihnachten von einer Tsunami verwüsteten Ländern Südostasiens, in einem sehr eloquenten Artikel vom 06.01.2005 in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Sinngemäß wiedergegeben stand da zu lesen, dass er die Vorgehensweise der UN für unwürdig halte, die erst damit beginne "protzige" Logistik, wie etwa Parkplätze für die Fahrzeuge der Mitarbeiter, die völlig unangemessen sei vor Ort zu errichten und so in unannehmbarer Weise Geld verschwende, um dann Lager bestehend aus Notunterbringungscontainern zu schaffen, in welchen die Leute von der internationalen Hilfsbereitschaft in Abhängigkeit gehalten werden, anstatt ihnen Hilfe zur Selbsthilfe zu ermöglichen und ihnen z. B. Baustoffe zu stellen mit welchen sie ihre verlorenen Häuser selbst wieder aufbauen könnten.
Dieser aktuelle Artikel, der sich leider mit den schrecklichen Ereignissen in Südostasien befaßt, hat in seiner Brisanz auch eine gewisse Relevanz für meine hier vorliegende Arbeit.
Diese Hilfe zur Selbsthilfe ist auch nach meiner persönlichen Meinung der richtigere Weg. Schließlich sollte man die Entwicklungshilfesünden, die seit Generationen in Afrika praktiziert wurden und zum Teil noch werden, nicht in Südostasien wiederholen. Oft genug konnte man beobachten und kann es auch jetzt noch, dass die Menschen in den Hungergebieten Afrikas, erinnert sei an Äthiopien oder Somalia, wohlmeinend von westlichen Helfern in Flüchtlingslagern kaserniert und dort mit allem notwendigen Gütern des täglichen Bedarfes, oft über Jahre hinweg versorgt wurden und werden, ohne darüber nachzudenken, dass diese Menschen dadurch in Abhängigkeit gehalten, quasi entmündigt werden. Man nahm ihnen die Möglichkeit sich selbst zu helfen, und machte sie statt dessen dauerhaft von den Lebensmittelspenden der westlichen Welt abhängig.
1.0. Einleitung: Die Arbeit motiviert das Forschungsinteresse anhand der Problematik von "Hilfe zur Selbsthilfe" und führt in die Thematik der Leistungsgrenzen von Selbsthilfegruppen ein.
2.0. Begriffsklärung: Hier werden die zentralen Begriffe wie "Selbsthilfe", "Selbsthilfegruppe" und "professionelle Selbsthilfeunterstützer" theoretisch fundiert definiert.
3.0. Leistungspotentiale/-grenzen von Selbsthilfegruppen im Spiegel der einschlägigen Forschungsliteratur: Dieses Kapitel arbeitet den theoretischen Rahmen ab, beleuchtet die Rolle der Gruppen im Sozialstaat sowie im Gesundheitswesen und identifiziert bestehende Forschungslücken.
4.0. Darstellung der Forschungsmethodik: Es erfolgt eine Begründung für die Wahl der qualitativen Experteninterviews sowie eine methodologische Einbettung des Vorgehens.
5.0. Problemkonstellationen in Selbsthilfegruppen aus der Perspektive von Professionellen - Ergebnisse der Studie: Der Ergebnisteil präsentiert die gewonnenen Erkenntnisse aus den Interviews, unterteilt in thematische Blöcke zu Systemgrenzen, Außenanforderungen, individuellem Scheitern und tabuisierten Themen.
6.0. Zukünftiger Forschungsbedarf/offene Fragen: Das Fazit benennt weiterführende Fragestellungen, die sich aus der Explorationsstudie ergeben haben und für zukünftige wissenschaftliche Untersuchungen relevant sind.
Selbsthilfe, Selbsthilfegruppe, Problemkonstellationen, Leistungsgrenzen, Professionelle Selbsthilfeunterstützer, Sozialstaat, Gesundheitssystem, Experteninterview, Qualitative Sozialforschung, Überforderung, Empowerment, Hilfe zur Selbsthilfe, Gruppendynamik, Scheitern, Tabuthemen
Die Diplomarbeit untersucht das Phänomen von Selbsthilfegruppen mit einem Fokus auf deren Grenzen und mögliche Problemkonstellationen, die bisher wissenschaftlich kaum systematisch aufgearbeitet wurden.
Zentrale Themen sind die Abgrenzung von Selbsthilfeformen, die Rolle von Selbsthilfegruppen im wohlfahrtsstaatlichen Kontext und die Wahrnehmung von Leistungsgrenzen durch professionelle Unterstützer.
Das Ziel ist eine explorative Bestandsaufnahme, um erste Indizien für die "dunklen Seiten" oder Belastungsgrenzen innerhalb der Selbsthilfearbeit zu identifizieren.
Es kommen narrative, leitfadengestützte Experteninterviews mit vier Fachleuten aus dem Bereich der professionellen Selbsthilfeunterstützung zum Einsatz.
Der Hauptteil analysiert die Ergebnisse aus den Experteninterviews, unterteilt in die internen Organisationssysteme, Anforderungen durch das professionelle System, Scheitern des Einzelnen und sogenannte "heiße Eisen".
Begriffe wie Leistungsgrenzen, professionelle Unterstützung, Selbsthilfegruppen, Überforderung, Qualitätssicherung und explorative Studie prägen den Inhalt der Arbeit.
Das sind tabuisierte Themen innerhalb der Selbsthilfeszene, über die ungern gesprochen wird, wie beispielsweise der Umgang mit Suizidandrohungen, finanzielle Ungleichbehandlungen oder negative Nebeneffekte der Selbsthilfe.
Aufgrund der sehr kleinen Stichprobengröße von vier Experten und des explorativen Charakters ist die Arbeit nicht repräsentativ, sondern dient dem Auffinden erster Anhaltspunkte für weitere Forschung.
Die Experten betrachten das Scheitern oft nicht pauschal negativ, sondern thematisieren es als Resultat mangelnder Passung (z.B. bei Persönlichkeitsstörungen), Überforderung durch unrealistische Erwartungen oder fehlender therapeutischer Ressourcen.
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