Bachelorarbeit, 2006
61 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
1.1. Problemstellung
1.2. Aufbau der Arbeit
2. Wandel der Werte
2.1. Von den Kleingruppen zur anonymen Großgesellschaft
2.2. Die Bedeutung von Institutionen
2.3. Verantwortung
2.3.1. Individuelle Verantwortung
2.3.2. Unternehmerische Verantwortung
3. Das Verhältnis von Ethik und Ökonomik
3.1. Ethik
3.2. Ökonomik
3.3. Zusammenhang von Ethik und Ökonomik: Wirtschaftsethische Ansätze
3.3.1. Dominanz der Ökonomik
3.3.2. Dominanz der Ethik
3.3.3. Gleichberechtigung zwischen Ethik und Ökonomik
4. Logik der Markwirtschaft als Grundlage Homanns Ansatzes
4.1. Status quo der Marktwirtschaft
4.2. Der Wettbewerb
4.3. Asymmetrische Interaktionsstruktur
5. Homanns Wirtschafts- und Unternehmensethik
5.1. Wirtschaftsethik
5.1.1. Moral und Eigeninteresse
5.1.2. Systematischer Ort der Moral
5.1.3. Legitimation der moralischen Normen einer Rahmenordnung
5.2. Unternehmensethik
5.2.1. Die Relevanz der Unternehmensethik
5.2.2. Aufbau einer Unternehmensethik
5.2.3. Legitimation unternehmerischen Handelns
5.2.4. Unternehmensethische Handlungsmöglichkeiten
6. Homanns Konzept auf dem Prüfstand: Das Beispiel Korruption
6.1. Wirtschaftsethischer Ansatz zur Problemlösung von Korruption
6.2. Unternehmensethischer Ansatz zur Problemlösung von Korruption
7. Kritische Betrachtung des institutionenethischen Ansatzes
7.1. Die Relevanz der Individualethik
7.2. Ökonomischer Reduktionismus
7.3. Legitimation von Normen
8. Fazit
8.1. Rückblick
8.2. Ausblick
Diese Arbeit analysiert den wirtschafts- und unternehmensethischen Ansatz von Karl Homann, um dessen Praxistauglichkeit in einer modernen, arbeitsteiligen Gesellschaft zu bewerten. Dabei wird untersucht, wie ethische Normen durch eine institutionenethische Rahmenordnung integriert werden können, um moralisches Handeln mit ökonomischem Erfolg zu vereinen.
4.2. Der Wettbewerb
„Wettbewerb bedeutet, dass der einzelne Akteur versuchen muss, im Rahmen des gesetzlich Erlaubten jede Möglichkeit zu nutzen, besser zu sein als seine Konkurrenten“. Daher wird der Wettbewerb oft als moralisch schlecht angesehen, denn er „scheint Humanität und Solidarität, kurz: Moral, im Handlungsvollzug moderner Marktwirtschaften unmöglich zu machen“. Dies erklärt sich aus der Tatsache, dass ein Akteur, der moralische Vor- oder Mehrleistungen erbringt, im Wettbewerb von den anderen ausgebeutet werden kann. Strikt moralisches Verhalten führt dann zu einer Verdrängung vom Markt. Aus diesem Grunde muss jeder Akteur seine beste Leistung erstellen und darauf achten, nicht ausgebeutet zu werden, um im Markt existieren zu können. Hinzu kommt, dass durch den Wettbewerb die Konkurrenten geschädigt werden und dies wäre ein Verstoß gegen die christliche Ethik. Dies trifft nicht immer zu, denn echter Leistungswettbewerb zielt nicht auf die Schädigung der Konkurrenten ab. Man fördert sich gegenseitig zu besserer Leistung und dadurch zu einer verbesserten Versorgung für die Gesellschaft. Der Wettbewerb verschafft Anbietern und Nachfragern Produktions- und Tauschmöglichkeiten, welche durch drei Funktionen ermöglicht werden: Entdeckungsfunktion (Innovationen fördernd), Disziplinierungsfunktion (nur erwünschte Leistungen auf dem Markt), Entmachtungsfunktion (mehrer Anbieter und Nachfrager – schränkt Abhängigkeiten ein). Der Wettbewerb ist daher ein wichtiger Bestandteil der Wirtschaft, weil er für eine effiziente Nutzung der Ressourcen dienlich und die Treibkraft für wirtschaftliche Entwicklung ist. Nur durch die Effizienz und die Produktivität die der Wettbewerb generiert, erhält er seine moralische Qualität.
Wettbewerb muss daher nicht überwunden werden, sondern muss durch geeignete Institutionen gelenkt werden. Erst durch den Wettbewerb können die Nullsummenspiele überwunden werden, woraus sich ein breiter Wohlstand in der gesamten Bevölkerung ergibt. Somit ist „Wettbewerb (…) solidarischer als Teilen“. Die Voraussetzung für eine moralische Wirkung ist jedoch eine geeignete Rahmenordnung. Es müssen also die Situationen, in denen moralisches Handeln zu einer Verdrängung vom Markt führt, überwunden werden. Solche Situationen lassen sich anhand von Dilemmastrukturen gut erklären, dann kann besser erfasst werden, wie eine Wirtschaftsethik ansetzen muss, um in solchen Situationen zu greifen.
1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert den Bedarf an einer praxisnahen Wirtschafts- und Unternehmensethik und führt in den institutionenethischen Ansatz von Karl Homann ein.
2. Wandel der Werte: Das Kapitel beschreibt den Übergang von Kleingruppen zur anonymen Großgesellschaft und die daraus resultierende Notwendigkeit, informelle Regeln durch formelle Institutionen zu ergänzen.
3. Das Verhältnis von Ethik und Ökonomik: Es werden verschiedene Ansätze zur Verknüpfung von ethischen und ökonomischen Anforderungen analysiert, mit Fokus auf die Position der Gleichberechtigung.
4. Logik der Markwirtschaft als Grundlage Homanns Ansatzes: Die Analyse legt dar, wie Wettbewerb und asymmetrische Interaktionsstrukturen die ökonomische Logik prägen und warum diese eine spezielle Rahmenordnung erfordern.
5. Homanns Wirtschafts- und Unternehmensethik: Dieses Kapitel erläutert das zweistufige Modell der Wirtschaftsethik, welches Ethik durch Anreizstrukturen in die Rahmenordnung und Unternehmensstrategien integriert.
6. Homanns Konzept auf dem Prüfstand: Das Beispiel Korruption: Anhand des Korruptionsbeispiels wird die praktische Anwendung der ordnungspolitischen Strategie und der Unternehmenshaftung demonstriert.
7. Kritische Betrachtung des institutionenethischen Ansatzes: Es erfolgt eine Diskussion der Kritikpunkte, insbesondere bezüglich des ökonomischen Reduktionismus und der Vernachlässigung der Individualethik.
8. Fazit: Die Arbeit fasst zusammen, dass Homanns Ansatz durch seine Kompatibilität mit der ökonomischen Logik einen wertvollen Beitrag für eine praxisnahe Wirtschaftsethik leistet.
Wirtschaftsethik, Unternehmensethik, Institutionenethik, Karl Homann, Wettbewerb, Marktwirtschaft, Korruption, Anreizstruktur, Moral, Eigeninteresse, Ordnungspolitik, Dilemmasituation, Arbeitsteilung, Legitimation, Unternehmenshaftung.
Die Arbeit analysiert den institutionenethischen Ansatz von Karl Homann und prüft, ob und wie ethische Prinzipien in die ökonomische Logik einer modernen Marktwirtschaft integriert werden können.
Im Zentrum stehen die Konzepte der Institutionenethik, die Funktionsweise von Wettbewerb und Anreizstrukturen sowie die Handlungsstrategien von Unternehmen im Spannungsfeld zwischen ökonomischem Erfolg und moralischen Forderungen.
Ziel ist es, aufzuzeigen, dass der Ansatz von Homann ein praxisnahes Modell bietet, um ethische Anforderungen in die wirtschaftlichen Handlungsbedingungen einzubinden, anstatt sie diesen entgegenszustellen.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse wirtschaftsethischer Ansätze, der Anwendung spieltheoretischer Dilemmastrukturen sowie einer kritischen Reflexion mittels einschlägiger Literatur.
Der Hauptteil befasst sich mit der Logik der Marktwirtschaft, der Definition von Wirtschafts- und Unternehmensethik nach Homann, der Implementierung durch Anreize sowie einer Fallstudie zur Korruptionsbekämpfung.
Wirtschaftsethik, Institutionenethik, Eigeninteresse, Anreizstruktur, Korruptionsbekämpfung und ordnungspolitische Strategien.
Weil Institutionen und Verträge in der Realität unvollständig sind (Defizite der Rahmenordnung) und Informationsasymmetrien bestehen, die ein hohes Ausbeutungspotenzial bergen.
Der systematische Ort der Moral liegt in der Rahmenordnung, welche das Verhalten der Akteure durch Anreize so lenkt, dass moralisches Handeln mit deren Eigeninteresse kompatibel wird.
Die Autorin weist unter anderem darauf hin, dass die Individualethik und moralische Reflexion in Homanns Modell zu wenig Beachtung finden und die Gefahr eines unreflektierten Handelns bei Unternehmen besteht.
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