Diplomarbeit, 2006
247 Seiten, Note: 1,7
1. EINLEITUNG
2. AUSGANGSLAGE UND ZIELSETZUNG DER ARBEIT
2.1 AUSGANGSLAGE: DIE STERBEBEGLEITUNG DURCH ANGEHÖRIGE
2.1.1 STERBEBEGLEITUNG HEIßT LEBENSBEGLEITUNG
2.1.2 DIE BEGLEITUNG VON STERBENDEN UND DESSEN ANGEHÖRIGER
2.1.3 ANFORDERUNGEN AN DEN BEGLEITER
2.2 GEGENSTAND UND ZIELSETZUNG DER ARBEIT
3. AKTUELLE FORSCHUNGSERGEBNISSE, MODELLE UND THEORIEN ZUR FRAGESTELLUNG
3.1. DER STERBEPROZESS AUS PFLEGEWISSENSCHAFTLICHER SICHT
3.1.1 DAS PHASENMODELL VON ELISABETH KÜBLER-ROSS
3.1.2 MODELL DER HOFFNUNG DER UNHEILBAREN NACH HERBERT PLÜGGE
3.1.3 WEITERE MODELLE IM ÜBERBLICK
3.1.4 KRITISCHE WÜRDIGUNG UND DISKUSSION DER MODELLE
3.2 BELASTUNG, BEANSPRUCHUNG UND STRESS IM KONTEXT DER STERBEBEGLEITUNG
3.2.1 DAS BELASTUNGSEMPFINDEN VON ANGEHÖRIGEN
3.2.2 MODIFIZIERTES THEORETISCHES MODELL ZUR PFLEGEBEDINGTEN BELASTUNG
3.2.3 DER „PFLEGEKOMPASS“ ZUR EINSCHÄTZUNG VON BELASTUNG
3.2.4 DIE ERLEBTE BELASTUNG ALS STRESS
3.2.5 DAS BIOLOGISCHE STRESSMODELL NACH SEYLE
3.2.6 DAS TRANSAKTIONALE STRESSKONZEPT NACH LAZARUS
3.2.7 KRITISCHE WÜRDIGUNG UND DISKUSSION DER MODELLE
3.3 AKTUELLE FORSCHUNGSERGEBNISSE BEZOGEN AUF DIE FORSCHUNGSFRAGE
4. DIE EMPIRISCHE UNTERSUCHUNG
4.1 FRAGESTELLUNG DER ARBEIT
4.2 DIE UNTERSUCHUNGSMETHODIK
4.2.1 DER QUALITATIVE ANSATZ
4.2.2 DAS PROBLEMZENTRIERTE INTERVIEW
4.2.3 DER QUANTITATIVE KURZFRAGEBOGEN UND DER INTERVIEWLEITFADEN
4.2.4 BESCHREIBUNG UND DARSTELLUNG DES PRETESTS
4.2.5 DIE UNTERSUCHUNGSSTICHPROBE
4.3 BESTIMMUNG DES AUSGANGSMATERIALS FÜR DIE QUALITATIVE INHALTSANALYSE
4.3.1 FESTLEGUNG DES MATERIALS
4.3.2 ANALYSE DER ENTSTEHUNGSSITUATION
4.3.3 FORMALE CHARAKTERISTIKA DES MATERIALS
4.4 ABLAUFMODELL DER ANALYSE
5. ERGEBNISDARSTELLUNG
5.1 ERGEBNISSE DES QUANTITATIVEN KURZFRAGEBOGENS
5.2 ERGEBNISSE DER QUALITATIVEN INHALTSANALYSE
5.2.1 BEOBACHTUNGEN UND BEDEUTUNG DER STERBEBEGLEITUNG
5.2.2 INHALTSANALYTISCHE ERGEBNISSE ZU DEN HAUPTKATEGORIEN
5.2.2.1 Die Entscheidung
5.2.2.2 Lebensübergang
5.2.2.3 Letzte Lebensphase: Probleme und Belastungen
5.2.2.4 Sterbeprozess
5.2.2.5 Das Leben danach
5.3 BETRACHTUNG DER ERGEBNISSE UNDER INHALTSANALYTISCHEN GÜTEKRITERIEN
6. INTERPRETATION UND DISKUSSION DER ERGEBNISSE
7. ZUSAMMENFASSUNG
8. AUSBLICK UND KRITISCHE WÜRDIGUNG
9. LITERATURVERZEICHNIS
Die vorliegende Diplomarbeit widmet sich der Erfassung des subjektiven Erlebens von Angehörigen bei der häuslichen Sterbebegleitung. Das primäre Ziel ist es, die spezifischen psychischen Belastungen sowie die Problemfelder zu identifizieren, denen Begleiter in dieser intensiven Lebensphase ausgesetzt sind, um daraus Ansätze für eine bessere institutionelle Unterstützung abzuleiten.
2.1.3 Anforderungen an den Begleiter
Die Betreuung terminal erkrankter Menschen stellt besonders hohe Anforderungen an den Begleiter hinsichtlich der Sicherung einer möglichst hohen Lebensqualität aller Beteiligten. Dies gilt sowohl für den professionellen Begleiter (Mitarbeiter des Hospizdienstes, Mitarbeiter des Gesundheitswesens...) als auch für den Angehörigen. Diese „gestalten“ immerhin die letzte Lebensphase des Sterbenden (vgl. Higgen, 2002, S. 112).
Sowohl der zeitliche als auch der finanzielle Aufwand bei der Pflege und Betreuung von Menschen in der letzten Lebensphase ist besonders groß. Zudem kommt es zu Veränderungen in der zwischenmenschlichen Beziehung bei dem Angehörigen und dem Sterbenden. Das Wissen um den bevorstehenden Tod erweist sich als weitere Belastung, mit welcher sich der Angehörige auseinandersetzen muss. Die Ergebnisse der Untersuchung von Kruse (1987, 1991) weisen die Bedeutsamkeit und Problematik des Prozesses dieser Beziehung und des Einflusses auf die Betreuungssituation Sterbender eindrücklich nach (vgl. Kruse 1987, S. 384ff & Kruse 1991, S. 79ff.). Der bevorstehende Verlust eines nahe stehenden Menschen und damit auch unweigerlich die Konfrontation mit der eigenen Sterblichkeit wirken sich zusätzlich belastend auf die betreffenden Personen aus. Aus diesen Veränderungen der Lebenssituation ergeben sich unterschiedliche Anforderungen an den Begleiter, der ein nahes Familienmitglied zu Hause begleitet.
Die Sterbebegleitung ist so einzigartig wie das Leben selbst und daher gibt es immer unterschiedliche und individuelle Anforderungen an den jeweiligen Begleiter. Die oben beschriebenen Merkmale einer Sterbebegleitung machen deutlich, mit welchen Gedanken, Problemen und Ansprüchen sich ein Angehöriger, der ein nahes Familienmitglied bis zum Tod begleitet, auseinandersetzen muss. Von großer Bedeutung ist ein offener und einfühlsamer Umgang mit dem sterbenden Menschen. Geduld, Engagement und Verantwortungsbewusstsein sind ebenso wichtige Eigenschaften bei einer Sterbebegleitung wie Hilfsbereitschaft. Eine wesentliche Fähigkeit des Begleiters sollte sein, sich für den Menschen, den er begleitet, Zeit zu nehmen, denn nur so kann ein Gefühl des „Angenommenwerdens“ entstehen (vgl. Becker, 1984, S. 34ff). Mit diesen Anforderungen muss sich sowohl der professioneller Begleiter in einer Institution auseinandersetzen, als auch der Angehörige zu Hause.
1. EINLEITUNG: Dieses Kapitel verortet das Thema der Sterbebegleitung im Kontext demographischer Veränderungen und unterstreicht die Notwendigkeit, das Erleben pflegender Angehöriger wissenschaftlich zu untersuchen.
2. AUSGANGSLAGE UND ZIELSETZUNG DER ARBEIT: Hier wird der Untersuchungsgegenstand definiert und die Forschungsfrage formuliert, mit dem Ziel, eine Transparenz über das Erleben und die Belastungen der Angehörigen zu schaffen.
3. AKTUELLE FORSCHUNGSERGEBNISSE, MODELLE UND THEORIEN ZUR FRAGESTELLUNG: Es erfolgt eine theoretische Auseinandersetzung mit Sterbemodellen (z.B. Kübler-Ross) sowie Stresstheorien (z.B. Lazarus), um den Rahmen für die Analyse der Belastungssituation zu bilden.
4. DIE EMPIRISCHE UNTERSUCHUNG: Dieser Teil beschreibt die methodische Vorgehensweise, insbesondere die Durchführung von problemzentrierten Interviews und die qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring als Instrument der Datenauswertung.
5. ERGEBNISDARSTELLUNG: Hier werden die Ergebnisse des Kurzfragebogens und die aus den Interviews extrahierten Hauptkategorien (Entscheidung, Lebensübergang, Probleme, Sterbeprozess, Leben danach) detailliert dargestellt.
6. INTERPRETATION UND DISKUSSION DER ERGEBNISSE: Die erhobenen Daten werden in Bezug zum theoretischen Rahmen gesetzt und kritisch reflektiert, wobei besonders die Ambivalenz der Gefühle und die Bedeutung der individuellen Bewältigungsressourcen hervorgehoben werden.
7. ZUSAMMENFASSUNG: Die zentralen Erkenntnisse der Arbeit werden resümiert, wobei die Notwendigkeit präventiver Maßnahmen und institutioneller Unterstützung für pflegende Angehörige erneut betont wird.
8. AUSBLICK UND KRITISCHE WÜRDIGUNG: Dieses Kapitel reflektiert die Limitationen der Untersuchung, wie den kleinen Stichprobenumfang, und gibt Anregungen für weiterführende Forschung und praktische Interventionen.
Sterbebegleitung, pflegende Angehörige, psychische Belastung, Stressbewältigung, qualitative Inhaltsanalyse, häusliche Pflege, Lebensübergang, Sterbeprozess, Familienbeziehungen, Coping-Strategien, Hospizbewegung, Palliativversorgung, psychische Beanspruchung, Trauerverarbeitung.
Die Arbeit untersucht das Erleben und die psychischen Belastungen von Angehörigen, die ein nahes Familienmitglied in der letzten Lebensphase zu Hause betreuen und begleiten.
Die zentralen Schwerpunkte liegen auf der häuslichen Versorgungssituation, der Auseinandersetzung mit Sterben und Tod, sowie den daraus resultierenden physischen und psychischen Anforderungen an die betreuenden Angehörigen.
Das Ziel ist die Erfassung des subjektiven Erlebens der Befragten, um ein genaueres Bild der psychischen Belastungsfaktoren zu erhalten und auf dieser Basis sinnvolle Unterstützungsangebote zu identifizieren.
Die Autorin verwendet einen qualitativen Forschungsansatz, basierend auf problemzentrierten Interviews, die mittels der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte theoretische Auseinandersetzung mit Sterbe- und Stresstheorien sowie eine empirische Untersuchung, in der Interviews mit acht Angehörigen detailliert analysiert und diskutiert werden.
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Sterbebegleitung, psychische Belastung, häusliche Pflege, Coping-Strategien und Trauerverarbeitung.
Während professionelle Begleiter auf fachlichem Wissen und institutionellen Rahmenbedingungen agieren, basiert die Begleitung durch Angehörige oft auf einer tiefen persönlichen, emotionalen Bindung, was besondere Anforderungen an die Bewältigung stellt.
Die Interviews bilden das empirische Herzstück der Arbeit. Sie bieten einen authentischen Einblick in die individuellen Schicksale der Befragten und ermöglichen eine detaillierte Kategorisierung ihrer Belastungen und Erfahrungen.
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