Diplomarbeit, 2007
74 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
1.1 Aufbau der Arbeit
1.2 Zur Wortwahl
2 Lebens- und Migrationserfahrungen jugendlicher Aussiedler
2.1 Jugend in Russland
2.2 Rechtlicher Status von Aussiedlerjugendlichen
2.3 Integrationsverläufe jugendlicher Aussiedler und Risikofaktoren, die Drogenkonsum und Suchtentwicklung bedingen
2.4 Drogenabhängigkeit von Aussiedlerjugendlichen
2.5 Zugangsbarrieren und Probleme jugendlicher Aussiedler im System der Suchthilfe
3 Sucht und Abhängigkeit
3.1 Zum Begriff „Drogen“
3.2 Definition der Begriffe Sucht und Abhängigkeit
3.2.1 Stoffgebundene und Stoffungebundene Abhängigkeit
3.2.2 Physische Abhängigkeit
3.2.3 Psychische Abhängigkeit
3.3 Erklärungsansätze zur Entstehung von Sucht – und Drogenabhängigkeit
3.3.1 Psychoanalytische Suchttheorie
3.3.2 Lerntheoretisches Modell
3.3.3 Soziologische Theorien
3.3.4 Multifaktorieller Ansatz
3.4 Drogengebrauch in den Jugendphasen
3.5 Einfluss der Peer-group auf das Konsumverhalten
4 Zum Begriff der Prävention
4.1 Primäre Prävention
4.2 Sekundäre Prävention
4.3 Tertiäre Prävention
4.4 Suchtpräventionen als integrativer Bestandteil der Gesundheitserziehung und –Förderung bei jugendlichen Spätaussiedlern
4.5 Berücksichtigung rechtlicher Aspekte
4.6 Aufgaben und Ziele pädagogische Suchtprävention: Abstinenz oder Konsumtoleranz?
4.7 Erziehung zur Genussfähigkeit
5 Handlungskonzepte für Soziale Arbeit mit Suchtgefährdeten jugendlichen Spätaussiedlern
5.1 Case Management
5.2 Streetwork
5.3 Mobile Jugendarbeit bei Jugendlichen aus Aussiedlerfamilien
6 Interkulturelle Öffnung der Suchthilfe
6.1 Die Notwendigkeit der interkulturellen kompetenten Sozialen Arbeit mit den Migranten
6.2 Mitarbeiter mit Migrationshintergrund und die Bedeutung der Muttersprache
6.3 Anforderungen an das System der Suchthilfe
7 Schlusswort
Die Diplomarbeit untersucht, wie das Suchthilfesystem jugendliche Aussiedler besser erreichen und präventiv unterstützen kann, indem sie Schwellenängste abbaut und suchtpräventive Konzepte unter Berücksichtigung von Migrationserfahrungen, kulturellen Hintergründen und den Anforderungen der interkulturellen Öffnung adaptiert.
2.3 Integrationsverläufe jugendlicher Aussiedler und Risikofaktoren, die Drogenkonsum und Suchtentwicklung bedingen
Migration wird oft mit dem Bild der „Entwurzelung“ verglichen. Das Gewohnte hat keine Gültigkeit mehr. Mit der Umsiedlung von den Herkunftsländern verlieren viele Migranten an psychischer Stabilität und stehen vor den Anforderungen, in einem neuen Sozialisations- und Integrationsprozess diese Stabilität wieder herzustellen. Die gesellschaftliche Integration und psychische Stabilität wird aber von vielen Integrationsproblemen belastet. Tuner stellt in seinem Artikel mögliche Belastungen und Stress fördernde Faktoren zusammen, die in der Praxis relevant sein können. Darunter sind solche wesentlichen Integrationsprobleme wie Trennungsschmerz, Verständnisprobleme, enttäuschte Erwartungen, Ablehnung durch die neue Umgebung, Diskriminierung, der Mitnahmeeffekt, Rollendiffusionen und Konflikte in der eigenen Umgebung oder in der Familie, erschwerte Schul- und Ausbildungsbedingungen, ungünstige Wohn- und Arbeitssituation oder auch Verlust der nationalen Identität (vgl. Tuna, 1999, S. 94 ff). Diese Integrationsprobleme stellen für jugendliche Migranten unter Umständen Belastungen dar, die als besondere Gefährdung angesehen werden könnten und den Drogengebrauch und die Drogenabhängigkeit erklären.
Nach der Kulturkonflikt- bzw. Kulturschock-Hypothese wird die Ursache für psychische Unstabilität in nicht erreichter Anpassungsleistung in der neuen Kultur gesucht. Identitätskrisen entstehen durch das Leben in zwei unterschiedlichen, divergierenden Wertmaßstäben, die aufeinandertreffen und sich unvereinbar gegenüberstehen. Eine mögliche Folge davon ist die Tendenz zu einer erhöhten Suchtgefährdung. Entscheidungskonflikte zwischen erstrebter und verhafteter Kultur, unterschiedliche Erziehungssysteme verwirren Jugendliche. Familienkrisen, bedingt durch Rollenkonfusion, Unselbstständigkeit der Eltern (z. B. aufgrund von Sprachbarrieren) und Identitätsdiffusion bei den Jugendlichen treten zunehmend auf. In einer Situation, dominiert von Unsicherheit in persönlicher, sozialer und kultureller Identität, kann exzessiver Konsum als Bewältigungsversuch nahe liegen (vgl. Bundesministerium für Gesundheit, 2002, S. 27 ff).
1 Einleitung: Stellt das Problem des Drogenkonsums bei Aussiedlerjugendlichen dar und definiert die Zielsetzung der Arbeit.
2 Lebens- und Migrationserfahrungen jugendlicher Aussiedler: Analysiert die Belastungsfaktoren der Migration und deren Einfluss auf Suchtgefährdung.
3 Sucht und Abhängigkeit: Erläutert theoretische Grundlagen und Ursachenmodelle von Sucht und Drogengebrauch.
4 Zum Begriff der Prävention: Beschreibt verschiedene Präventionsformen und deren Bedeutung für die Suchthilfe.
5 Handlungskonzepte für Soziale Arbeit mit Suchtgefährdeten jugendlichen Spätaussiedlern: Stellt Case Management und Streetwork als Methoden der Sozialarbeit vor.
6 Interkulturelle Öffnung der Suchthilfe: Diskutiert die Notwendigkeit interkultureller Kompetenz und die Anpassung des Suchthilfesystems.
7 Schlusswort: Fasst die Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit integrativer, kultursensibler Präventionsangebote.
Suchtprävention, Jugendliche, Spätaussiedler, Migration, Integration, Drogenabhängigkeit, Sozialarbeit, Case Management, Streetwork, interkulturelle Öffnung, Migrationserfahrungen, Suchthilfe, Gesundheitsförderung, Pubertät, Peergroup
Die Diplomarbeit befasst sich mit der Suchtprävention bei jugendlichen Spätaussiedlern und analysiert, warum bestehende Suchthilfeangebote diese Zielgruppe oft nicht erreichen.
Im Fokus stehen Migrationserfahrungen, Integrationsverläufe, theoretische Ansätze zu Sucht und Abhängigkeit sowie spezifische sozialarbeiterische Handlungskonzepte.
Das Ziel ist es, Wege aufzuzeigen, wie das Suchthilfesystem für jugendliche Aussiedler interkulturell geöffnet und effektiver gestaltet werden kann.
Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung und Literaturanalyse, die bestehende Erkenntnisse und Handlungskonzepte zusammenführt.
Der Hauptteil analysiert die Ursachen von Suchtverhalten bei Aussiedlern, erörtert Präventionsbegriffe und vergleicht Handlungsmethoden wie Case Management und Streetwork.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Suchtprävention, Spätaussiedler, interkulturelle Öffnung, Migration und Soziale Arbeit.
Es existieren diverse Zugangsbarrieren, wie Sprachschwierigkeiten, Misstrauen gegenüber dem Hilfesystem aufgrund von Erfahrungen im Herkunftsland und die Stigmatisierung als kriminell oder suchtkrank.
Die Peergroup fungiert als wichtige Sozialisationsinstanz, die bei Jugendlichen Stabilität, aber auch Druck zur Anpassung an risikoreiches Konsumverhalten ausüben kann.
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