Fachbuch, 2007
92 Seiten
EINLEITUNG
I. FOUCAULT UND DIE BEGRIFFE MACHT UND WIDERSTAND
1. Einleitung und strukturalistisches Erbe
2. Macht und Disziplin
2.1. Der Machtbegriff in „Überwachen und Strafen” und „Der Wille zum Wissen”
2.2. Die Disziplinen und die Disziplinargesellschaft
3. Vom Wissen und der Norm
3.1. Macht/Wissen-Komplex, das Individuum und die Wissenschaften
3.2. Das Sexualitätsdispositiv
3.3. Die spezifische Form der Normierungsmacht
3.4. Die Modifizierung des Machtbegriffs
4. Gegenmacht?
4.1. Die Möglichkeit des Widerstands
4.2. Perspektiven für politische Theorie?
II. KAMPF UM DEFINITION. ZUR SOZIALEN GRAMMATIK GESELLSCHAFTLICHER KONFLIKTE
1. Einleitung
2. Axel Honneth: Der Kampf um Anerkennung
2.1. Die Anerkennungsformen
2.2. Das formale System der Sittlichkeit
2.3. Einwendungen
3. Zur Theorie Michel Foucaults
3.1. Macht
3.2. Veränderung
III. ÄSTHETISIERUNG DER KÖRPER
Einleitung
1. Foucault
1.1. Repression und Hervorbringung
1.2. Das Dispositiv der Sexualität
1.3. Die Strategien
2. Theoretische Annäherungen
2.1. „Die Seele ist das Gefängnis des Körpers“
2.2. „Männerpanzer“
2.3. Existenzweisen
2.4. „Die Seele ist die Oberfläche, die auf den Körper eingeschrieben wird“
2.5. Zwischenfazit
3. Was heißt Ästhetik?
3.1. Männerkörper im Wandel
3.2. Ästhetisierung als Figur
3.3. Appell, Prozess und Zwang
4. Perspektiven
5. Resümee
IV: ORIENTALISM. ÜBER DIE KRITIK AN DER KONSTRUKTION EINER POLITISCHEN SICHTWEISE
1. Einleitung
2. Diskurse bei Foucault
3. Gramscis Hegemoniebegriff
4. Said: Orientalism
5. Kritische Diskurse in den cultural studies
6. Orient und Okzident
7. Diskussion
V. POLITISCHE THEORIEN ZUM THEMA ARMUT UND DEREN REICHWEITE - PARTIZIPATIONSMODELLE ARMER AM BEISPIEL KAIRO
1. Einleitung
2. Partizipation, Arme und die Kairoer Verhältnisse
2.1. Partizipationsbegriff
2.2. Feministisches Forschungsdesign
2.3. Netzwerke
2.4. Zwischenfazit
3. Die Theorie Asef Bayats: encroachment
4. Der Kapitalbegriff bei Bourdieu
4.1. Soziales Kapital
4.2. Feld und Habitus
4.3. Kritik an Harders Kapitalkonzeption
5. Connell’s hegemoniale Männlichkeit: ein Versuch
5.1. Die Theorie der hegemonialen Männlichkeit
5.2. Money makes the world go round...
5.3. Was hat das mit Kairo zu tun?
6. Wie entstehen soziale Veränderungen?
Das Werk untersucht das komplexe Verhältnis von Macht, gesellschaftlicher Veränderung und politischer Theorie. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert darauf, wie Machtverhältnisse begriffen werden können, welche Rolle Diskurs und Materialität dabei spielen und welche Spielräume sich für politische Akteure und soziale Veränderungen eröffnen.
2. Macht und Disziplin
In ÜuS steht der Machtbegriff an zentraler Stelle. Hatte Foucault in früheren Werken seine Gesellschaftstheorie noch um den Dualismus Macht-Wissen gruppiert, löst er diesen nun auf zugunsten einer stärkeren Betonung des Machtaspektes auf. Unter Macht versteht er ganz allgemein „die Vielfältigkeit von Kräfteverhältnissen, die ein Gebiet bevölkern und organisieren; das Spiel, das in unaufhörlichen Kämpfen und Auseinandersetzungen diese Kraftverhältnisse verwandelt, verstärkt, verkehrt; die Stützen, die diese Kraftverhältnisse aneinander finden, indem sie sich zu Systemen verketten” und ihre Institutionalisierung (WzW 113).
Macht ist demnach die Bezeichnung für eine „komplexe strategische Situation”, die allgegenwärtig ist, ob in der Ökonomie, in Verbindung mit Wissen, oder in der Sexualität (WzW 114f.). Die Subjektlosigkeit dieser Machttheorie bedeutet nicht, dass Machtstrategien keinen Intentionen folgten, gerade deshalb erscheinen sie ja bisweilen als gewollte Politik, sondern nur, dass ihre Absichten anonym bleiben (WzW 116).
Foucaults Begriff von Macht kennt kein (repressives) Zentrum, etwa an der Spitze einer Hierarchie. Ihre Wirkungsweise ist in Termini der Unterdrückung nicht befriedigenderweise zu erklären (WzW 22). Macht wird nicht innegehabt, sondern ausgeübt, und zwar in einem strategischen Spiel vielfältiger Kräfteverhältnisse, d.h. Machtpositionen werden eingenommen von den in diesem Spiel Erfolgreichen. Foucault spricht auch von einer „Mikrophysik der Macht“ (ÜuS 38). Selbst noch so stark vereinseitigte (”geronnene”) Machtbeziehungen, noch so globalisierte Herrschaftsbeziehungen müssen sich ihrer Machtbasis immer wieder neu vergewissern.
Foucaults Machtbegriff ist stark auf den Körper bezogen, doch in ÜuS zunächst nur auf den Bereich, der durch die Eigenschaften des Körpers als ‘Maschine‘, also die Tätigkeiten, Gesten. usw., bestimmt ist. In WzW stehen Reproduktionsfähigkeit und Sexualität, also gewissermaßen die andere Seite der Besetzung des Körpers durch die Macht im Mittelpunkt.
I. FOUCAULT UND DIE BEGRIFFE MACHT UND WIDERSTAND: Das Kapitel führt in Foucaults Macht- und Diskursbegriff ein und analysiert die Verflechtung von Macht, Wissen und Disziplinierung, insbesondere durch die Untersuchung von Strafsystemen.
II. KAMPF UM DEFINITION. ZUR SOZIALEN GRAMMATIK GESELLSCHAFTLICHER KONFLIKTE: Hier wird Axel Honneths Anerkennungstheorie vorgestellt und kritisch mit Foucaults Machtverständnis kontrastiert, um gesellschaftliche Moralentwicklung zu diskutieren.
III. ÄSTHETISIERUNG DER KÖRPER: Dieses Kapitel thematisiert die Ästhetisierung des Männerkörpers als eine Form der Machtausübung und Körperdisziplinierung in der Moderne.
IV: ORIENTALISM. ÜBER DIE KRITIK AN DER KONSTRUKTION EINER POLITISCHEN SICHTWEISE: Das Kapitel untersucht anhand von Edward Said, wie westliche Diskurse den „Orient“ als Konstruktion entwerfen, um hegemoniale Machtansprüche zu legitimieren.
V. POLITISCHE THEORIEN ZUM THEMA ARMUT UND DEREN REICHWEITE - PARTIZIPATIONSMODELLE ARMER AM BEISPIEL KAIRO: Abschließend werden Partizipationsformen armer Gruppen unter Rückgriff auf Bourdieu und Connell analysiert, wobei informelle Netzwerke als Handlungsspielräume hervorgehoben werden.
Macht, Widerstand, Foucault, Diskurs, Anerkennung, Honneth, Ästhetisierung, Körper, Orientalismus, Said, Partizipation, Armut, Bourdieu, Hegemonie, Männlichkeit
Das Buch analysiert politische Theorien im Hinblick auf Machtverhältnisse, gesellschaftliche Veränderungen und Handlungsspielräume, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf strukturalistischen und poststrukturalistischen Ansätzen liegt.
Die Arbeit behandelt Machtanalysen bei Foucault, das Anerkennungsmodell von Honneth, die Ästhetisierung des Körpers, Postkolonialismus (Orientalismus) sowie politische Partizipationsmodelle in armen Bevölkerungsschichten.
Das Ziel ist es, Machtstrukturen und deren Einfluss auf die Konstruktion von Identitäten und gesellschaftlichen Verhältnissen zu hinterfragen und Möglichkeiten für Widerstand und Veränderung aufzuzeigen.
Es handelt sich um eine diskursanalytische und theoriegeschichtliche Arbeit, die bestehende Konzepte führender Theoretiker wie Foucault, Honneth, Said, Bourdieu und Connell vergleicht und aufeinander bezieht.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Machtanalysen, die Diskussion von Anerkennungskonflikten, die Bedeutung von Körperbildern (Ästhetisierung), die Dekonstruktion hegemonialer westlicher Sichtweisen auf den Orient sowie empirisch orientierte Ansätze zur Armuts- und Partizipationsforschung.
Die wesentlichen Begriffe sind Macht, Diskurs, Anerkennung, Ästhetisierung, Orientalismus, Partizipation, soziales Kapital und hegemoniale Männlichkeit.
Cilja Harders erweitert den Partizipationsbegriff, indem sie informelle Netzwerke und die „private/weibliche“ Sphäre explizit miteinbezieht, statt sich auf eine rein staatliche oder elitenzentrierte Perspektive zu beschränken.
Es beschreibt ein „leises Vordringen“ der Unterprivilegierten, bei dem sich diese informell Räume aneignen, die vom Staat vernachlässigt werden, um ihre Lebensverhältnisse zu organisieren, ohne dabei explizit politische Ziele gegen den Staat zu verfolgen.
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