Forschungsarbeit, 2003
27 Seiten, Note: "-"
1 Einleitung
2 Äußere Beschreibung
3 Beschreibung der einzelnen Handschriften
3.1. Kalender
3.2. „Büchlein von der Liebe Gottes“
3.3. Vaterunser – Auslegung
3.4. Abendmahl
3.5. Gespräch zwischen einem Meister und seinem Jünger über Eucharistie
3.6. Leben und Offenbarung einer Dominikanerin im Kloster Kirchberg
3.7. Christliche Sprichwörter „Anweisung zum gottseligen Leben“ und Adventshymnus
4 Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, eine detaillierte kodikologische und paläographische Beschreibung der Sammelhandschrift Ms.germ.quart 730 zu erstellen. Dabei steht die systematische Untersuchung der äußeren Beschaffenheit, der verschiedenen Schreiberhände sowie die Einordnung der enthaltenen Texte im Kontext vergleichbarer Handschriften im Vordergrund.
3.6. Leben und Offenbarung einer Dominikanerin im Kloster Kirchberg
Auf Blatt 205v fällt als erstes auf, das hier mal ein Bild eingeklebt war. Die Ränder sind noch deutlich zu sehen. Dieses Bild könnte eine Darstellung einer Nonne gewesen sein. Die Bildunterschrift, die fast wie eine Einleitung zu dem folgenden Buch klingt, gibt hierzu einen Hinweis. Sie lautet: Das sett vō ainer sälligē schwester (prediger) orden die ain closter fraw ist gewesē zu Kilberg wie sy ir leben in got verzert hatt hie uf erd got geb das wir irs hoch verdienē auch dailhäftig werdē
Auf Blatt 206r beginnt der eigentliche Text.
Initium: In dem namē unsers lieben jhō xpō sach ich an dise geschrift ain wieng kund ze machē allen dien die diez lesend oder hörend lesen vō dē leben un vō der ußgenommē haillikait vn un zellicher gnad die der milt got hat gelet an ain sällige schwester prediger ordens ze Kilperg in dem Closter Daz ist zem ersten ze wissen daz sy zechē jar alt waz da sy in daz closter kam…
Schluß: … da half sy mir lauterlich durch das ich es recht nach der warhait vō irē mund schrib bey irem leben also was das des dritt mal das ich diz schraib mit arbeitē Also hat diese red ain end gott behüt dießer Schreiberin ir hand un dar zu ir sel leib das sy bey got allweg beleib Amen […] ge endet an sant moritzē tag 1414 jar
1 Einleitung: Die Einleitung erläutert das Ziel der Arbeit, eine detaillierte Beschreibung des schwäbischen Andachtsbuchs Ms.germ.quart 730 zu erstellen, und legt das methodische Vorgehen dar.
2 Äußere Beschreibung: Dieses Kapitel widmet sich der kodikologischen Bestandsaufnahme der Sammelhandschrift, einschließlich Format, Foliierung, Papierbeschaffenheit und Einband.
3 Beschreibung der einzelnen Handschriften: Dieser Hauptteil analysiert die einzelnen Textbestandteile des Codex, untersucht die verschiedenen Schreiberhände sowie die paläographischen Besonderheiten jedes Teils.
3.1. Kalender: Untersuchung eines immerwährenden Kalenders, dessen Anordnung Rückschlüsse auf den Orden und die Schreiberin zulässt.
3.2. „Büchlein von der Liebe Gottes“: Beschreibung und inhaltliche Einordnung dieses Textes, dessen Initien und Schlussworte analysiert werden.
3.3. Vaterunser – Auslegung: Analyse dieser Auslegung, bei der die Vaterunser-Worte rot unterstrichen sind, was auf eine Lesehilfe hindeutet.
3.4. Abendmahl: Untersuchung des Textes über das Abendmahl, der eine Verwandtschaft zu anderen Handschriften des 14./15. Jahrhunderts aufweist.
3.5. Gespräch zwischen einem Meister und seinem Jünger über Eucharistie: Darstellung dieses in Dialogform gegliederten Textes, der vermutlich für den Vortrag bestimmt war.
3.6. Leben und Offenbarung einer Dominikanerin im Kloster Kirchberg: Analyse einer erzählerischen Quelle über das Leben einer Nonne, das im Kontext der Klostergeschichte Kirchbergs betrachtet wird.
3.7. Christliche Sprichwörter „Anweisung zum gottseligen Leben“ und Adventshymnus: Untersuchung einer Sammlung kurzer Andachtssprüche sowie eines Adventshymnus, die wahrscheinlich von derselben Hand stammen.
4 Zusammenfassung: Die Zusammenfassung reflektiert die Ergebnisse der Untersuchung hinsichtlich der Schreiberhände und der Bedeutung der Handschrift für die Mündlichkeitsforschung.
Ms.germ.quart 730, Sammelhandschrift, Kodikologie, Paläographie, Andachtsbuch, Schreiberhände, Dominikanerinnen, Kloster Kirchberg, Mündlichkeit, Schriftlichkeit, Wasserzeichen, Bastarda, Vaterunser-Auslegung, Eucharistie, Spätmittelalter
Die Arbeit befasst sich mit der detaillierten Beschreibung und Analyse der mittelalterlichen Handschrift Ms.germ.quart 730, einer Sammelhandschrift, die verschiedene Andachtstexte enthält.
Zu den zentralen Themen gehören die kodikologische Bestandsaufnahme, die paläographische Analyse der Schreiberhände, die Bestimmung der Provenienz sowie die Untersuchung der Vortragspraxis der Texte.
Das primäre Ziel ist es, über einen reinen Katalogeintrag hinauszugehen und eine tiefgreifende Untersuchung der physischen Handschrift sowie ihrer textlichen und historischen Zusammenhänge zu leisten.
Es wird eine deskriptive und vergleichende Methode angewandt, die kodikologische Merkmale (wie Lagen, Wasserzeichen) und paläographische Vergleiche von Schriftbildern nutzt, um die Handschrift einzuordnen.
Im Hauptteil werden die einzelnen Bestandteile des Codex – vom Kalender über das „Büchlein von der Liebe Gottes“ bis hin zum Adventshymnus – einzeln detailliert beschrieben und analysiert.
Wichtige Schlüsselwörter sind Sammelhandschrift, Kodikologie, Paläographie, Andachtsbuch, Schreiberhände, Dominikanerinnen und Mündlichkeit.
Da es sich um eine Sammelhandschrift handelt, ist die Identifizierung der verschiedenen Schreiberhände entscheidend, um den Entstehungsprozess und die möglicherweise gemeinschaftliche Arbeit, etwa in einem Kloster, nachzuvollziehen.
Das Kloster Kirchberg ist als wahrscheinlicher Entstehungsort für Teile der Handschrift identifiziert worden, insbesondere für den Bericht über das Leben einer Dominikanerin, was durch historische Daten und inhaltliche Hinweise gestützt wird.
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