Examensarbeit, 2005
94 Seiten, Note: 1,3
I. Einleitung
II. Millers dramentheoretische Position
II.1. Millers Dramenverständnis, seine Grundthematik und seine Rolle als Autor
II.2. Grundzüge des Realismus und des Expressionismus
III. Einführung in die Thematik der Stücke: Vorstellung der Protagonisten
III.1. Joe Keller in der Doppelrolle des uneinsichtigen Verbrechers und sympathischen Familienvaters, und Kate Keller als Komplizin und Mutter
III.2. Fragwürdige Lebensträume eines Willy Loman
III.3. Die Identitätskrise Quentins
III.4. Die konträren Lebenswege der Brüder Franz
IV. Die dramaturgische Umsetzung innerer Konflikte und Bewusstseinsvorgänge
IV.1. Präsentation innerer Vorgänge in All my Sons
IV.1.1. Plot und Verhaltensmuster bei Joe Keller
IV.1.2. Sprache, Dialog und Gebärde
IV.1.3. Raumgestaltung
IV.1.4. Darstellung des Konflikts zwischen Illusion und Hellsichtigkeit bei Kate Keller
IV.2. Das „The Inside of His Head“ Motiv in Death of a Salesman
IV.2.1. Plot, Erinnerungsszenen und Halluzinationen
IV.2.2. Sprache, Dialog und szenische Bilder
IV.2.3. Raumgestaltung
IV.2.4. Geräuschkulisse und optische Signale
IV.3. Das „The Inside of His Head“ Motiv in After the Fall
IV.3.1. Fehlender Plot und dramatisierte Gedankengänge
IV.3.2. Monolog, Sprache und szenische Bilder
IV.3.3. Raumgestaltung
IV.3.4. Geräuschkulisse und optische Signale
IV.4. Präsentation innerer Vorgänge in The Price
IV.4.1. Der Plot und seine Symbolik
IV.4.2. Sprache, Dialog und Gebärde
IV.4.3. Raumgestaltung
V. Bewertung der Dramenformen im Hinblick auf eine gelungene Darstellung des seelischen Dilemmas der Protagonisten
V.1. Joe Kellers allzu plötzlicher Sinneswandel
V.2. Der Einblick in den Kopf des geistig verwirrten Willy Loman
V.3. Der Einblick in das hoch entwickelte Bewusstsein Quentins
V.4. Die konträren Standpunkte der Brüder Franz im offenen Schlagabtausch
VI. Abschließendes Fazit
Die Arbeit untersucht die dramaturgische Umsetzung innerer Konflikte und Bewusstseinsprozesse in vier zentralen Werken von Arthur Miller. Ziel ist es, zu analysieren, mit welchen formalen und theatralen Mitteln – wie beispielsweise dem „The Inside of His Head“-Motiv – der Autor das subjektive Innenleben seiner Protagonisten auf die Bühne bringt und wie sich diese Darstellung zwischen den realistisch-analytischen Stücken und den Bewusstseinsdramen unterscheidet.
IV.1. Präsentation innerer Vorgänge in All my Sons
Die Wahl des von Ibsen geprägten analytischen Dramentyps für All my Sons ist unter anderem damit zu begründen, dass sich der Konflikt des Stückes vor einem harmonischen Hintergrund entfalten soll. Miller erklärt in einem Interview, dass die realistische Form
best expressed what [he] was after, which was an ordinariness of the environment from which this extraordinary disaster was going to spring. The amoral nature of that environment; that is, people involved in cutting the lawn and painting the house and keeping the oil burner running; the petty business of life in the suburbs. (1996 [1985]: 421/422)
So präsentiert das Stück zu Beginn das freundschaftliche Verhältnis der Kellers zu den Nachbarn, die sich an einem idyllischen Sonntagmorgen zu Joe Keller in seinen Garten gesellen. Die angenehme Ruhe des Tages wird durch schwärmerische Kommentare unterstrichen: „Every Sunday ought to be like this“ (59). Völlig entspannt wird über Alltägliches wie das Wetter und Neuigkeiten aus der Zeitung geplaudert, so dass die Einführungsphase sogar für ein realistisches Drama extrem lang ausfällt. Miller verteidigt seinen gemächlichen Einstieg durch die Absicht, eine Alltagsatmosphäre zu schaffen, in die das Desaster völlig unerwartet, und deshalb um so schockierender hineinplatzt:
It was made so that even boredom might threaten, so that when the first intimation of the crime is dropped a genuine horror might begin to move into the heart of the audience, a horror born of the contrast between the placidity of the civilization on view and the threat to it that a rage of conscience could create. (1996 [1957]: 129/130)
Zudem sieht Miller den Vorteil in der „Ibsenschen Analyse“, dass sie die Geschehnisse auf der Bühne in einen größeren kausalen Zusammenhang setzt, indem sie in aller Ausführlichkeit die Vergangenheit der Figuren in der dramatischen Gegenwart aufrollt.
I. Einleitung: Die Einleitung erläutert das zentrale Anliegen der Arbeit, die Darstellung des menschlichen Innenlebens im Theater anhand ausgewählter Stücke von Arthur Miller zu untersuchen.
II. Millers dramentheoretische Position: Dieses Kapitel skizziert Millers Verständnis von Drama, sein Verhältnis zu Traditionen wie dem Realismus und Expressionismus sowie seine moralische Auffassung als Autor.
III. Einführung in die Thematik der Stücke: Vorstellung der Protagonisten: Die Protagonisten Joe Keller, Willy Loman, Quentin und Victor Franz werden vorgestellt, wobei ihre individuellen Lebenskrisen und Schuldthematiken im Vordergrund stehen.
IV. Die dramaturgische Umsetzung innerer Konflikte und Bewusstseinsvorgänge: Dies ist der Hauptteil der Untersuchung, der detailliert die verschiedenen Techniken der Illus-trationsdarstellung (Plot, Dialog, Raumgestaltung) in den vier Dramen analysiert.
V. Bewertung der Dramenformen im Hinblick auf eine gelungene Darstellung des seelischen Dilemmas der Protagonisten: Hier findet eine kritische Reflexion darüber statt, wie erfolgreich die gewählten Dramenformen die jeweilige seelische Not der Figuren spiegeln.
VI. Abschließendes Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und resümiert die Entwicklung von Millers formaler Gestaltung hin zur intensiven Innenschau in seinen späten Bewusstseinsdramen.
Arthur Miller, Dramentheorie, Bewusstseinsdrama, Realismus, Expressionismus, Innenschau, Identitätskrise, Schuldthematik, Verantwortung, Bühnenraum, psychologische Interpretation, All my Sons, Death of a Salesman, After the Fall, The Price.
Die Arbeit analysiert, wie der amerikanische Dramatiker Arthur Miller innere Konflikte und psychische Bewusstseinsprozesse seiner Charaktere auf der Theaterbühne darstellt.
Im Zentrum stehen die Konzepte von Schuld, Verantwortung, gesellschaftliche Anpassung und die Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit.
Das Ziel ist der Vergleich zwischen realistischen Darstellungsformen und expressionistischen Bewusstseinsdramen, um zu zeigen, wie sich die dramaturgischen Mittel zur Illustration subjektiven Erlebens unterscheiden.
Es wird eine psychologisch-individuelle Interpretation der Dramen vorgenommen, gestützt auf dramentheoretische Analysekriterien, insbesondere in Anlehnung an Manfred Pfister.
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Analyse dramatischer Techniken wie Raumgestaltung, Dialogführung, Symbolik und dem Einsatz von Erinnerungsszenen in vier spezifischen Werken.
Die zentralen Begriffe umfassen "Bewusstseinsdrama", "Realismus", "Millers Dramentheorie" sowie die Analyse der Protagonisten in seinen vier Hauptwerken.
"All my Sons" nutzt eine realistisch-analytische Form, in der innere Konflikte indirekt durch die Handlung sichtbar werden. "After the Fall" hingegen ist als explizites Bewusstseinsdrama konzipiert, das den Kopf des Protagonisten zum permanenten Bühnenort macht.
Miller wollte mit diesem Motiv visuell erfahrbar machen, was "in einem Kopf" vorgeht, um das subjektive Erleben des Menschen intensiver und unmittelbarer mit dem Zuschauer zu teilen als es durch reine Dialoge möglich wäre.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

