Examensarbeit, 2006
83 Seiten, Note: 2,5
Didaktik für das Fach Deutsch - Pädagogik, Sprachwissenschaft
1. Einleitung
1.1. Die PISA-Studie - Ein kurzer Überblick
2. Die Auswirkungen der PISA-Studie auf die Diskussion um das deutsche Bildungssystem
2.1. PISA als Impuls einer medialen Schulschelte
2.2. Bildungspolitische Konsequenzen nach PISA
2.2.1. Der bildungspolitische Diskurs
2.2.2. Die Bildungsstandards – Eine Konsequenz des bildungspolitischen Diskurses
2.2.3. Die Bildungsstandards in der Diskussion
2.3. Reaktionen der Deutschdidaktik auf die PISA-Studie
2.4. Kritik an PISA
3. PISA 2000 und die Lesekompetenz
3.1. Lesekompetenz – Versuch einer Begriffsdefinition
3.1.1. Der Lesekompetenztest
3.1.2. Leistungsmessung
3.1.3. Zu den Resultaten der deutschen Schülerinnen und Schüler
3.2. PISA-E – Die Bundesländer im Vergleich
3.2.1. Ergebnisse des nationalen Ergänzungstests PISA-E
3.2.2. Der nationale Lesekompetenztest – oder wer wurde wann wie getestet
3.3. Die kognitionspsychologische Textverstehenstheorie
3.4. Aufgabenanalyse der Leskompetenzaufgaben im Haupttest PISA 2000
3.4.1. Unit „Turnschuhe“
3.4.2. Unit „Graffiti“
3.4.3. Unit „Erwerbstätige Bevölkerung“
3.4.4. Unit „Plan International“
3.5. Fördermöglichkeiten der Lesekompetenz laut PISA
4. Leseförderung
4.1. Zielgruppen
4.2. Das Leseverhalten von Jugendlichen
4.3. Exkurs: DESI-Studie
4.4. Möglichkeiten der Leseförderung
4.4.1. Lesesozialisation in der Familie
4.4.2. Lesen im Unterricht
4.4.3. Mediensozialisation
4.4.4. Textverstehen – Konsequenzen für den Deutschunterricht
4.4.5. Lesestrategien
4.4.5.1. Der Aufbau von Lesestrategien nach Chamot
4.4.5.2. Lesestrategien auf der mentalen Ebene
4.4.6. Schulorganisatorische Maßnahmen zur Leseförderung
4.4.7. Die Schulbibliothek
5. Schlussbetrachtung
Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen der PISA-Studie auf das deutsche Bildungssystem und analysiert kritisch den Lesekompetenztest der PISA 2000-Erhebung. Das Hauptziel besteht darin, die mediale und bildungspolitische Resonanz zu beleuchten, die Mängel in der Aufgabenkonstruktion aufzuzeigen und fundierte Möglichkeiten der Leseförderung in der schulischen Praxis zu erörtern, wobei insbesondere die Rolle des Deutschunterrichts im Zentrum steht.
3.4.1. Unit „Turnschuhe“
Die Schülerinnen und Schüler bekamen einen Artikel vorgelegt, der über die Anforderungen, die an einen guten Turnschuh zu stellen sind, damit Verletzungen während des Sports weitestgehend verhindert werden können, informiert. Laut einer durchgeführten Studie am Sportmedizinischen Zentrum in Lyon informiert der Text über die verschiedenen Körperregionen, wie den Fuß oder die Hüfte, die besonders gefährdet sind.
Die Frage 30 in dem Aufgabenstamm Turnschuhe ist eine Multiple-Choice Aufgabe und wird laut der deutschen Berichterstattung der Subskala „Reflektieren und Bewerten“ der Kompetenzstufe I zugesprochen.
Die Aufgabe auf dem unteren Fähigkeitsniveau (Kompetenzstufe I) der Subskala „Reflektieren und Bewerten“ – „Turnschuhe 6“ – erfordert vom Leser eine reine lokale Analyse. Die dargestellten Satzteile müssen formal danach bewertet werden, in welchem Verhältnis sie zueinander stehen.123
Die Schülerinnen und Schüler sollen zwei Aussagenteile in Beziehung setzen, um dadurch die richtige Multiple-Choice Antwort auswählen zu können. Die Verbindung der Satzteile, „Um kleinere, aber schmerzhafte Beschwerden, wie z.B. Blasen und sogar Risswunden oder Pilzinfektionen zu verhindern…“, und „… muss der Schuh das Verdunsten von Schweiß ermöglichen und äußere Feuchtigkeit am Eindringen hindern.“124 soll in ihrer semantischen Kongruenz beurteilt werden
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des PISA-Schocks ein, umreißt die Struktur der Untersuchung und erläutert die methodische Herangehensweise zur Analyse der PISA-Studie.
2. Die Auswirkungen der PISA-Studie auf die Diskussion um das deutsche Bildungssystem: Dieses Kapitel dokumentiert die mediale und politische Reaktion auf die PISA-Ergebnisse und thematisiert die daraus resultierenden bildungspolitischen Debatten, insbesondere zur Qualität der Lehrerausbildung und zur Einführung von Bildungsstandards.
3. PISA 2000 und die Lesekompetenz: Hier erfolgt eine tiefgreifende wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Definition der Lesekompetenz, dem Testdesign von PISA 2000 sowie einer detaillierten Analyse spezifischer Aufgabenstämme hinsichtlich ihrer Validität.
4. Leseförderung: Dieses Kapitel bietet einen umfassenden Überblick über Interventionsmöglichkeiten zur Steigerung der Lesekompetenz, wobei der Fokus auf Lesestrategien, der Rolle des Elternhauses und der Bedeutung der schulischen Lesekultur liegt.
5. Schlussbetrachtung: Das letzte Kapitel fasst die zentralen Kritikpunkte an der PISA-Studie zusammen und reflektiert die Effektivität der aus den Studienergebnissen abgeleiteten bildungspolitischen und didaktischen Konsequenzen.
PISA-Studie, Lesekompetenz, Leseförderung, deutsche Bildungsdebatte, Bildungsstandards, Deutschunterricht, Lesestrategien, Lesesozialisation, Kognitionspsychologie, Aufgabenanalyse, Schulentwicklung, Leseinteresse, Mediensozialisation, Schulbibliothek, PISA-E.
Die Arbeit analysiert die Auswirkungen der PISA-Studie 2000 auf die deutsche Bildungslandschaft und untersucht kritisch den in der Studie verwendeten Lesekompetenztest.
Zentrale Themen sind die öffentliche und bildungspolitische Resonanz auf PISA, die wissenschaftliche Fundierung des Lesetests sowie konkrete Konzepte zur Leseförderung in der Schule.
Das Ziel ist es, den Lesekompetenztest der PISA-Studie inhaltlich und methodisch zu hinterfragen und zu prüfen, ob die daraus abgeleiteten Konsequenzen für den Deutschunterricht didaktisch sinnvoll sind.
Die Arbeit nutzt eine qualitative Aufgabenanalyse, vergleicht Testergebnisse mit theoretischen Textverstehensmodellen und zieht aktuelle Forschungsergebnisse aus der Lesesozialisationsforschung heran.
Der Hauptteil gliedert sich in eine medienanalytische Betrachtung der PISA-Debatte, eine detaillierte Auseinandersetzung mit dem Lesekompetenzbegriff und eine kritische Analyse konkreter PISA-Testaufgaben.
Die Arbeit zeichnet sich durch Begriffe wie PISA-Schock, Lesekompetenz, Aufgabenvalidität, Lesestrategien, Kognitionspsychologie und Lesesozialisation aus.
Die Autorin kritisiert, dass PISA teilweise nicht die reine Lesekompetenz misst, sondern die Fähigkeit zur Bildung plausibler Hypothesen auf Basis von unzureichendem Textmaterial voraussetzt.
Die Autorin bemängelt, dass die Berichterstattung zu PISA-E widersprüchlich und unklar ist, insbesondere in Bezug auf die tatsächliche Stichprobengröße und die inhaltliche Abgrenzung zum internationalen Test.
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