Diplomarbeit, 2007
124 Seiten, Note: 1,3
1 Aufbau der Arbeit
2 Theoretische Grundlagen des Kernkompetenzgedankens
2.1 Überblick
2.2 Liberalisierter Gashandel aus Ressourcenperspektive
2.3 Ressourcenbegriffe in der wissenschaftlichen Literatur
2.4 Kompetenzorientierung als handlungsbezogene Erweiterung
2.5 Kernkompetenzen sind strategische Optionen
2.6 Dynamische Fähigkeiten als Anwendung des ressourcenorientierten Ansatzes in dynamischen Märkten
2.7 Theoretischer Bezugsrahmen für die Identifikation von Kernkompetenzen im liberalisierten Gashandel
2.7.1 Definitionen: Ressourcen, Fähigkeiten, Kernkompetenzen
2.7.2 Prozess und Arbeitsschritte zur Identifikation von Kernkompetenzen
2.8 Ausblick auf die empirische Analyse
3 Strukturelle und rechtliche Rahmenbedingungen der Erdgasmärkte
3.1 Einleitung
3.2 Charakteristika und Bedeutung des Energieträgers Erdgas
3.3 Die Wertschöpfungskette der Gaswirtschaft
3.3.1 Produktion
3.3.2 Transport
3.3.3 Speicherung
3.3.4 Verteilung
3.4 Wirtschaftliche Struktur der deutschen Gaswirtschaft
3.4.1 Überblick
3.4.2 Struktur der Produktionsstufe
3.4.3 Struktur der Import- und Ferngasstufe
3.4.4 Regionalgasstufe
3.4.5 Ortsgasstufe
3.4.6 Endverbraucher
3.5 Die Liberalisierung der europäischen Erdgasmärkte
3.5.1 Hohe Versorgungssicherheit bei monopolistischer Preisbildung
3.5.2 Entstehung der Idee eines Energiebinnenmarktes
3.5.3 Beschleunigungsrichtlinie Erdgas & EU-Netzzugangsverordnung
3.5.4 Gashandelsplätze in Europa
3.6 Umsetzung der europäischen Richtlinien in Deutschland
3.6.1 Verbändevereinbarungen der Gaswirtschaft
3.6.2 Kritik am deutschen Sonderweg
3.6.3 Vom verhandelten zum regulierten Netzzugang
3.6.4 Aktuelle Probleme der langfristigen Gaslieferverträge
3.6.5 Zwischenfazit zu den Liberalisierungsbemühungen
3.6.6 Gaspreisbildung und tatsächliche Kostenstruktur in Deutschland
3.7 Auswirkungen der Liberalisierung
3.7.1 Anpassung der Unternehmensstrukturen
3.7.2 Marktstruktur und Etablierung von Gashandelspunkten
3.7.3 Bemühen um die Versorgungssicherheit
3.7.4 Entwicklung des Gaspreises
3.8 Zusammenfassung
4 Unternehmensfunktionen und Prozesse im liberalisierten Gashandel
4.1 Hinführung
4.2 Aufbau und Organisation von Handelseinheiten
4.2.1 Allgemeiner Handelsrahmen für Handelsunternehmen
4.2.2 Spezieller Rechtsrahmen für bestimmte Handelsgeschäfte
4.2.3 Rechnungslegungsvorschriften
4.2.4 Die Rolle des Eigenhandels in europäischen Energieunternehmen
4.2.5 Aufgaben, Pflichten, Rechte & Limitierungen des front office
4.2.6 Die Unterstützungsfunktionen: middle office – back office – IT
4.2.7 Risikocontrolling und Organisation
4.2.8 Kreditrisikomanagement
4.2.9 Der Einfluss des Werpapierhandelsgesetzes auf den Energiehandel
4.3 Netzzugang im liberalisierten deutschen Gasmarkt
4.3.1 Das Entry-Exit-System im Basismodell der Bundesnetzagentur
4.3.2 Aufteilung der Marktgebiete
4.3.3 Klärungsbedürftige Punkte im Basismodell
4.3.4 Das Vertragspaket der GEODE
4.4 Umsetzung des Basismodells der Bundesnetzagentur
4.4.1 Bilanzkreis und virtueller Handelspunkt
4.4.2 Bilanzkreiskoordinierung
4.4.3 Transporte innerhalb eines Marktgebietes
4.4.4 Marktgebietsüberschreitender Transport
4.4.5 Lieferantenwechsel
4.4.6 Einbindung von Gasspeichern
4.4.7 Lieferverträge und EFET-Rahmenverträge für physischen Handel
4.4.8 Die Aufteilung des deutschen Gashandelsgebietes
4.4.9 Handlungsempfehlungen für die Umsetzung des Basismodells
5 Theoriegeleitete empirische Ableitung von Kernkompetenzen im liberalisierten Gashandel
5.1 Erläuterung des Vorgehens
5.2 Allgemeine Ergebnisse
5.3 Anonymisierte beispielhafte Darstellung von empirischen Ergebnissen
5.3.1 Unternehmen A
5.3.2 Unternehmen B
5.3.3 Unternehmen C
5.4 Kernkompetenzen im liberalisierten Gashandel
6 Abschluss und kritische Würdigung der Übertragbarkeit des Kernkompetenzansatzes auf den liberalisierten Gashandel
Die Arbeit untersucht, ob das Kernkompetenzkonzept auf den liberalisierten deutschen Gashandel übertragbar ist. Dabei steht die Identifikation spezifischer Kompetenzen im Vordergrund, die es Handelsunternehmen ermöglichen, sich im Wettbewerb zu differenzieren und langfristig erfolgreich zu positionieren, wobei theoretische Grundlagen durch eine empirische Analyse in deutschen Unternehmen ergänzt werden.
3.2 Charakteristika und Bedeutung des Energieträgers Erdgas
Erdgas ist leitungsgebunden, muss also am Ort seiner Quelle gefördert und zum Verbraucher transportiert werden. Für den Ferntransport von Erdgas sind daher Hochdruckröhrenleitungen (pipelines) oder Schiffe erforderlich. Für den Schifftransport per liquefied natural gas (LNG) wird das Gas verflüssigt, wozu etwa 1/4 der transportierten Energie aufgewendet werden muss. Gas ist im Gegensatz zu Strom speicherbar, wodurch ein Ausgleich von Bedarfsschwankungen möglich wird. Daher müssen Transportnetz und Produktionsinfrastruktur nicht an der maximalen Nachfrage ausgerichtet werden.
Gas weist im Vergleich zu Erdöl und Kohle einen extrem niedrigen CO2-Gehalt auf und ist damit vor dem Hintergrund von Zertifikatehandel und CO2-Beschränkungen besonders attraktiv. Es wird überwiegend für Heizzwecke, zur Erzeugung von Prozesswärme in der industriellen Produktion und zur Stromerzeugung eingesetzt. Für Gas existiert kein einheitlicher Weltmarkt, da sich aufgrund der vergleichsweise hohen Transportkosten lediglich regionale Märkte entwickelt haben.
1 Aufbau der Arbeit: Einführung in die Problemstellung des deutschen Gasmarktes und Zielsetzung der Untersuchung hinsichtlich des Kernkompetenzansatzes.
2 Theoretische Grundlagen des Kernkompetenzgedankens: Darstellung des ressourcenorientierten Ansatzes (RBV) und der kompetenzorientierten Betrachtungsweisen sowie Herleitung eines Bezugsrahmens.
3 Strukturelle und rechtliche Rahmenbedingungen der Erdgasmärkte: Überblick über die Gaswirtschaft, die Liberalisierungsbemühungen in Europa und Deutschland sowie deren Auswirkungen.
4 Unternehmensfunktionen und Prozesse im liberalisierten Gashandel: Beschreibung der operativen Rahmenbedingungen und Aufbau von Handelseinheiten inklusive der Anforderungen durch den Netzzugang.
5 Theoriegeleitete empirische Ableitung von Kernkompetenzen im liberalisierten Gashandel: Methodisches Vorgehen und Ergebnisse der Experteninterviews zur Identifikation von Kernkompetenzen.
6 Abschluss und kritische Würdigung der Übertragbarkeit des Kernkompetenzansatzes auf den liberalisierten Gashandel: Kritische Reflexion der theoretischen und empirischen Untersuchungsergebnisse.
Gashandel, Liberalisierung, Kernkompetenzen, Ressourcenorientierter Ansatz, Netzzugang, Wertschöpfungskette, Erdgaswirtschaft, Entry-Exit-System, Unbundling, Marktgebiete, Bilanzkreismanagement, Wettbewerbsfähigkeit, Handelsstrategien, Versorgungsicherheit, Gaspreisbildung
Die Arbeit analysiert, wie Gashandelsunternehmen im liberalisierten deutschen Markt Kernkompetenzen aufbauen und nutzen können, um sich im Wettbewerb erfolgreich zu differenzieren.
Die Schwerpunkte liegen auf dem Kernkompetenzkonzept, den strukturellen und regulatorischen Rahmenbedingungen des deutschen Gasmarktes sowie der operativen Organisation von Handelsaktivitäten.
Ziel ist es, den in der Literatur weit verbreiteten Kernkompetenzansatz auf den liberalisierten Gashandel anzuwenden und empirisch fundierte Kernkompetenzen in diesem Sektor zu identifizieren.
Die Arbeit kombiniert eine theoretische Fundierung auf Basis ressourcenorientierter Ansätze mit einer empirischen Analyse durch teilstrukturierte Experteninterviews in fünf Gashandelsunternehmen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Marktstrukturen, die Erläuterung der unternehmensinternen Funktionen und Prozesse im Gashandel sowie die anschließende empirische Ableitung der Kompetenzprofile.
Wichtige Begriffe sind Gashandel, Liberalisierung, Kernkompetenzen, Netzzugang, Entry-Exit-System und Wertschöpfungskette.
Das Unbundling zwingt Unternehmen zur organisatorischen und gesellschaftsrechtlichen Trennung von Netzbetrieb und Vertrieb, um Diskriminierungsfreiheit und fairen Wettbewerb zu gewährleisten.
Es dient als zentrales Element im Entry-Exit-System zur Sicherstellung des Gasausgleichs und ermöglicht den regelzonenübergreifenden Zugang zu den Übertragungsnetzen.
Das Anlegbarkeitsprinzip orientiert sich an den Kosten alternativer Energieträger (Substitution), was früher zu einer Kopplung an den Heizölpreis führte und die Preisbildung unabhängig von Angebot und Nachfrage gestaltete.
Herausforderungen sind unter anderem die hohe Anzahl von Gasnetzen, die ausgeprägte Importabhängigkeit und der bisher dominierende Einfluss langfristiger Lieferverträge, die den freien, börslichen Handel erschweren.
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