Diplomarbeit, 2006
191 Seiten, Note: 1,0
I. Einleitung
1. Einführung in das Thema
2. Zielsetzung und Quellenlage
3. Methodik der Arbeit
II. Moderne Wahlkämpfe Ausdruck für medienorientierte Politikinszenierung
1. Wahlkämpfe - Idealtyp vs. Wirklichkeit
1.1 Funktionen der Wahlkämpfe
1.2 Wahlkämpfe unter dem Zeichen des Wandels?
1.3 „Do Campaigns matter“?
2. Kampagnen – ist gut geplant halb gewonnen?
2.1 Modernisierungsetappen der Wahlkampagnen
2.2 Die Rolle der ‚Spin Doctors’
2.3 Ebenen der Kampagnenführung
2.3.1 Die Leitkampagne
2.3.1.1 „Innovation und Gerechtigkeit“
2.3.1.2 Schlammschlacht oder Sachkampagne?
2.3.2 Die Themenkampagne
2.3.2.1 Von „Niemandsland“ zu „Gewinnerthemen“
2.3.2.2 Techniken der Verbreitung von Botschaften
2.3.3 Die Kandidatenkampagne
2.3.3.1 Charismen vor Kompetenz?
2.3.3.2 Selbstdarstellung durch Körpersprache
2.3.4 Die Werbekampagne
2.4 Die Wirkung der Meinungsumfragen auf den Wahlausgang
III. Wahlkämpfe im postkommunistischem Rumänien
1. Das Wahljahr 1990 – Wahlkampf ohne Gegner
2. Das Wahljahr 1992 – Alter Wein in neuen Flaschen
3. Die „friedliche Revolution“ aus dem Jahr 1996
3.1 „Der Vertrag mit Rumänien“ vs. Kontinuitität und Stabilität
3.2 „Glauben Sie an Gott, Herr Iliescu?“
4. Wahlkampf 2000 – Rumänien im Brennpunkt
4.1 „Runter mit der Mafia, es lebe das Vaterland“
4.2 Das negative Votum
5. Schlussbetrachtung
IV. Wahlkampf 2004: Jahr des Wechsels oder Wechseljahr
1. Die allgemeine Lage vor dem Wahlkampf
1.1 Kurzanalysen der PSD-Regierungszeit
1.2 Die politische Landschaft Rumäniens im Sommer 2004
1.2.1 Polarisierung der Kräfte durch Allianzbildung
1.2.2 Die Kommunalwahlen: Warnsignal für die Sozialdemokraten?
1.2.3 Kandidatenwechsel in letzter Minute – Strategie oder Zufall?
1.3 Die Grundstimmung in der rumänischen Gesellschaft vor dem Wahlkampf
2. Der Startschuss ist gefallen! Blau und Orange im Rennen
2.1 Zwei sozial-liberale Zukunftsvisionen
2.1.1 „Leben sie wohl!“ vs. „Die Menschen vor allem anderen!“
2.1.2 Konkrete Fakten statt leerer Versprechungen?
2.1.2.1 Die Union PSD+PUR – Themenkampagne ohne Höhepunkt
2.1.2.2 Die Allianz DA – Klarer Kurs für die Zukunft
2.1.2.3 PSD+PUR: Note 6 – Allianz DA: Note 8
2.2 Panem et circenses, aut solum circenses?
2.2.1 Willkommen im Zoo! Der Hase jagt den Bär
2.2.2 Bewertung der Kandidaten vor der Kamera
2.2.3 Ion Iliescu im falschem Wahlkampf
2.3 Der Wahlkampf auf den Straßen
2.3.1 Personalisierung und Emotionalisierung durch Plakate
2.3.2 Wahlwerbespots nach Zielgruppen gerichtet
3. Schlussfolgerungen
3.1 Schlammschlacht made in Rumänien
3.2 Professionalisierungsniveau des rumänischen Wahlkampfs
3.3 Spielen gut geplante Wahlkampagnen eine Rolle?
Diese Arbeit untersucht die Entwicklung und Professionalisierung des rumänischen Wahlkampfs unter besonderer Berücksichtigung der Präsidentschaftswahlen 2004 im Vergleich zu den Wahlen zwischen 1990 und 2000, um die Relevanz moderner Kampagnenführung und deren Einfluss auf den Wahlausgang zu analysieren.
1. Wahlkämpfe - Idealtyp vs. Wirklichkeit
„Seit Gesellschaften existieren und Macht eine Rolle darin spielt, muss der Träger der Macht ermittelt werden – wenn er sie sich nicht unter Aufhebung aller gemeinschaftlichen Spielregeln durch Gewalt selbst nimmt.“ Die Wahl kann als das Verfahren definiert werden, bei dem viele (die Wähler), gemeinsam bestimmen, welche wenige (die Gewählten) Macht erhalten sollen. Hiermit sind Wahlen, nach absolut herrschender Meinung, das konstituierende Element, auf dessen Grundlage liberal – pluralistische Demokratien basieren. Wahlen erfüllen im Wesentlichen folgende Funktionen: Verteilung und Legitimation der Macht; Kontrolle der Regierung; Konkurrenz durch verschiedene politische Führungsgruppen und Sachprogramme; und Repräsentation und Integration der Wahlbevölkerung im politischen System.
Identisch wie bei den Wahlen wird die Geburtszeit der Wahlkämpfe auf dem Beginn der organisierten menschlichen Gesellschaft zurückgeführt. Wahlkämpfer versuchen durch spezifische Maßnahmen bei den Wahlberechtigten Zustimmung, Akzeptanz und schließlich Wählerstimmen zu erlangen. Aus der Sicht des Kandidaten ist das Ziel des Wahlkampfes die Stimmenmaximierung.
Im Idealfall können Wahlkämpfe folgendermaßen charakterisiert werden: Zwei oder mehrere konkurrierende Gruppen oder Personen präsentieren den Wählern die jeweiligen Kompetenzen und Stärken. Sie legen Bilanzen und Programme vor, mit dem was sie bis zu der Zeit geleistet haben oder mit dem was sie in der Zukunft leisten möchten. Die Wahlkämpfer versuchen, mit glaubhaften Argumenten wie: Verfügbarkeit über ausreichende Ressourcen zur Umsetzung der Programme, ihre Überlegenheit gegenüber dem Kontrahenten zu beweisen. Die Wählerschaft analysiert die vorgestellten Angebote und fällt schließlich eine Entscheidung.
In Wirklichkeit sieht aber der Verlauf eines Wahlkampfes anders aus. Begründete, gut durchdachte Konzepte rücken meistens in den Hintergrund und werden von Slogans, Suggestionen und Versprechungen ersetzt, die alleine das Ziel der Machtergreifung verfolgen. Die Wähler gewinnen während des Wahlkampfes nur wenig an Information aber dafür viel an Unterhaltung. Die Entscheidung der Wähler basiert meistens nicht auf der sachlichen Analyse der alternativen Führungsprogramme sondern viel mehr auf Vorurteilen, Einstellungen oder personenbezogenen Präferenzen bzw. Nichtpräferenzen.
I. Einleitung: Diese Einleitung skizziert die wissenschaftliche Relevanz der Wahlkampfforschung in postkommunistischen Transitionsgesellschaften wie Rumänien und definiert die Zielsetzung der Arbeit.
II. Moderne Wahlkämpfe Ausdruck für medienorientierte Politikinszenierung: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Konzepte moderner Wahlkampagnen, insbesondere Professionalisierung, Spin-Doctoring und die Auswirkungen auf das Wählerverhalten.
III. Wahlkämpfe im postkommunistischem Rumänien: Hier werden die historischen Entwicklungen der rumänischen Wahlkämpfe von 1990 bis 2000 detailliert analysiert, um die Entwicklung zu einer professionalisierten Kampagnenführung aufzuzeigen.
IV. Wahlkampf 2004: Jahr des Wechsels oder Wechseljahr: Der Hauptteil der Arbeit befasst sich mit einer empirischen Analyse des Wahlkampfs von 2004, inklusive der Strategien, Themenmanagement und der Selbstdarstellung der Akteure.
Wahlkampf, Rumänien, Professionalisierung, Spin-Doctoring, Politische Kommunikation, Meinungsforschung, Demokratie, Wahlbeteiligung, Themenmanagement, Kandidateninszenierung, Transitionsforschung, Parteienwettbewerb, Wahlmarketing, Politainment, Postkommunismus
Die Arbeit analysiert die Mechanismen, Strategien und die Professionalisierung des rumänischen Wahlkampfs, insbesondere am Beispiel der Präsidentschaftswahlen von 2004 sowie der vorangegangenen Wahljahre seit 1990.
Zu den zentralen Themen gehören die Modernisierung des Wahlkampfs, die Rolle der Medien bei der Politikinszenierung sowie die Strategien der "Sachkampagne" gegenüber der "Schlammschlacht".
Das Hauptziel besteht darin zu klären, ob es universelle Schemata für Wahlkampfstrategien gibt, inwieweit sich rumänische Kampagnen an internationale Professionalisierungs-Standards angepasst haben und ob Kampagnen tatsächlich einen messbaren Einfluss auf den Wahlausgang haben.
Es wird eine Kombination aus quantitativer Analyse statistischer Umfragedaten und qualitativer Auswertung von Medienberichterstattung sowie Parteimaterialien verwendet.
Der Hauptteil konzentriert sich auf die theoretische Einbettung von Kampagnenmodellen, die detaillierte radiographische Analyse der rumänischen Wahlen ab 1990 und die empirische Untersuchung des Wahlkampfs von 2004.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie politische Kommunikation, Professionalisierung, Transition, Wahlkampfmanagement, Spin-Doctoring und Wählerverhalten definiert.
Das Wahljahr 2000 wird als Ausnahme betrachtet, in dem der Kampf primär zwischen Oppositionsparteien stattfand, wobei die PRM durch eine aggressive Schlammschlacht ihre Popularität massiv steigern konnte.
Das TV-Duell wird als Höhepunkt des Wahlkampfs 2004 gewertet, in dem Traian Basescu durch Selbstkritik und emotionale Authentizität gegenüber einem kalkulierten Adrian Nastase punkten konnte.
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