Examensarbeit, 2006
89 Seiten, Note: 1,3
1. Problemstellung
2. Das Konzept des handlungsorientierten Unterrichts
2.1. Der Handlungsbegriff
2.2. Handlungsorientierte Unterrichtskonzeption
2.3. Didaktische Einordnung des handlungsorientierten Unterrichtskonzepts
2.3.1. Der Begriff „Didaktik“
2.3.2. Vom Berliner Modell zum Hamburger Modell der Didaktik
2.3.3. Das Konzept „ganzheitlicher handlungsorientierter Ausbildung“
3. Funktion und Bedeutung des Schulbuchs
3.1. …für Unterricht allgemein
3.2. …für handlungsorientierten Unterricht
4. Die praktische Bedeutung des Schulbuchs aus der Sicht von Schulbuchautoren
5. Die praktische Bedeutung des Schulbuchs im Schulalltag
5.1. Definition der Befragungsgruppe und Methodik der Untersuchung
5.2. Aufbau und Ergebnisse des Probeinterviews
5.3. Durchführung und Ergebnisse der Hauptuntersuchung
5.4. Grenzen der Untersuchung
6. Kritische Analyse des Schulbuchs im Kontext handlungsorientierten Unterrichts
6.1. Gegenüberstellung der Ansprüche von Schulbuchautoren und Lehrern
6.2. Anspruch und Wirklichkeit des Nutzens handlungsorientierter Schulbücher für einen handlungsorientierten Unterricht
7. Schlussbetrachtung
Die vorliegende Diplomarbeit befasst sich mit der Rolle des Lehrbuchs im Kontext des handlungsorientierten Unterrichts. Das primäre Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen den didaktischen Ansprüchen, die an moderne Schulbücher gestellt werden, und der tatsächlichen Nutzungspraxis im Unterricht kritisch zu analysieren, um Empfehlungen für eine zukunftsorientierte Lehrbuchkonzeption abzuleiten.
3.1. …für Unterricht allgemein
Schulbücher leben von der Hoffnung, dass die folgende Kommunikationskette funktioniert: Jemand (der Autor) hat über einen bestimmten Bereich der Wirklichkeit zuverlässige Kenntnisse; diese bringt er zu Papier und den so entstandenen Text liest ein anderer (der Schüler) mit dem Ergebnis, dass nun auch er zuverlässige Kenntnisse über die Wirklichkeit hat (REETZ/WITT 1973, S. 8).
Der Lernerfolg, der durch das Schulbuch erzielt werden kann, hängt zu einem großen Teil von der Buchkonzeption ab und von der unterrichtlichen Art seiner Verwendung. Auf diese beiden Faktoren werde ich im Rahmen dieses Kapitels näher eingehen.
Aufschlüsse über die Konzeption von Schulbüchern liefert der Biochemiker Frederic VESTER, der auf biologischer Ebene untersuchte, wie der Mensch lernt, denkt und vergisst. Dabei untersuchte er auch, welchen Beitrag Schulen zu einem effektiven Lernen beitragen können. Außerdem untersuchte VESTER, wie Schulbücher den Lernprozess von Schülern unterstützen können. Insbesondere kritisiert er zunächst zu exakte akademische Formulierungen, die inexakt von Schülern assoziiert werden und dadurch Schüler verwirren, die Lust am Lernen verhindern und das Aufnahmeverständnis blockieren. Ein abstrakter, pseudowissenschaftlicher Jargon verhindert beim Lesen im Schüler von Anfang an wichtige Assoziationsfelder des visuellen Bereichs, des Bewegungsbereichs und des Gefühlsbereichs, so dass auch andere Eingangskanäle zum Gehirn des Schülers gar nicht erst mitschwingen können. Dadurch wiederum sinken Motivation und Aufmerksamkeit (VESTER 1973, S. 169).
1. Problemstellung: Einleitung in die Relevanz des Schulbuchs als Lehr- und Lernmittel sowie Vorstellung der Forschungsabsicht.
2. Das Konzept des handlungsorientierten Unterrichts: Theoretische Herleitung des Handlungsbegriffs und Einordnung in verschiedene didaktische Modelle.
3. Funktion und Bedeutung des Schulbuchs: Analyse der allgemeinen didaktischen Funktionen und spezieller Anforderungen im handlungsorientierten Unterricht.
4. Die praktische Bedeutung des Schulbuchs aus der Sicht von Schulbuchautoren: Untersuchung der Motive und Konzepte ausgewählter Schulbuchverlage.
5. Die praktische Bedeutung des Schulbuchs im Schulalltag: Darstellung der Methodik und Ergebnisse der empirischen Lehrerbefragung.
6. Kritische Analyse des Schulbuchs im Kontext handlungsorientierten Unterrichts: Zusammenführende Evaluation der theoretischen Ansprüche und der empirischen Praxis.
7. Schlussbetrachtung: Fazit und Empfehlungen für die zukünftige Konzeption und Verwendung von Schulbüchern.
Handlungsorientierter Unterricht, Schulbuch, Lehrbuchkonzeption, Didaktik, Berufsbildung, Handlungskompetenz, Lernfeldkonzept, Lehrerbefragung, Unterrichtsplanung, Mediennutzung, Fachdidaktik, Schulpraxis, Schulbuchautoren.
Die Arbeit analysiert die Bedeutung und Funktion von Schulbüchern speziell vor dem Hintergrund handlungsorientierter Unterrichtskonzepte in der beruflichen Bildung.
Die zentralen Felder umfassen die Didaktik des handlungsorientierten Unterrichts, die konzeptionellen Ansprüche von Schulbuchautoren und die tatsächliche Nutzungssituation in der Schulpraxis.
Das Ziel ist es, aufzudecken, inwieweit aktuelle Schulbücher den theoretischen Anforderungen eines handlungsorientierten Unterrichts gerecht werden und wo Diskrepanzen zur schulpraktischen Wirklichkeit bestehen.
Die Arbeit nutzt eine Kombination aus theoretischer Literaturanalyse und einer qualitativen empirischen Untersuchung (Experteninterviews mit zehn Lehrkräften).
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begründung des Unterrichtskonzepts, die Analyse der Autorenperspektiven und die detaillierte Auswertung der Lehrerbefragung zur Nutzungspraxis.
Handlungsorientierung, Lernfeldkonzept, Didaktische Modelle, Lehrerbefragung und Medienkompetenz sind die zentralen Begriffe.
Lehrer nutzen Schulbücher vor allem als Aufgabensammlung und Nachschlagewerk, stehen jedoch kritisch gegenüber dem Prädikat „lernfeldorientiert“, da sie oft lediglich eine Umstrukturierung alter Inhalte wahrnehmen.
Die befragten Lehrer bewerten den Vorschlag von Frederic Vester grundsätzlich positiv, halten ihn jedoch aus wirtschaftlichen Gründen und wegen der Praxisnähe für schwer umsetzbar, schlagen aber vor, Absolventen in den Prozess einzubinden.
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