Diplomarbeit, 2007
95 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
1.1 Irland – Der „keltische Tiger“
1.2 Zielsetzung, Forschungsbeitrag und Aufbau der Arbeit
1.3 Begriffsbestimmung und konzeptionelle Kernpunkte
2 Determinanten (Motive) für Direktinvestitionen
2.1 Ein Überblick über die wichtigsten Theorien
2.2 Implikationen für die Fragestellung dieser Arbeit
3 Einfluss von Direktinvestitionen auf die wirtschaftliche Entwicklung im Gastland
3.1 Einfluss auf das Wirtschaftswachstum im Gastland – Theoretische Zusammenhänge und empirische Evidenz
3.1.1 Direktinvestitionen im Kontext wachstumstheoretischer Überlegungen
3.1.2 Akkumulation von Sachkapital
3.1.3 Einfluss von FDI auf die Beschäftigung
3.1.4 Einfluss von FDI auf Produktivität, Wissen und den technischen Fortschritt
3.2 Effekte von FDI auf die Zahlungsbilanz
4 Zur wirtschaftlichen Entwicklung Irlands
4.1 Hintergründe und Fakten – ein kurzer Überblick
4.2 Theoretische Erklärungsansätze für Irlands Wirtschaftsboom
4.3 Die zentralen politischen Entscheidungen
4.3.1 Öffnung der Volkswirtschaft und FDI freundliche Politik
4.3.2 Investition in physische Infrastruktur und Humankapital
4.3.3 Veränderung der institutionellen Rahmenbedingungen am Arbeitsmarkt
4.4 Die wesentlichen Interaktionen
5 Empirische Analyse
5.1 Zur Wahl der Untersuchungsmethode
5.2 Erläuterung der gewählten Methode
5.3 Beschaffung und Aufbereitung der Daten
5.4 Das Regressionsmodell und die Ergebnisse
6 Zusammenfassung, Diskussion und Politikempfehlungen
Ziel dieser Arbeit ist die empirische Untersuchung der Kausalbeziehung zwischen ausländischen Direktinvestitionen (FDI) und der wirtschaftlichen Entwicklung Irlands, insbesondere im Hinblick auf das Outputwachstum sowie die langfristigen Wachstumstreiber wie Beschäftigung, Kapitalakkumulation und technischen Fortschritt.
1.1 Irland – Der „keltische Tiger“
Irland wird häufig als „keltischer Tiger“ bezeichnet, wenn über die wirtschaftliche Entwicklung des Landes seit dem Beginn der 1990ger Jahre berichtet wird. Seit dieser Zeit ist Irland eines der am schnellsten wachsenden Industrieländer. Zwischen 1990 und 2005 nahm das reale irische Prokopfeinkommen um knapp 125% zu. Das durchschnittliche reale Prokopfeinkommen der EU-15 Länder stieg im selben Zeitraum lediglich um knapp 25%. Bis in die 1980ger Jahre galt Irland als das „Armenhaus“ Europas. Nur Portugal wies innerhalb der EU-15 gemessen in Kaufkraftstandards ein geringeres Prokopfeinkommen als Irland auf. Inzwischen gehört Irland zu den reichsten Ländern der Welt. Innerhalb der EU-15 Länder ist nur das luxemburgische Prokopfeinkommen höher. Erstaunlich ist auch die Entwicklung im Vergleich zu Spanien, Griechenland und Portugal. Zu Beginn der 1990ger Jahre lagen die Prokopfeinkommen dieser Länder noch etwa auf dem gleichen Niveau wie das irische – deutlich unter dem EU-15 Durchschnitt. Während Portugals relatives Prokopfeinkommen sogar gesunken ist, ist in Spanien und Griechenland ein leichter Konvergenzprozess eingetreten, der aber schwach im Vergleich zur irischen Entwicklung ist.
Im selben Zeitraum ist der Zufluss an ausländischen Direktinvestitionen (FDI) deutlich gestiegen. Zwar ist seit den 1990ger Jahren ein weltweiter Anstieg der FDI-Ströme zu verzeichnen, doch haben sich die Zuflüsse nach Irland überdurchschnittlich entwickelt. Das Ausmaß des FDI-Zuflusses nach Irland im Vergleich zu anderen Ländern kommt auch im “Transnationality Index” der United Nations Conference on Trade and Development (UNCTAD) zum Ausdruck. Irland weist hier den höchsten Wert unter allen entwickelten Ländern auf. Der FDI-Zufluss in die Länder Spanien, Portugal und Griechenland, die eine deutlich geringere relative Einkommenssteigerung in der genannten Periode aufwiesen, blieb in der Entwicklung deutlich hinter dem FDI-Zufluss nach Irland zurück.
Anhand dieser beschriebenen Entwicklung ist es nahe liegend, einen Zusammenhang zwischen dem FDI-Zufluss und der wirtschaftlichen Entwicklung des Landes anzunehmen.
1 Einleitung: Stellt das Phänomen des „keltischen Tigers“ vor, definiert die Zielsetzung der Arbeit und verortet das Thema in der bestehenden wirtschaftswissenschaftlichen Literatur.
2 Determinanten (Motive) für Direktinvestitionen: Diskutiert die theoretischen Erklärungsansätze für FDI, insbesondere Hymer, das Produktlebenszyklus-Modell von Vernon und das OLI-Paradigma von Dunning.
3 Einfluss von Direktinvestitionen auf die wirtschaftliche Entwicklung im Gastland: Untersucht theoretische Wirkungskanäle wie Sachkapitalakkumulation, Beschäftigungseffekte, Technologietransfer und Effekte auf die Zahlungsbilanz.
4 Zur wirtschaftlichen Entwicklung Irlands: Bietet einen historischen Abriss der irischen Wirtschaft, analysiert zentrale politische Entscheidungen und bewertet theoretische Erklärungsansätze für den irischen Wirtschaftsboom.
5 Empirische Analyse: Beschreibt die methodische Vorgehensweise (VAR-Modell, Toda-Yamamoto-Prozedur), die Datengrundlage und präsentiert die Ergebnisse der Regressionsanalyse sowie Kausalitätsprüfungen.
6 Zusammenfassung, Diskussion und Politikempfehlungen: Führt die Ergebnisse der Arbeit zusammen, diskutiert die Implikationen für die FDI-Forschung und formuliert wirtschaftspolitische Empfehlungen.
Ausländische Direktinvestitionen, FDI, Irland, Keltischer Tiger, Wirtschaftswachstum, Beschäftigungswachstum, Kapitalstock, Totale Faktorproduktivität, TFP, Technologietransfer, Vektorautoregression, VAR-Modell, Kausalität, Industriepolitik, Humankapital.
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen dem starken Zufluss ausländischer Direktinvestitionen und der außergewöhnlich positiven wirtschaftlichen Entwicklung Irlands seit den 1990er Jahren.
Die zentralen Felder umfassen die ökonomische Theorie zu FDI-Motiven, die Analyse von Wachstumskanälen, die historische Entwicklung der irischen Wirtschaftspolitik und die ökonometrische Überprüfung von Kausalzusammenhängen.
Ziel ist es, empirisch zu prüfen, ob der offensichtliche Zusammenhang zwischen FDI-Zuflüssen und Irlands wirtschaftlicher Entwicklung einer wissenschaftlichen Kausalitätsprüfung standhält.
Es wird eine empirische Analyse auf Basis eines Vektorautoregressionsmodells (VAR) durchgeführt, wobei die Kausalität mittels der Toda-Yamamoto-Prozedur unter Einsatz von Wald-Tests geprüft wird.
Der Hauptteil befasst sich mit der theoretischen Herleitung der FDI-Wirkungskanäle, der Aufarbeitung der irischen Wirtschaftshistorie sowie der Durchführung und Interpretation der statistisch-ökonometrischen Regressionsanalyse.
Die Arbeit lässt sich primär durch Begriffe wie FDI, Wirtschaftswachstum, Kausalität, TFP, Humankapital und Irland charakterisieren.
Irland dient als Modellbeispiel für ein Land, das sich durch FDI-freundliche Politik und gezielte Investitionen in Standortfaktoren vom „Armenhaus“ zu einem der wachstumsstärksten Länder entwickelte.
Greenfield Investitionen werden als wesentlicher Faktor hervorgehoben, da sie im Gegensatz zu Fusionen und Übernahmen (M&A) direkt neue Produktionskapazitäten schaffen und somit den Kapitalstock des Gastlandes unmittelbar erhöhen.
Die IDA fungiert als staatliche Agentur, die durch gezieltes Anwerben von MNC in zukunftsweisenden Sektoren wie Pharmazie und Elektronik einen zentralen Beitrag zur Transformation der irischen Industriestruktur geleistet hat.
Die Impulsantwortfunktionen deuten darauf hin, dass ein positiver Impuls bei den FDI-Zuflüssen nach Ablauf der betrachteten Perioden tendenziell einen positiven Effekt auf die betrachteten makroökonomischen Variablen hat, wenngleich die Signifikanz durch die Volatilität der Daten eingeschränkt wird.
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