Diplomarbeit, 2007
136 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Resilienz
2.1. Definition von Resilienz
2.1.1. Was meint „Resilienz“?
2.1.2. Wie sieht die Resilienzforschung den Menschen?
2.2. Bezugsmodelle
2.2.1 Salutogenese
2.2.2. Vulnerabilität
2.2.3. Selbstwirksamkeit
2.2.4. Bindungstheorie
2.3. Entwicklung des Resilienzkonzepts
2.4. Zentrale Kennzeichen des Resilienzparadigmas
2.5. Risiko- und Schutzfaktorenmodell
2.5.1. Risikofaktorenmodell
2.5.2. Schutzfaktorenmodell
2.6. Risiko- und Schutzmechanismen
2.6.1. Risikomechanismen
2.6.2. Schutzmechanismen
2.7. Resilienzmodelle
2.7.1. Modell der Kompensation
2.7.2. Modell der Herausforderung
2.7.3. Modell der Interaktion
2.7.4. Modell der Kumulation
2.8. Studien der Resilienzforschung
2.8.1. Die „Kauai Längsschnittstudie“
2.8.2. Die „Mannheimer Risikokinderstudie“
2.8.3. Die „Bielefelder Invulnerabilitätsstudie“
2.8.4. Forschungen zu speziellen Risikofaktoren
2.9. Ergebnisse der Resilienzforschung
2.9.1. Emotional sichere Bindung an eine Bezugsperson
2.9.2. Merkmale des Erziehungsklimas
2.9.3. Soziale Unterstützung in und außerhalb der Familie
2.9.4. Temperamentsmerkmale
2.9.5. Kognitive und soziale Kompetenzen
2.9.6. Selbstbezogene Kognitionen und Emotionen
2.9.7. Erleben von Sinn und Struktur im Leben
2.10. Resilienzfaktoren und Resilienzprozesse in der Entwicklung
2.10.1. Säuglingsalter und frühe Kindheit
2.10.2. Schulalter
2.10.3. Adoleszenz
2.11. Kritik am Konzept der Resilienz
3. Die Sozialpädagogische Familienhilfe
3.1. Entstehung der Sozialpädagogischen Familienhilfe
3.2. Modelle von Sozialpädagogischer Familienhilfe
3.3. Rechtliche Grundlagen
3.4. Rahmenbedingungen
3.4.1. Rahmenbedingungen für die Arbeit in den Familien
3.4.2. Rahmenbedingungen für die Arbeit der Familienhelfer
3.5. Zielgruppe
3.5.1. Lebenswelt
3.5.2. Problemlagen
3.6. Aufgaben und Ziele
3.7. Methoden der Sozialpädagogischen Familienhilfe
3.7.1. Hilfeplangespräch
3.7.2. Lebenswelt- oder Alltagsorientierung
3.7.3. Empowerment und Ressourcenorientierung
3.7.4. Systemischer Ansatz
3.8. Ablauf einer Betreuung durch die Sozialpädagogische Familienhilfe
4. Möglichkeiten der Sozialpädagogischen Familienhilfe, Resilienz zu stärken bzw. zu fördern
4.1. Minderung der Risikofaktoren
4.2. Stärkung und Förderung von Schutzfaktoren
4.3. Konkrete Handlungsmöglichkeiten
4.3.1. Stärkung des Selbstbewusstseins und der Selbstwirksamkeit
4.3.2. Stärkung der Erziehungskompetenz der Eltern
4.3.3. Vernetzung der Familie im sozialen Umfeld
4.3.4. Stärkung der Beziehungen in der Familie
4.3.5. Stärkung der Problemlösungskompetenzen
5. Grenzen der Sozialpädagogischen Familienhilfe in Bezug auf das Konzept der Resilienz
5.1. Der Familienhelfer als Bezugsperson
5.2. Erwartungen der Familie
5.3. Kooperation der Familie
5.4. Präventive Ansätze zur Förderung von Resilienz
5.5. Exkurs: „Opstapje“ – ein sekundär-präventives Förderprogramm
6. Zusammenfassung und abschließende Gedanken
7. Anhang
7.1. Hilfeplan
7.2. Interviewleitfaden
7.3. Transkription der Interviews
7.3.1. Interview 1
7.3.2. Interview 2
Die Arbeit untersucht das Konzept der Resilienz und dessen Anwendungsmöglichkeiten sowie Grenzen innerhalb der Sozialpädagogischen Familienhilfe (SPFH), um die Widerstandsfähigkeit von Kindern aus Familien mit multipler Risikobelastung zu stärken.
2.1.1. Was meint „Resilienz“?
Der Begriff „Resilienz“ leitet sich von dem englischen Wort „resilience“ ab, was mit Spannkraft, Widerstandsfähigkeit und Elastizität übersetzt werden kann. Ursprünglich wurde der aus dem Lateinischen stammende Begriff (lat. resilire) für Materialien verwendet, die die physikalische Eigenschaft besitzen, nach Druckerfahrung zurückzuspringen und ihre eigentliche Form wieder zu erlangen (z.B. Gummi). In der Psychologie wird der Begriff in übertragener Form auf die Psyche des Menschen angewendet, er bezeichnet „die Fähigkeit, nach Beeinträchtigungen – psychischer oder physischer Art – rasch zu Stärke, Ausgeglichenheit und positiver Gestimmtheit zurückzufinden und / oder diese zu bewahren“, so die Erklärung des Resilienzbegriffs der Pädagogin Yolanda Bertolaso. Wichtig ist, dass der Resilienzbegriff nur in Zusammenhang mit belastenden Situationen wie z.B. Misserfolgen, Unglücken, Notsituationen, traumatischen Erfahrungen, Risikosituationen, u.ä. seine Berechtigung hat. Menschen, die niemals mit Schwierigkeiten dieser Art in ihrem Leben konfrontiert waren, kann man daher nicht als resilient bezeichnen, denn Resilienz meint „die Fähigkeit(en) von Individuen oder Systemen (z.B. Familie), erfolgreich mit belastenden Situationen (…) umzugehen“, so der bekannte Frühpädagoge Wassilios E. Fthenakis in seinem Vortrag über Resilienz. Die Pädagogin und Resilienzexpertin Corina Wustmann definiert Resilienz in Bezug auf die Arbeit mir Kindern als psychische Widerstandsfähigkeit gegenüber biologischen, psychologischen und psychosozialen Entwicklungsrisiken. Der Begriff Resilienz, sowohl im psychologischen als auch im pädagogischen Kontext, meint also psychische Gesundheit trotz hoher Risikobelastungen, aber auch „die relativ eigenständige Erholung von einem Störungszustand“. Resiliente Menschen zeichnet also vor allem ihre Bewältigungskompetenz aus, die es ihnen ermöglicht, mit Belastungen im Leben positiv umzugehen und nicht daran zu zerbrechen.
1. Einleitung: Einführung in das Thema Resilienz, Darstellung der Relevanz für die Sozialpädagogische Familienhilfe und Skizzierung der Forschungsfrage.
2. Resilienz: Umfassende theoretische Erläuterung des Resilienzkonzepts, einschließlich Definitionen, Bezugsmodellen, Risikofaktoren und Forschungsergebnissen.
3. Die Sozialpädagogische Familienhilfe: Detaillierte Beschreibung des Arbeitsfeldes, der rechtlichen Grundlagen, Methoden und des üblichen Ablaufs einer Betreuung.
4. Möglichkeiten der Sozialpädagogischen Familienhilfe, Resilienz zu stärken bzw. zu fördern: Analyse konkreter Handlungsmöglichkeiten zur Minderung von Risiken und Förderung von Ressourcen bei Familien.
5. Grenzen der Sozialpädagogischen Familienhilfe in Bezug auf das Konzept der Resilienz: Reflexion über die strukturellen und inhaltlichen Grenzen der SPFH und Vorstellung präventiver Ansätze wie „Opstapje“.
6. Zusammenfassung und abschließende Gedanken: Resümee über die Anwendungsmöglichkeiten von Resilienzstrategien in der Praxis der SPFH sowie kritischer Ausblick.
7. Anhang: Enthält Hilfepläne, den Interviewleitfaden und die Transkriptionen der Experteninterviews.
Resilienz, Sozialpädagogische Familienhilfe, Risikofaktoren, Schutzfaktoren, Resilienzforschung, Salutogenese, Selbstwirksamkeit, Bindungstheorie, Ressourcenorientierung, Empowerment, Systemischer Ansatz, Multiproblemfamilien, Prävention, Erziehungskompetenz, Familienhilfe.
Die Diplomarbeit untersucht, inwiefern das psychologische Konzept der Resilienz – also die psychische Widerstandsfähigkeit trotz belastender Lebensumstände – in der pädagogischen Arbeit der Sozialpädagogischen Familienhilfe (SPFH) Anwendung finden kann.
Zentrale Themen sind die Resilienzforschung (Risiko- und Schutzfaktoren), die methodischen Ansätze der SPFH (wie Empowerment und Systemischer Ansatz) und die kritische Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten und Grenzen bei der Förderung von Familien mit multipler Risikobelastung.
Das Ziel ist es, herauszufinden, wie Familienhelfer durch ressourcenorientiertes Handeln dazu beitragen können, dass Eltern und Kinder widerstandsfähiger gegenüber widrigen Lebensumständen werden.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Aufarbeitung des Forschungsstandes zur Resilienz sowie einer empirischen Untersuchung mittels leitfadengestützter Experteninterviews mit zwei erfahrenen Familienhelferinnen.
Im Hauptteil werden das Arbeitsfeld der SPFH detailliert beschrieben, Methoden zur Stärkung von Resilienz konkretisiert und die Grenzen dieses Ansatzes im professionellen Alltag diskutiert.
Resilienz, SPFH, Risiko- und Schutzfaktoren, Ressourcenorientierung, Empowerment und Familienarbeit.
Die Arbeit identifiziert eine sichere Bindung an eine Bezugsperson als einen der wichtigsten Resilienzfaktoren, der Kindern hilft, trotz familiärer Belastungen eine gesunde Entwicklung zu nehmen.
„Opstapje“ wird als sekundär-präventives Programm eingeführt, um aufzuzeigen, wie Resilienz schon im Kleinkindalter gefördert werden kann, bevor die SPFH als Krisenintervention notwendig wird.
Die Autorin diskutiert, wie Familien durch langjährige Behördenabhängigkeit in eine passive Haltung geraten, der mit dem Konzept des Empowerment entgegengewirkt werden soll.
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