Examensarbeit, 2007
93 Seiten, Note: 1
1. Einleitung
2. Hitlers Olympiade
2.1. Die Bewerbung
2.2. Die olympische Kehrtwendung der NSDAP
2.3. Alibijuden und US-Boykott
3. Die Inszenierung der Olympischen Spiele von 1936
3.1. Eine perfekte Fassade
3.2. Der Olympische Fackellauf
3.3. Die Olympiaglocke
3.4. Das Reichssportfeld
3.4.1. Langemarckhalle und Glockenturm
3.4.2. Das Olympiastadion
3.4.3. Die Skulpturen des Reichssportfeldes
3.5. Die Eröffnungsfeier
3.6. Das Festspiel „Olympische Jugend“
3.7. Das Olympische Dorf
4. Die Medien-Spiele
4.1. Presse
4.2. Rundfunk
4.3. Fotografie
4.4. Olympia
4.4.1. „Fest der Völker“ – Prolog
4.4.2. „Fest der Schönheit“ – Prolog
4.4.3. Der Marathonlauf
4.4.4. Das Turmspringen
4.4.5. Verschwiegene Erfolge des Rassenfeindes
4.4.6. Dokumentation oder Propagandafilm?
5. Resümee
Die Arbeit untersucht die propagandistischen Funktionen und Methoden, mit denen das nationalsozialistische Regime die Olympischen Spiele von 1936 instrumentalisierte, um international ein friedliches Bild von Deutschland zu vermitteln und innenpolitisch die Ideologie der „Volksgemeinschaft“ sowie Wehrhaftigkeit zu festigen. Es wird analysiert, wie Architektur, Medieninszenierungen und sportliche Rituale zur Manipulation der Weltöffentlichkeit eingesetzt wurden.
3.1. Eine perfekte Fassade
Um gegenüber der internationalen Öffentlichkeit den Eindruck einer friedliebenden und die olympischen Grundsätze anerkennenden Nation vorzutäuschen, war es erforderlich, sowohl während der Olympischen Winterspiele in Garmisch-Partenkirchen im Februar 1936, als auch während der Sommerolympiade in Berlin, auf jede Anwendung öffentlich sichtbarer Gewalt gegenüber Juden zu verzichten. Ferner bedurfte es ständig die eigene Friedensbereitschaft zu erklären. Schließlich sollte ein möglichst positiver Gesamteindruck von Deutschland entstehen. Um diese Ziele erreichen zu können, war den Nationalsozialisten jedes Mittel recht. Die folgenden Ausführungen sollen dies belegen.
Bereits 1935 hatte die Stadtverwaltung von Berlin die Bereinigung des Stadtbildes angeordnet. Fassaden wurden erneuert, Reklameschilder entfernt und Baulücken geschlossen. Um den ausländischen Sportjournalisten, die in ihren Berichten das Image Deutschlands in die ganze Welt verbreiten würden, ein ordentliches und sauberes Land vor Augen zu führen, wurden längs der Eisenbahnlinien Hauswände gestrichen und Gerümpel weggeräumt. Sogar das Trocknen von Wäsche auf Balkonen und offenen Fenstern wurde vom Berliner Polizeipräsident untersagt (vgl. T. Alkemeyer, 1996, S. 309). Landwirte wurden angewiesen, die Straßen nach Berlin zu säubern und allem einen festlichen Glanz zu verleihen (vgl. A. Krüger, 1972, S. 198). Zur Säuberung der Stadt gehörte letztendlich auch die Beseitigung von so genanntem asozialem Menschenmaterial. Kurz vor Eröffnung der Sommerspiele wurden daher alle in Berlin lebenden Sinti und Roma in ein Zigeunerlager an den Stadtrand nach Marzahn deportiert, in dem katastrophale hygienische Verhältnisse herrschten (vgl. T. Alkemeyer, 1996, S. 309; A. von Hegel, 1996, S. 22). Die Standplätze der Sinti und Roma wurden als Schandflecke bezeichnet und sollten den ausländischen Gästen erspart bleiben. Selbst nach den Olympischen Spielen mussten sie in ihrem Lager bleiben, aus dem sie schließlich 1943 zur Ermordung nach Auschwitz kamen.
1. Einleitung: Darstellung der Forschungsfrage, ob die Spiele 1936 als reines Täuschungsmanöver zur Verschleierung kriegerischer Absichten angesehen werden können.
2. Hitlers Olympiade: Erörterung der ursprünglichen Ablehnung des Sports durch die NSDAP und des anschließenden strategischen Wandels hin zur propagandistischen Nutzung der Spiele, inklusive der Reaktion auf die US-Boykottbewegung.
3. Die Inszenierung der Olympischen Spiele von 1936: Analyse der ästhetischen und kultischen Inszenierung des Reichssportfeldes, des Fackellaufs und der Olympiaglocke als Demonstration von Macht und deutscher „Friedensliebe“.
4. Die Medien-Spiele: Untersuchung der propagandistischen Steuerung von Presse, Rundfunk, Fotografie und Leni Riefenstahls Olympiafilm zur Beeinflussung der nationalen und internationalen Öffentlichkeit.
5. Resümee: Zusammenfassung der Ergebnisse, wonach die Spiele der Stärkung des NS-Regimes nach innen und außen dienten und den Sport als Mittel zur Erziehung zum Kampf und zur Wehrhaftigkeit nutzten.
Olympische Spiele 1936, Nationalsozialismus, Propaganda, Inszenierung, Reichssportfeld, Leni Riefenstahl, Olympiafilm, Antisemitismus, US-Boykott, Carl Diem, Körperkultur, Bildmanipulation, Faschismus, Wehrhaftigkeit, Machtpolitik.
Die Arbeit untersucht die propagandistischen Mittel und Ziele, die das NS-Regime bei der Ausrichtung der Olympischen Sommerspiele 1936 in Berlin verfolgte.
Schwerpunkte sind die politische Instrumentalisierung von Architektur, Medien, olympischen Ritualen und der Sportberichterstattung zur Festigung der nationalsozialistischen Macht.
Es wird der Frage nachgegangen, inwieweit die Spiele ein „Täuschungsmanöver“ waren, um der Welt ein friedliches Bild von Deutschland zu vermitteln und die kriegerischen Absichten zu kaschieren.
Es handelt sich um eine historisch-analytische Arbeit, die auf Literaturanalyse, der Auswertung historischer Berichte und der Analyse von Medienbeiträgen und Architektur basiert.
Der Hauptteil analysiert spezifische Maßnahmen wie die „Bereinigung“ des Stadtbildes, die Einführung des Fackellaufs, die Bauwerke des Reichssportfeldes und die mediale Inszenierung durch Film, Presse und Rundfunk.
Propaganda, Inszenierung, Machtpolitik, Olympiade 1936, Manipulation der Weltöffentlichkeit.
Die Nominierung von Helene Mayer und Rudi Ball diente dazu, der internationalen Boykottbewegung den Wind aus den Segeln zu nehmen und eine pro-jüdische Gleichbehandlung vorzutäuschen, ohne die NS-Rassenideologie aufzugeben.
Der Film wird als propagandistisches Gesamtkunstwerk analysiert, da er nicht dokumentarisch neutral berichtet, sondern durch ästhetische Stilmittel ein arisches Körperideal propagiert und die NS-Ideologie verherrlicht.
Es fungierte als architektonisches Symbol, das die Einheit von Volk und Führer widerspiegeln sollte und den Sport in den Kontext der Wehrhaftigkeit und der Mythen des Ersten Weltkrieges stellte.
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