Diplomarbeit, 2006
127 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
1.1 Relevanz des Themas
1.2. Zielsetzung und Vorgehensweise
2. Der Energiemarkt in Deutschland
2.1 Eigenschaften des Produktes Strom
2.2 Marktstruktur der Stromwirtschaft
2.3 Historische Entwicklung bis zur Liberalisierung
2.4 Die Liberalisierung in Deutschland
2.4.1 Umsetzung der EU Richtlinie von 1996
2.4.2 Werbeauftritt und Markenbildung der Energieversorger
2.4.3 Entwicklung von der Liberalisierung bis zum neuen EnWG
3. Das neue Energiewirtschaftsgesetz
3.1 Der Weg zum neuen Energiewirtschaftsgesetz
3.2 Wesentliche Neuerungen im EnWG
3.2.1 Unbundling – Die Entflechtung der Unternehmensstruktur
3.2.2 Erleichterter Netzzugang
3.2.3 Stromkennzeichnung
3.2.4 Mess- und Zählerwesen
3.3 Auswirkungen des neuen EnWG auf die Branche
3.4 Standpunkt der Bundesnetzagentur
4. Status quo in der Energiewirtschaft
4.1 Wettbewerb
4.2 Kundenverhalten
5. Ergebnisse des branchenübergreifenden Benchmarking
5.1 Der Bankensektor
5.1.1 Marktüberblick
5.1.2 Marktsegmentierung
5.1.3 Leistungsstrategien
5.1.4 Servicestrategien
5.1.5 Lerneffekte für die deutsche Energiewirtschaft
5.2 Der Markt für Telekommunikation
5.2.1 Marktüberblick
5.2.2 Marktsegmentierung
5.2.3 Leistungsstrategien
5.2.4 Servicestrategien
5.2.5 Lerneffekte für die deutsche Energiewirtschaft
5.3 Der Strommarkt in Großbritannien
5.3.1 Marktüberblick
5.3.2 Marktsegmentierung
5.3.3 Leistungsstrategien
5.3.4 Servicestrategien
5.3.5 Lerneffekte für die deutsche Energiewirtschaft
6. Innovative Leistungs- und Servicestrategien
6.1 Strategiearten
6.2 Gründe für Zusatzleistungen
7. Ergebnisse der Expertenbefragung
7.1 Marktsegmentierung
7.2 Dienstleistungsprodukt und Preisgestaltung
7.3 Servicestrategien
8. Conclusio
Die Arbeit untersucht den deutschen Energiemarkt, insbesondere unter dem Einfluss des neuen Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG), um innovative Leistungs- und Servicestrategien für den Energievertrieb zu identifizieren. Ziel ist es, Möglichkeiten zur Kundenbindung und Differenzierung aufzuzeigen, um den Herausforderungen sinkender Renditen durch strengere Regulierung und steigenden Wettbewerbsdrucks zu begegnen.
2.1 Eigenschaften des Produktes Strom
Bei näherer Betrachtung des Produktes Strom ergeben sich, im Vergleich zu anderen Produkten, einige Besonderheiten, welche sich auf den Wettbewerb in der Strombranche auswirken.
Zunächst ist Strom nicht, bzw. nicht in ausreichendem Maße lagerbar, was bedeutet, dass die Stromerzeugung bedarfsorientiert und zeitgleich mit dem Verbrauch zu erfolgen hat. Bei unterschiedlichen Verbrauchsintensitäten muss sich also die Produktion der nachgefragten Menge anpassen können. Da Strom ein homogenes Gut ist, das sich weder in Form, Farbe und Aussehen unterscheidet und in jedem Falle über ein Leitungsnetz vom Ort der Erzeugung zum Endverbraucher transportiert werden muss, fallen zwei wesentliche Differenzierungsmöglichkeiten weg. Ein Anbieter kann sich nämlich weder durch das Kernprodukt, noch über die Art der Distribution vom Wettbewerb abheben, da sich das Kernprodukt und seine Distribution bei allen Unternehmen der Branche gleichen.
Wegen der genannten Eigenschaften lässt sich Strom in die Kategorie der Commodities bzw. Gebrauchsgüter einordnen, zu denen auch Brennstoffe, landwirtschaftliche Produkte und Edelmetalle zählen. Gemeinsames Merkmal all dieser Gütern ist ihre Austauschbarkeit. In starkem Kontrast zu High - Involvement und Prestige-Produkten, etwa aus dem Automobil- oder Mobilfunkbereich, ist Strom ein anonymes, erlebnisfernes Produkt ohne emotionale Aufladung, das wegen seiner Komplexität nicht nur Unklarheit, sondern auch Handlungsträgheit bei den Kunden auslöst.
1. Einleitung: Beleuchtet die schnelle Veränderung des Energiemarktes seit der Liberalisierung 1998 und definiert das Ziel der Arbeit, innovative Strategien für den Privatkundenvertrieb zu entwickeln.
2. Der Energiemarkt in Deutschland: Beschreibt die Besonderheiten des Produktes Strom, die Marktstruktur der Stromwirtschaft und die historische Entwicklung vom Monopol hin zum deregulierten Markt.
3. Das neue Energiewirtschaftsgesetz: Analysiert die Auswirkungen des EnWG, insbesondere Unbundling, Netzzugang und Stromkennzeichnung, auf die Energiebranche.
4. Status quo in der Energiewirtschaft: Beschreibt das aktuelle Wettbewerbsumfeld, das durch eine geringe Kundenwechselrate und Oligopolstrukturen geprägt ist.
5. Ergebnisse des branchenübergreifenden Benchmarking: Untersucht Strategien aus dem Bankensektor, der Telekommunikation und dem britischen Strommarkt, um Lerneffekte für deutsche Energieversorger abzuleiten.
6. Innovative Leistungs- und Servicestrategien: Identifiziert Produktinnovationen sowie Differenzierungs- und Nischenstrategien als Antwort auf den steigenden Wettbewerbsdruck.
7. Ergebnisse der Expertenbefragung: Präsentiert die Resultate der Experteninterviews zur zukünftigen Marktentwicklung, Segmentierung und Serviceoptimierung.
8. Conclusio: Fasst zusammen, dass EVU sich von reinen Stromlieferanten zu kundenorientierten Energiedienstleistern entwickeln müssen, um in einem wettbewerbsintensiven Markt langfristig zu bestehen.
Energiemarkt, Energiewirtschaftsgesetz, Liberalisierung, Wettbewerb, Kundenbindung, Marktsegmentierung, Differenzierungsstrategie, Commodity, Stromkennzeichnung, Netzzugang, Dienstleistungsmarketing, Value-Added-Services, Kundenorientierung, Prozessoptimierung, Energieversorgungsunternehmen.
Die Arbeit analysiert innovative Leistungs- und Servicestrategien für deutsche Energieversorger im Privatkundensegment, insbesondere unter den neuen regulatorischen Bedingungen durch das EnWG.
Zentrale Themen sind die Auswirkungen der Deregulierung und des EnWG auf den Wettbewerb, die Bedeutung von Kundenzufriedenheit und Bindung, sowie die Übertragbarkeit von Strategien aus anderen Branchen auf die Energiewirtschaft.
Ziel ist es, Handlungsempfehlungen für Energieversorger zu erarbeiten, um durch Differenzierung, Servicequalität und innovative Preismodelle auch in einem gesättigten, wettbewerbsintensiven Markt erfolgreich zu sein.
Die Arbeit kombiniert eine umfassende Analyse der Fachliteratur mit einer qualitativen Expertenbefragung (Tiefeninterviews mit acht Vertriebsexperten) sowie einer schriftlichen Anfrage bei der Bundesnetzagentur.
Im Hauptteil werden neben der Marktanalyse und den regulatorischen Rahmenbedingungen verschiedene Benchmarking-Beispiele (Banken, Telekommunikation) diskutiert, um daraus konkrete Ansätze für innovative Leistungs- und Servicestrategien für EVU abzuleiten.
Die zentralen Schlagworte umfassen Energiemarkt, Wettbewerb, Kundenbindung, Marktsegmentierung, Differenzierungsstrategie, EnWG und Energiedienstleistungen.
Die Experten sehen ein eher geringes Interesse der Kunden, da Strom ein anonymes Commodity-Produkt ist, das von Kunden oft als selbstverständlich und wenig emotional aufgeladen wahrgenommen wird.
Obwohl der Preis eine wichtige Rolle spielt, ist er laut Experten nicht das einzige Differenzierungsmerkmal. Wichtiger ist es oft, dem Kunden eine hohe Betreuungsqualität und Einfachheit in der Abwicklung zu bieten.
Durch die Regulierung und die Anreizregulierung verlieren die Netze an Bedeutung als Renditebringer, weshalb Energieversorger gezwungen sind, Ertragsverluste durch effizientere Vertriebsprozesse oder neue Dienstleistungen auszugleichen.
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