Examensarbeit, 2006
79 Seiten, Note: 2
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Entwicklung des Verhältnisses Böhmens zum Reich in ottonisch-salischer Zeit. Sie untersucht, wann die Beziehungen zwischen Böhmen und dem Reich einsetzten und welche rechtliche Bedeutung diese Beziehungen im Laufe der Zeit erlangten.
Das erste Kapitel beleuchtet die Beziehungen zwischen Böhmen und dem Ostfrankenreich im 9. Jahrhundert. Es stellt die Rolle Bayerns als direkter Nachbar Böhmens heraus und untersucht die Entstehung der "vorstaatlichen" Rechtsverhältnisse, die durch die von Karl dem Großen festgelegte Tributpflicht Böhmens gelegt wurden.
Das zweite Kapitel untersucht die Rechtsverhältnisse zwischen Böhmen und dem Reich der Ottonen und dem der Salier, insbesondere die Tributpflicht und die Vasallität. Es erläutert die Entwicklung des Lehnswesens und die Bedeutung der Königserhebung Vratislavs I. für die rechtliche Stellung Böhmens zum Reich.
Das dritte Kapitel befasst sich mit den Konflikten zwischen Böhmen und dem deutschen Reich. Es analysiert die Ursachen dieser Konflikte und die Rolle Bayerns in diesem Zusammenhang.
Das vierte Kapitel erläutert die Bedeutung der Kirche in Böhmen und untersucht die Gründe für die Unterstellung des Bistums Prag unter das Erzbistum Mainz. Es analysiert die Vorteile, die der deutsche Herrscher durch die Bistumsgründung erlangte, und den Einfluss, den er möglicherweise durch das Bistum auf Böhmen geltend machen konnte.
Die Arbeit befasst sich mit den Themen Böhmens und des Reiches in ottonisch-salischer Zeit, insbesondere mit den Rechtsverhältnissen wie Tributpflicht und Vasallität, den Konflikten zwischen Böhmen und dem Reich, der Rolle Bayerns und der Bedeutung der Kirche in Böhmen, insbesondere der Gründung des Bistums Prag. Wichtige Schlüsselbegriffe sind: Lehnswesen, Tribut, Vasallität, Bistum, Erzbistum, Königserhebung, Konflikt, Missionierung.
Das Verhältnis war durch Tributpflicht und Vasallität (Lehnswesen) geprägt, wobei die Intensität der Bindung zwischen ottonischer und salischer Zeit variierte.
Schon unter Karl dem Großen wurde eine Tributpflicht festgelegt, die in ottonischer und salischer Zeit als Zeichen der Unterordnung und Friedenssicherung fortgeführt wurde.
Das Bistum Prag wurde als Suffragan dem Erzbistum Mainz unterstellt. Dies gab den deutschen Herrschern durch Investitur und Weihe der Bischöfe erheblichen kirchenpolitischen Einfluss auf Böhmen.
Bayern war der direkte Grenznachbar und oft der Ausgangspunkt für militärische Konflikte oder diplomatische Missionen zwischen dem Reich und den böhmischen Herzögen.
Die Erhebung Vratislavs I. zum König markierte einen wichtigen Schritt in der rechtlichen Aufwertung Böhmens innerhalb des Reichsgefüges in salischer Zeit.
Böhmen schied erst im Jahr 1806 im Zuge der allgemeinen Auflösung des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation aus dem Verband aus.
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