Diplomarbeit, 2002
149 Seiten, Note: gut
1. Einleitung
2. Erklärungsmodelle der Modenutzung
2.1 Historisch - pädagogische Bezüge der Schulkleidung
2.1.1 Kleider machen Leute
2.1.2 Die Kadettenuniform
2.1.3 Internatskleidung
2.1.4 Der blaue Mantel als Schülerkennzeichen höherer Schulen
2.1.5 Die Schulschürzen
2.1.6 Die Schülermützen
2.1.7 Der Matrosenanzug
2.1.8 Die Turnkleidung
2.1.9 Die Wandervogelkluft
2.1.10 Die Uniform der Hitlerjugend
2.1.11 Die Uniform der Pionierorganisation und der FDJ
2.1.12 Zusammenfassung
2.2 Mode im Sinne des Symbolischen Interaktionismus
2.2.1 Mode als Symbol
2.2.2 Sozialisations- und Entwicklungsprozesse im Verständnis des Symbolischen Interaktionismus
2.2.3 Interaktionistischer Ansatz
2.3 Kinder- und Jugendsoziologie
2.3.1 Markenkonsum
2.3.1.1 Kaufverhalten
2.3.1.2 Uniformierung durch Konformität
2.3.2 Die Gleichaltrigengruppe
2.3.2.1 Soziale Normen und Rollenverhalten
2.3.2.2 Der Charakter der Gleichaltrigengruppe
2.3.2.3 Die Bedeutung der Gleichaltrigengruppe in der Schule
2.3.2.4 Meinungsführer in der Schulklasse
2.4 Kinder- und Jugendpsychologie
2.4.1 Identität
2.4.1.1 Identität als lebenslanger Prozess
2.4.1.2 Identitätsarbeit im Jugendalter nach Erikson
2.4.1.3 Soziale Identität in der Adoleszenz
2.4.1.4 Besonderheiten in der Jugendphase
2.4.1.5 Identitätsentwicklung in der Schule
2.4.1.6 Kleidung als Teil der Identität
2.4.2 Attraktivität der Schüler
2.4.2.1 Attraktivitätsforschung
2.4.2.2 Auswirkungen der äußeren Erscheinung auf die soziale Akzeptanz
2.4.3 Prosoziales Verhalten in der Schule
2.4.3.1 Motive und Standards prosozialen Verhaltens
2.4.3.2 Aspekte prosozialen Verhaltens
2.4.3.3 Soziale Beliebtheit und soziale Randständigkeit in der Schule
2.5 Schulpädagogik
2.6 Unterrichtsklima
2.6.1.1 Definition und Aspekte des Unterrichtsklimas
2.6.1.2 Schulklasse als soziales System
2.6.1.3 Geschlechtsspezifische Beziehungsmuster der Schüler - Schüler - Interaktion
2.6.1.4 Geschlechtsspezifische Tendenzen der Lehrer - Schüler - Interaktion
2.6.1.5 Gewalt an der Schule
2.6.1.6 Die Bedeutung sozialer Anerkennung in der Schulklasse
2.6.1.7 Wirkungen einzelner Klimamerkmale auf das Verhalten der Schüler
2.6.1.8 Forschungsmethoden
2.6.2 Corporate Identity in Schulen
2.6.2.1 Das Beziehungssystem in der Schulklasse
2.6.2.2 Ganzheitliche Identitätsbildung
3. Beispiele für schulbezogene Veränderung der Modenutzung: Einführung der Schulkleidung
3.1 Das Hamburger Projekt
3.2 Berliner Projekt
3.3 Medienrezeption und politisches Meinungsbild
3.3.1 Schulkleidung gegen Markenwahn, Gewaltprävention und Mobbing in der Schule
3.3.2 Meinungen der Schüler
3.3.2.1 Die Klasse 6b der Schule Sinstorf
3.3.2.2 Die Klasse 8a des Willi-Graf-Gymnasium Steglitz
3.3.2.3 Die Klasse 10c der Heinrich-Ferdinand-Eckert-Schule
4. Spezielle Einstellung der Schüler zur Schulkleidung
4.1 Aspekte der Einstellungsbildung
4.1.1 Operationalisierung der Merkmale im Schülerfragebogen und der Landauer Skala zum Sozialklima (LASSO)
4.1.1.1 Pilotstudie Berlin
4.1.1.2 Untersuchung Hamburg
4.2 Datenerhebung
4.2.1 Durchführung der Stichprobe (Pilotstudie Berlin)
4.2.2 Untersuchungszeitpunkte der Hamburger Schulklassen
4.2.3 Erläuterung des Forschungsdesigns
4.3 Zu den Ergebnissen der „Pilotstudie Berlin“
4.3.1 Darstellung und Interpretation der Pilotstudie Berlin
4.3.1.1 Sozio-ökonomische Daten
4.3.1.2 Einflüsse auf das Tragen von Markenkleidung
4.3.1.3 Wirkungserwartung der Markenkleidung
4.3.1.4 Bedeutungsstrukturen der Kleidung
4.3.1.5 Wirkungserwartung der Schulkleidung
4.3.1.6 Zusammenfassung der Ergebnisse der Berliner Pilotstudie
4.3.1.7 Zur Einschätzung des Fragebogens
4.4 Zu den Ergebnissen der „Untersuchung Hamburg“
4.4.1 Darstellung und Interpretation der Untersuchung Hamburg
4.4.1.1 Sozio-ökonomische Daten
4.4.1.2 Bedingungsstruktur der Markenkleidung
4.4.1.3 Wirksamkeitserwartung der Markenkleidung
4.4.1.4 Zufriedenheit in der Klasse und Cliquenbildung in Bezug zur äußeren Erscheinung
4.4.1.5 Wirksamkeitserwartung der Schulkleidung
4.4.1.6 Skalen der Landauer Skala zum Sozialklima
4.4.1.7 Praxisumsetzung der Schulkleidung
4.4.1.8 Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit analysiert die Bedeutung von Kleidung für die soziale Akzeptanz von Jugendlichen im Alter zwischen 10 und 16 Jahren. Das primäre Forschungsziel ist die Untersuchung der Frage, inwiefern die Einführung von einheitlicher Schulkleidung geeignet ist, dem Markenzwang in Schulklassen entgegenzuwirken und das soziale Klima sowie den Zusammenhalt innerhalb der Klassen positiv zu fördern.
Die Bedeutung der Gleichaltrigengruppe in der Schule
Generell lässt sich sagen, dass mit dem Eintritt ins Schulleben ein Anstieg von Konflikten zwischen den Heranwachsenden zu beobachten ist. Diese Konflikte können als Begleiterscheinungen von Strukturierungsprozessen in der Gleichaltrigengruppe interpretiert werden. Im Verlauf der Schulzeit bilden sich zunehmend stabile Beziehungskonstellationen heraus. Dabei bleiben manche Kinder auf der Strecke. Befunde soziometrischer Wahlen ergeben, dass durchschnittlich 15 % der Schüler aktiv von den anderen Schülern abgelehnt werden, 10 % als wenig beachtete Außenseiter gelten und 5 % als kontrovers eingeschätzt werden. Hinweise zur Interaktion zwischen Gleichaltrigen ergeben u. a. Studien zum kooperativen Lernen (ebenda). Das Ergebnis zeigt, dass Gruppenarbeit zu einer höheren Leistungsmotivation, zu günstigeren sozialen Einstellungs- und Verhaltensmustern sowie zu einer größeren Toleranz gegenüber Außenseitern beiträgt. Dennoch werden in einigen Fällen unerwünschte Nebeneffekte, wie die Durchsetzung der Meinungsführer oder der Umstand, dass leistungsstärkere Schüler zum Nachteil der schwächeren Schülern den Unterricht bestimmen, nachgewiesen (vgl. Krapp / Weidenmann, 2001, S. 264ff).
Wann hat ein Schüler einen für sich befriedigenden sozialen Status innerhalb der Klasse erreicht? Dazu muss eine Vielfalt möglicher individueller Positionen, die der einzelne Schüler einnehmen kann, beachtet werden. Einem Schüler genügt die Freundschaft zu einem Mitschüler, ein anderer wechselt vielleicht zwischen verschiedenen Cliquen hin und her. Weiterhin gibt es viele Spezialisierungsmöglichkeiten wie Konzentration auf Schulleistungen, Sport, Helferrollen, oder Attraktivität des Körpers, auf die persönlicher Wert gelegt wird. Daran zeigt sich, dass der soziale Status zur Zufriedenheit eines Schülers sehr verschieden aussehen kann. Die Antwort lässt sich nicht verallgemeinern. Ergebnisse einer Longitudinalstudie in Deutschland und zwei Zusatzstudien in der Schweiz zeigen folgende Ergebnisse:
Mädchen bewegen sich weniger in Cliquen und dafür mehr in Zweierbeziehungen als Jungen. In Hauptschulen sind die Jungen häufiger in außerschulischen Cliquen eingebunden als in Gymnasien.
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die zentrale Fragestellung vor, inwieweit Schulkleidung als Instrument gegen Markenzwang und zur Förderung des sozialen Zusammenhalts in Schulklassen fungieren kann.
2. Erklärungsmodelle der Modenutzung: Dieses Kapitel liefert einen historischen Überblick über pädagogische Ansätze zur Schülerkleidung und analysiert die Rolle von Mode als soziales Symbol aus soziologischer und psychologischer Sicht.
3. Beispiele für schulbezogene Veränderung der Modenutzung: Einführung der Schulkleidung: Hier werden konkrete Modellprojekte in Hamburg und Berlin vorgestellt, die den Versuch der Einführung einheitlicher Schulkleidung dokumentieren.
4. Spezielle Einstellung der Schüler zur Schulkleidung: Dieses Kapitel präsentiert die methodische Vorgehensweise sowie die detaillierten Ergebnisse der empirischen Pilotstudie in Berlin und der Hauptuntersuchung in Hamburg.
5. Zusammenfassung: Das Fazit fasst die theoretischen Erkenntnisse und die empirischen Ergebnisse zusammen und bewertet die Eignung von Schulkleidung zur Beeinflussung des sozialen Klimas.
Schulkleidung, Schuluniform, Modenutzung, Markenzwang, Klassenklima, Gleichaltrigengruppe, Soziale Akzeptanz, Identitätsentwicklung, Cliquenbildung, Prosoziales Verhalten, Schüler, Pädagogik, Sozialpsychologie, Jugendsoziologie, Markenkleidung.
Die Diplomarbeit untersucht die Rolle von Kleidung und Mode im Schulalltag und analysiert, ob einheitliche Schulkleidung soziale Unterschiede reduzieren und das Klassenklima verbessern kann.
Das Spektrum reicht von der historischen Entwicklung von Schülerkleidung in Deutschland über soziologische und psychologische Theorien der Adoleszenz bis hin zur empirischen Untersuchung aktueller Modellprojekte an verschiedenen Schulen.
Die zentrale Forschungsfrage zielt darauf ab, zu klären, ob durch Schulkleidung der Markenzwang abgebaut und die soziale Integration sowie der Zusammenhalt in der Klassengemeinschaft gefördert werden können.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie einer empirischen Studie mittels Fragebögen in mehreren Berliner und Hamburger Schulklassen, wobei ein Experimental-Kontrollgruppendesign angewandt wurde.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Erklärungsmodelle (Mode, Soziologie, Psychologie), die Vorstellung von Praxisbeispielen (Hamburger und Berliner Projekte) sowie die detaillierte Auswertung der empirischen Daten.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Schulkleidung, Markenzwang, Cliquenbildung, Sozialklima und Identitätsentwicklung geprägt.
Markenzwang wird in der Arbeit als Belastung für das soziale Miteinander identifiziert, da er zu Ausgrenzung führen kann und die Aufmerksamkeit von pädagogischen Zielen auf materielle Äußerlichkeiten verschiebt.
Die Projekte zeigen, dass die Einführung von Schulkleidung sehr differenziert aufgenommen wird und stark von der Dauer des Versuchs sowie der Einbindung der Schüler abhängt, wobei ein positiver Effekt auf den Zusammenhalt tendenziell mit zunehmender Projektdauer korreliert.
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