Diplomarbeit, 2007
81 Seiten, Note: 2,0
Politik - Allgemeines und Theorien zur Internationalen Politik
1. Einleitung
1.1 Zeitlicher Hintergrund
1.2 Fragestellung
1.3 Gang der Untersuchung
1.4 Eingrenzung des Themas
2. Huntingtons Theorie
2.1 Das Zeitalter der Zivilisationen
2.2 Was ist eine Zivilisation?
2.3 Konfliktursachen
2.4 Bruchlinienkonflikte und Kernstaaten
2.5 Der Westen zwischen Dominanz und Niedergang
3. Empirische Studien
3.1 Untersuchungszeitraum
3.2 Internationale Konflikte
3.3 Der Islam als ‚Herausfordererkultur’
3.3.1 Effekt der Demokratie
3.3.2 Moslemisch-westliche Konflikte
4. Kritik der Annahmen
4.1 Die Langzeitgültigkeit des Kulturkampfs
4.2 Huntingtons ‚Kulturrealismus’
4.2.1 Konkurrierende Paradigmen
4.2.2 Der Realismus
4.2.3 Kultur und Realismus
4.2.4 ‚Zivilisationismus’ und Nationalismus
4.3 Der leere Konfliktbegriff
4.4 Der statische Zivilisationsbegriff
5. Fazit
Die vorliegende Diplomarbeit untersucht die zentralen Thesen von Samuel Huntingtons Konzept des „Kampfes der Kulturen“. Das primäre Ziel ist es, den postulierten Zusammenhang zwischen Kulturzugehörigkeit und der Entstehung von Konflikten kritisch zu hinterfragen und empirisch zu prüfen, ob kulturelle Faktoren das internationale Geschehen nach dem Ende des Kalten Krieges tatsächlich maßgeblich bestimmen.
2.1 Das Zeitalter der Zivilisationen
Samuel Huntington faßt die Hauptthese des ‚Clash of Civilizations’ eingangs seines Artikels in der Foreign Affairs von 1993 folgendermaßen zusammen:
It is my hypothesis that the fundamental source of conflict in this new world will not be primarily ideological or primarily economic. The great divisions among humankind and the dominating source of conflict will be cultural. Nation states will remain the most powerful actors in world affairs, but the principal conflicts of global politics will occur between nations and groups of different civilizations. The clash of civilizations will dominate global politics. The fault lines of civilizations will be the battle lines of the future.6
Huntington sieht den Kampf der Kulturen in der Nachfolge älterer Antagonismen der internationalen Beziehungen: 1) Zeitalter des Absolutismus (1648-1789): Fürst vs. Fürst. 2) Zeitalter des Nationalismus (1789-1917): Nationalstaat vs. Nationalstaat. 3) Zeitalter der Ideologie (1917-1989): Ideologie vs. Ideologie (siehe Anhang: Abb. 1). 4) Zeitalter der Zivilisationen (1989- ): Zivilisation vs. Zivilisation7 (siehe Anhang: Abb. 2).
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in den zeitgeschichtlichen Kontext nach dem Kalten Krieg ein und definiert die Forschungsfrage bezüglich der Validität von Huntingtons Thesen.
2. Huntingtons Theorie: Dieses Kapitel erläutert die Grundkonzepte des „Kampfes der Kulturen“, die Definition von Zivilisationen sowie die Bedeutung von Kernstaaten und Bruchlinien.
3. Empirische Studien: Der Abschnitt analysiert verschiedene wissenschaftliche Studien, die versuchen, Huntingtons kulturtheoretische Annahmen mit statistischen Daten zum Konfliktgeschehen abzugleichen.
4. Kritik der Annahmen: Hier werden die theoretischen Schwachstellen des Kulturrealismus, das Spannungsverhältnis zwischen Staat und Kulturkreis sowie der Begriff des statischen Zivilisationsverständnisses hinterfragt.
5. Fazit: Die Schlussbetrachtung fasst die Ergebnisse zusammen und resümiert, inwieweit Huntingtons Paradigma als Analyseinstrument für die internationale Politik der Gegenwart taugt.
Kampf der Kulturen, Samuel Huntington, Zivilisation, Internationale Beziehungen, Kulturrealismus, Bruchlinienkonflikte, Kernstaaten, Islam, Politiktheorie, Konfliktforschung, Realismus, Globalisierung, Identität, Weltordnung, Nationalstaat.
Die Arbeit befasst sich mit der wissenschaftlichen Analyse und Kritik der von Samuel Huntington aufgestellten These, dass die Weltpolitik nach dem Kalten Krieg primär durch kulturelle Identitäten und Zusammenstöße zwischen Zivilisationen geprägt wird.
Zu den zentralen Themen gehören die Definition und Abgrenzung von Zivilisationen, die Rolle von Kernstaaten in Konfliktsituationen, die empirische Überprüfbarkeit von Kulturkonflikten sowie die theoretische Verortung Huntingtons innerhalb des politischen Realismus.
Die Forschungsfrage lautet: Wie lauten die Hauptthesen von Huntingtons „Kampf der Kulturen“, ist der postulierte Zusammenhang zwischen Kultur und Konflikt empirisch belegbar und welche impliziten Annahmen liegen dieser Theorie zugrunde?
Die Arbeit nutzt eine politiktheoretische Analyse, ergänzt durch eine kritische Auswertung empirischer Studien aus der Friedens- und Konfliktforschung, um Huntingtons Thesen auf ihre Plausibilität hin zu prüfen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Theorie, die Analyse empirischer Daten bezüglich internationaler Konflikte sowie eine detaillierte Auseinandersetzung mit der Kritik an Huntingtons kulturrealistischen und statischen Annahmen.
Wichtige Begriffe sind unter anderem: Kampf der Kulturen, Kulturrealismus, Zivilisationsparadigma, Bruchlinienkonflikte und das Spannungsfeld zwischen Nationalstaat und kultureller Identität.
Huntington identifiziert den Islam als eine „Herausfordererkultur“ des Westens, die aufgrund demographischer Faktoren, historischer Erbfeindschaft und weltanschaulicher Differenzen ein hohes Konfliktpotenzial aufweise.
Der Begriff wird kritisiert, weil er als zu statisch und undifferenziert wahrgenommen wird. Kritiker bemängeln, dass Huntington nicht erklärt, warum kulturelle Identitäten zwangsläufig zu Konflikten führen und warum Akteure wie Staaten in einer sich globalisierenden Welt nicht primär nach nationalen Interessen handeln.
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