Diplomarbeit, 2003
98 Seiten, Note: 1,0
Teil 1 DAS KRANKHEITSBILD DER DEMENZ
1. Demenz als Syndrom
1.1 Reversible oder sekundäre Demenzen
1.2 Irreversible oder primäre Demenzen
1.3 Präsenile und senile Demenzen
2. Epidemiologie – Inzidenz und Prävalenz der Demenz
3. Ausprägungen der Demenz – Die senile Demenz vom Alzheimer Typ und die Demenz vom vaskulären Typ
3.1 Allgemeine Demenzkriterien nach DSM IV
3.2 Zur Entstehung
3.2.1 Alzheimer-Demenz
3.2.2 Vaskuläre Demenz
3.3 Zur Diagnose der Alzheimer-Demenz und der vaskulären Demenz
3.3.1 Neuropsychologische Diagnose
3.3.2 Medizinische Diagnose
3.4 Zum Verlauf der Alzheimer Demenz und der vaskulären Demenz
3.5 Medikamentöse Therapie
3.5.1 Alzheimer-Demenz
3.5.1.1 Ausgleich des Mangels an Acetylcholin
3.5.1.2 Steigerung des erniedrigten Hirnstoffwechsels
3.5.2 Vaskuläre Demenz
3.6 Behandlung von Begleiterscheinungen
4. Beeinträchtigungen des Betroffenen durch demenzielle Symptome
4.1 Beeinträchtigungen von kognitiven Bereichen durch direkte Symptome
4.1.1 Gedächtnis
4.1.2 Wahrnehmung und Denken
4.1.3 Sprache
4.1.4 Orientierung
4.1.4.1 Zeitliche und örtliche Orientierung
4.1.4.2 Personelle Orientierung
4.1.4.3 Situative Orientierung
4.2 Begleiterscheinungen durch indirekte Symptome
4.2.1 Persönlichkeitsveränderung
4.2.2 Schlafstörungen und Störungen des Schlaf-Wach-Rhythmus
4.2.3 Veränderungen im Gefühlsleben
4.2.3.1 Affektive Störungen
4.2.3.2 Veränderung der Grundstimmung
4.3 Resümee
5. Kompetenzen und Ressourcen dementer Menschen
5.1 Resümee
6. Reaktionen dementer Menschen auf den Kompetenzverlust
6.1 Coping-Strategien als Versuch der Krankheitsbewältigung
6.1.1 Aufbau einer Fassade
6.1.2 Rückzug und Passivität
6.1.3 Interaktion mit den Angehörigen
6.1.4 Aggression
6.2 Resümee
7. Demenzverstärkende Faktoren
7.1 Allgemein verschlechterter Gesundheitszustand
7.2 Faktoren in der Umgebung
7.3 Situationsbedingte Faktoren
7.4 Veränderte Kommunikation
7.5 Krankheitsfördernde Verhaltensweisen des Pflegenden
8. Bedürfnisse dementer Menschen
8.1 Resümee
9. Das Erleben von seniler Demenz
Teil 2 MÖGLICHKEITEN DER THERAPIE UND DES WOHNENS FÜR DEMENTE MENSCHEN
10. Ansatzpunkte zur therapeutischen Intervention
10.1 Das individuelle Verhalten dementer Menschen als Ansatzpunkt der Therapie
10.2 Grundlegendes zur Soziotherapie
10.2.1 Grundprinzipien zum therapeutischen Vorgehen
10.3 Resümee
11. Therapieansätze in der Arbeit mit Dementen
11.1 Verhaltenstherapie
11.2 Selbst-Erhaltungs-Therapie (SET)
11.3 Realitätsorientierungstraining (ROT)
11.4 Validation
11.5 Erinnerungstherapie
11.6 Aktivitäten des täglichen Lebens und existentielle Erfahrungen (AEDL)
11.7 Resümee
12. Das Pflegeheim und die Hausgemeinschaft als Wohnformen für Menschen mit seniler Demenz
12.1 Entwicklung der Heimpopulation
12.2 Das Pflegeheim
12.2.1 Zur Zufriedenheit und zu den Bedürfnissen von Heimbewohnern
12.2.2 Milieugestaltung im Pflegeheim
12.2.3 Potentiale und Hindernisse von Pflegeheimen zur Milieugestaltung
12.3 Das Konzept der Hausgemeinschaft
12.3.1 Hausgemeinschaften für demenziell erkrankte Menschen
12.3.2 Die Hausgemeinschaft - Eine Alternative zum Pflegeheim?
13. Resümee - Zur sozialtherapeutischen Gestaltung der stationären Altenhilfe auf den Handlungsebenen der Sozialen Arbeit
13.1 Zur Einzelbetreuung
13.2 Zur Gruppenarbeit
13.3 Zur Gemeinwesenarbeit
14. Fazit
Die Arbeit untersucht das Krankheitsbild der senilen Demenz und die damit verbundenen Herausforderungen für die stationäre Altenpflege. Ziel ist es, durch das Verständnis der Erkrankung und die Analyse aktueller Betreuungsformen sowie therapeutischer Ansätze aufzuzeigen, wie die Lebensqualität dementer Menschen in stationären Einrichtungen verbessert werden kann und welche Rolle die soziale Arbeit dabei einnimmt.
1. Demenz als Syndrom
„Demenz (lateinisch: Fehlen von Verstand) ist ein klinisches Syndrom und beschreibt eine Einengung der intellektuellen, kognitiven und emotionalen Fähigkeiten und der Persönlichkeit. Angeborene Intelligenzdefekte (geistige Behinderung) gehören nicht zu dementiellen Prozessen im mittleren und höheren Lebensalter. Nach gerontopsychiatrischen Einteilungsprinzipien werden primäre Demenzen von sekundärer Demenz unterschieden.“ (Deutscher Verein für öffentliche und private Fürsorge 1997, S.196)
Kors (1997) betont den Syndromcharakter der Demenz, die sich demnach durch Zusammenwirken mehrerer gleichzeitig auftretender und zusammenhängender Symptome auszeichnet. Es handelt sich also nicht um eine eigenständige Krankheit, sondern je nach Kombination der Symptome um mehrere unterschiedliche Krankheiten, die unter dem Begriff der Demenz zusammengefasst werden. Typische Symptome für Demenzen sind Gedächtnisstörungen, Störungen des abstrakten Denkens, des Urteilsvermögens, Persönlichkeitsveränderungen wie Aggressivität oder Misstrauen, Desorientiertheit und Konzentrationsstörungen, Aphasie, Apraxie und Agnosie (Bewegungs- und Kommunikationsstörungen). Demenz ist kurz gefasst eine „... chronisch progrediente Erkrankung mit zunehmender Entwicklung von multiplen kognitiven Defiziten.“ (Hürny u.a. 2002, S. 393)
1. Demenz als Syndrom: Einführung in den Begriff der Demenz als klinisches Syndrom und Abgrenzung zwischen primären und sekundären Demenzformen.
2. Epidemiologie – Inzidenz und Prävalenz der Demenz: Darstellung der Altersabhängigkeit des Demenzrisikos sowie statistischer Prognosen zur Bevölkerungsentwicklung.
3. Ausprägungen der Demenz – Die senile Demenz vom Alzheimer Typ und die Demenz vom vaskulären Typ: Erläuterung der diagnostischen Kriterien, Entstehungsursachen, Verlaufsformen und medizinischen Therapiemöglichkeiten bei Alzheimer- und vaskulärer Demenz.
4. Beeinträchtigungen des Betroffenen durch demenzielle Symptome: Detaillierte Analyse kognitiver und psychischer Beeinträchtigungen, die das tägliche Leben und die Selbstständigkeit der Betroffenen einschränken.
5. Kompetenzen und Ressourcen dementer Menschen: Untersuchung der verbliebenen Fähigkeiten und der Relevanz individueller Lebensgeschichten für die Aktivierung dementer Menschen.
6. Reaktionen dementer Menschen auf den Kompetenzverlust: Analyse von Krankheitsverarbeitungsstrategien wie Fassadenaufbau, Rückzug und Aggression als Reaktion auf die existenzielle Bedrohung durch die Krankheit.
7. Demenzverstärkende Faktoren: Identifikation externer und interner Einflussfaktoren wie Gesundheitszustand, Umgebung und pflegerische Verhaltensweisen, die die Symptomatik beeinflussen.
8. Bedürfnisse dementer Menschen: Diskussion der menschlichen Bedürfnishierarchien (u.a. Maslow, Kitwood) und deren Anwendung auf demente Menschen im Pflegealltag.
9. Das Erleben von seniler Demenz: Reflexion über die subjektive Erfahrung der Erkrankung und die methodischen Schwierigkeiten beim Zugang zur Erlebniswelt von Demenzkranken.
10. Ansatzpunkte zur therapeutischen Intervention: theoretische Grundlagen der Soziotherapie und Bedeutung der Anpassung der Umwelt an die verbleibenden Kompetenzen.
11. Therapieansätze in der Arbeit mit Dementen: Überblick über konkrete therapeutische Methoden wie Verhaltenstherapie, Validation und Erinnerungstherapie.
12. Das Pflegeheim und die Hausgemeinschaft als Wohnformen für Menschen mit seniler Demenz: Vergleich zwischen traditionellen stationären Einrichtungen und dem alternativen Modell der Hausgemeinschaft hinsichtlich ihrer Eignung für Demenzkranke.
13. Resümee - Zur sozialtherapeutischen Gestaltung der stationären Altenhilfe auf den Handlungsebenen der Sozialen Arbeit: Synthese der Ergebnisse hinsichtlich der Aufgaben der sozialen Arbeit in der stationären Altenhilfe.
14. Fazit: Zusammenfassende Einschätzung der zukünftigen Herausforderungen und der Dringlichkeit bedürfnisorientierter Konzepte.
Senile Demenz, Alzheimer-Demenz, vaskuläre Demenz, stationäre Altenhilfe, Pflegeheim, Hausgemeinschaft, Soziotherapie, Validation, Erinnerungstherapie, kognitive Beeinträchtigungen, Lebensqualität, Kompetenzverlust, gerontopsychiatrische Pflege, Alltagsgestaltung, soziale Arbeit.
Die Arbeit analysiert die senile Demenz als komplexes Krankheitsbild und die daraus resultierenden Herausforderungen für die Versorgung und therapeutische Begleitung in stationären Einrichtungen der Altenhilfe.
Die Arbeit umfasst klinische Aspekte der Demenz, psychologische Auswirkungen auf die Betroffenen, therapeutische Ansätze sowie die Analyse und den Vergleich unterschiedlicher Wohnkonzepte wie Pflegeheime und Hausgemeinschaften.
Das Ziel ist es, das Bewusstsein für die Bedürfnisse dementer Menschen zu schärfen und aufzuzeigen, wie stationäre Altenhilfeeinrichtungen durch bedürfnisorientierte Ansätze eine bessere Lebensqualität gewährleisten können.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und einer kritischen Auseinandersetzung mit verschiedenen therapeutischen Konzepten und Pflegemodellen sowie deren Anwendung in der Praxis der Sozialen Arbeit.
Im Hauptteil werden neben der Krankheitslehre die verschiedenen Therapieansätze (Validation, ROT, etc.) detailliert besprochen und kritisch bewertet sowie die baulichen und konzeptionellen Anforderungen an moderne Wohnformen für Demenzkranke analysiert.
Die wichtigsten Schlüsselwörter sind Senile Demenz, Alzheimer, Soziotherapie, Pflegeheim, Hausgemeinschaft, Lebensqualität, Validation und Soziale Arbeit.
Das Umwelt-Kompetenz-Modell nach Lawton veranschaulicht, wie durch die bewusste Anpassung des "Aufforderungsdrucks" der Umwelt an die verbleibende Kompetenz des Dementen Über- oder Unterforderung vermieden werden kann.
Hausgemeinschaften fördern durch ihren häuslichen Charakter, die Einbindung in alltägliche Aufgaben (Hausarbeit, Kochen) und eine stabilere Bezugspersonen-Struktur die Selbstständigkeit, soziale Kontakte und das Wohlbefinden, wodurch Stress und institutionelle Anonymität reduziert werden können.
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