Diplomarbeit, 2007
90 Seiten, Note: 2,3
Einleitung
1. Sexualität
1.1 Begriffsbestimmung: Sexualität
1.2 Sexualverhalten und Botschaften
2. Sexualität und das höhere Lebensalter
2.1 Was heißt Altern oder höheres Lebensalter
2.2 Das Tabuthema Sexualität im Alter
2.3 Partnerschaft und Sexualität
3. Soziale und gesellschaftliche Einflussfaktoren
3.1 Gesellschaftliche Werte und Normen
3.2 Religiöse und moralische Einschränkungen
3.3 Das Älterwerden und seine Auswirkungen auf die Sexualität
3.4 Unterschiedliche Bewertung weiblichen und männlichen Alterns
4. Allgemeine körperliche Veränderungen im Alter
4.1 Sexuelle Reaktionen von älteren Frauen und Männern
4.2 Krankheiten und Sexualität
4.3 Funktionelle Störungen
4.4 Demenz und Sexualität
5. Einflussfaktoren und Besonderheiten auf Sexualität im Alter
5.1 Einflussfaktoren im Kontext der Wohnsituation
5.2 Besonderheiten und Einflussfaktoren bei Alleinlebenden
5.3 Besonderheiten und Einflussfaktoren in Mehrgenerationsfamilien
5.4 Besonderheiten und Einflussfaktoren in Alten- oder Pflegeheimen
5.5 Besonderheiten und Einflussfaktoren in Wohngemeinschaften
6. Pflegepersonal und Betreuer
6.1 Rolle des Pflegepersonals
7. Befragung des Pflegepersonals und Betreuer
7.1 Vorbereitung und Durchführung der Datenerhebung
7.2 Gliederung des Fragebogens und Hypothesen
7.3 Auswertung der Datenerhebung
8. Zusammenfassung
Die Diplomarbeit untersucht die Besonderheiten und Einflussfaktoren von Sexualität im Alter unter sich wandelnden Lebensumständen. Ziel ist es, durch eine Befragung von Pflegekräften Erkenntnisse darüber zu gewinnen, wie mit dem Thema Sexualität in Senioreneinrichtungen umgegangen wird, welche Barrieren bestehen und inwiefern ein Bedarf an sexualpädagogischer Auseinandersetzung existiert.
1.1 Begriffsbestimmung
Eine Begriffsbestimmung für das allseits gebräuchliche Wort Sexualität zu finden, scheint auf Anhieb nicht schwer zu fallen. Der tägliche Umgang mit der Begrifflichkeit ist allen vertraut und man geht davon aus, dass die Anwender auch alle das gleiche unter diesem Begriff verstehen.
Aber schon ein Blick in die Literatur zeigt auf, wie viele Ansätze, Überlegungen und Sichtweisen, was unter dem Begriff zu verstehen, zu definieren ist, es in den einzelnen Sparten der Forschungsbereiche zu dieser Wortbestimmung gibt.
Eine Annäherung oder einen Versuch, mich der Begrifflichkeit anzunehmen, ist wahrscheinlich der häufigste der gemacht wird, nämlich in der Bestimmung der Wortherkunft. „Sexualität“ kommt aus dem lateinischen und wird von dem Wort „sexus“ abgeleitet, was „das Geschlecht“ bezeichnet. Somit bedeutet die lateinische Ableitung von „Sexualität“ die Geschlechtlichkeit des Menschen.
Laut Fremdwörterbuch war bis 1865 das Sexualsystem des Menschen als „Geschlechtsordnung“ definiert. Es hat aber bereits in Deutschland um 1835 ernsthafte Begehren der so genannten Jungdeutschen, zu nennen sind z.B. Heinrich Heine, Theodor Mundt und Heinrich Laube, die in ihren literarischen Werken eine sexuelle Emanzipation anregten, gegeben (vgl. Leske & Budrich, 1990). Seit dem 20. Jahrhundert setzte sich der Begriff „Sexualität“ in seiner Verwendung im Zusammenhang mit Erotik und dem Menschen immer mehr durch.
Aus psychologischer Sicht ist Sexualität geschlechtsbezogenes Erleben und Verhalten. Sexualverhalten wird teils durch den biologisch veranlagten Trieb sich sexuell zu verhalten und teils durch die Umwelt, die die uns dazu veranlassenden Reize bereithält, gesteuert.
1. Sexualität: Dieser Abschnitt definiert den Begriff Sexualität historisch, psychologisch und biologisch als ureigenen menschlichen Trieb.
2. Sexualität und das höhere Lebensalter: Hier wird der Alterungsprozess als individueller Wandel beschrieben, in dem sexuelle Bedürfnisse trotz gesellschaftlicher Tabuisierung bestehen bleiben.
3. Soziale und gesellschaftliche Einflussfaktoren: Das Kapitel beleuchtet den Einfluss von Werten, Normen und religiösen Vorstellungen, die ältere Menschen oft als asexuell stigmatisieren.
4. Allgemeine körperliche Veränderungen im Alter: Hier werden physiologische Aspekte, chronische Krankheiten sowie funktionelle Störungen und deren Auswirkungen auf das sexuelle Erleben analysiert.
5. Einflussfaktoren und Besonderheiten auf Sexualität im Alter: Untersuchung der Wohnsituation (von Alleinleben bis Pflegeheim) als entscheidender Faktor für die Gestaltung sexueller Intimität.
6. Pflegepersonal und Betreuer: Fokus auf die Rolle der Pflegenden als Bezugspersonen, die im täglichen Kontakt mit den sexuellen Belangen der Bewohner stehen.
7. Befragung des Pflegepersonals und Betreuer: Darstellung der methodischen Durchführung, Gliederung und Auswertung einer empirischen Fragebogenstudie unter 70 Pflegekräften.
8. Zusammenfassung: Abschlussbetrachtung, die fordert, Sexualität im Alter nicht länger als Tabu zu behandeln und konzeptionell in Pflegeeinrichtungen zu verankern.
Sexualität im Alter, Alterssexualität, Altenpflege, Tabuthema, Wohnformen, Pflegepersonal, sexuelle Bedürfnisse, Lebensqualität, psychosoziale Entwicklung, empirische Befragung, sexuelle Gesundheit, körperliche Veränderungen, Selbstbestimmung, soziale Normen, Sexualstörungen.
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Besonderheiten der Sexualität bei älteren Menschen und wie sich verschiedene Lebensumstände sowie gesellschaftliche Faktoren auf deren sexuelle Bedürfnisse auswirken.
Die Themen umfassen soziale Normen, körperliche Alterungsprozesse, die Auswirkungen von Wohnformen wie Altenheimen und den Umgang des Pflegepersonals mit der Sexualität ihrer Bewohner.
Die Forschungsfrage lautet, ob und wie Sexualität im Alter bei veränderten Lebensumständen selbstbestimmt gelebt werden kann und welche Erfahrungen das Pflegepersonal dazu beitragen kann.
Der Autor führt eine quantitative Datenerhebung mittels eines Fragebogens bei 70 Alten- und Krankenpflegern im Raum Bernburg durch, um deren Einstellungen und Beobachtungen auszuwerten.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung der Sexualität im Alter (biologisch, sozial, psychologisch) und die detaillierte Auswertung der eigenen Fragebogenstudie.
Die wichtigsten Begriffe sind Alterssexualität, Altenpflege, Tabuisierung, sexuelle Selbstbestimmung und institutionelle Rahmenbedingungen.
Die Umfrage zeigt, dass ein Großteil der Befragten Sexualität bei älteren Menschen beobachtet, jedoch Unsicherheiten bei der fachlichen Begleitung bestehen und ein Bedarf an Fortbildungen erkennbar ist.
Viele Befragte berichten von einem langsamen Wandel in der Wahrnehmung, betonen jedoch, dass Sexualität in Heimen aufgrund baulicher und organisatorischer Faktoren oft nur eingeschränkt möglich ist.
Der Autor fordert eine Enttabuisierung und eine konzeptionelle Integration von Sexualität in der Altenpflege, da auch ältere Menschen ein Recht auf ein erfülltes und selbstbestimmtes Sexualleben haben.
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