Examensarbeit, 2007
114 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
1.1 Thematische Einführung und Zielsetzung der Arbeit
1.2 Inhalt und Gliederung der Arbeit
2 Globalisierung versus Regionalisierung
2.1 Der Begriff der Globalisierung
2.2 Rahmenbedingungen der Globalisierung
2.3 Globalisierungsprozesse
2.4 Standortorganisation im Rahmen der Globalisierung
2.5 Regionalisierung
3 Wissens- und innovationsbasierte Regional- und Nationalentwicklung: Theoretische Grundlagen
3.1 Die Bedeutung wissensbasierter Wettbewerbsvorteile für NICs
3.2 Wissen
3.3 Lernen
3.4 Innovation
3.4.1 Begriffsdefinition
3.4.2 Der systemische Charakter von Innovationen
3.4.3 Raumwirksamkeit von Innovationen
3.5 Konzeptionelle Diskussion
3.6 Innovationssysteme
3.6.1 Das Konzept des nationalen Innovationssystems
3.6.2 Regionale Innovationssysteme
3.6.3 Nationale bzw. regionale Innovationssysteme als Analyserahmen
3.7 Spezifische Merkmale von nationalen Innovationssystemen in NICs
4 Möglichkeiten einer wissensbasierten Weiterentwicklung durch internationale Integration
4.1 Wissensquellen im Innovationssystem
4.2 Ausländische multinationale Unternehmen als Schrittmacher der wissensbasierten Weiterentwicklung
4.3 Internationaler Wissenstransfer
4.3.1 Formen und Kanäle des Wissenstransfers
4.3.2 Intrafirmentransfer
4.3.3 Interfirmentransfer
4.4 Wirkungen des internationalen Wissenstransfers
4.4.1 Lernprozesse auf betrieblicher Ebene
4.4.2 Wissenszuwachs und langfristiger technischer Fortschritt
4.5 Spillover-Effekte
4.6 Regionale Weiterentwicklung durch lokale Lernprozesse
4.7 Einfluss der spezifischen Merkmale nationaler Innovationssysteme in NICs
4.7.1 Politische Rahmenbedingungen
4.7.2 Soziokulturelle Einflüsse auf die technologisch-wirtschaftliche Entwicklung
5 Wissensbasierte Weiterentwicklung durch internationale Integration in asiatischen NICs
5.1 Wissensbasierte Aufholprozesse in China
5.1.1 Rahmenbedingungen der wissensbasierten Wirtschaftsentwicklung im chinesischen NIS
5.1.2 Internationaler Wissenstransfer in China
5.1.3 Zusammenfassung
5.2 Wissensbasierte Aufholprozesse in Thailand
5.2.2 Rahmenbedingungen der wissensbasierten Wirtschaftsentwicklung im thailändischen NIS
5.2.2 Internationaler Wissenstransfer in Thailand
5.2.3 Zusammenfassung
5.3 Vergleich der Chancen Chinas und Thailands im globalen Innovationswettbewerb
6 Diskussion
7 Fazit
8 Literaturverzeichnis
Die Arbeit untersucht die Chancen von Schwellenländern (NICs) für eine wissensbasierte Weiterentwicklung durch eine stärkere Integration in globale Produktions- und Wissensnetzwerke. Im Fokus steht dabei die Frage, wie durch technologische Lernprozesse, insbesondere angestoßen durch ausländische multinationale Unternehmen (MNU), eine Aufwertung der lokalen Wirtschaft erreicht werden kann.
3.2 Wissen
Innovationen, Forschung und Entwicklung basieren auf Informationen und Wissen. Unter Informationen versteht man den Fluss von Nachrichten, die nicht in einen Kontext eingebunden und in einzelne Teile zerlegbar sind. Informationen stellen damit einen wichtige Grundlage für den Wissensaufbau und die Wissensformalisierung dar (KOSCHATZKY 2001: 49). Wissen besteht aus Informationen, die in einem Kontextzusammenhang stehen und impliziert die Existenz eines Interpretationszusammenhangs und eines Verständnisses zur Bewertung der Informationen. Der Wissensbestand kann nur durch Lernen vergrößert werden (LIEFNER 1997: 47 f.). Weiterhin lässt sich Wissen in explizites und implizites Wissen unterscheiden. Diese Unterscheidung geht zurück auf POLANY (1966).
Explizites Wissen (codified knowledge) liegt in kodifizierter und dokumentierter Form vor. Beispiele sind Publikationen, Datenbanken oder Betriebsanleitungen (KOSCHATZKY 2001: 49; LIEFNER 2006: 48). Dieses Wissen kann analog oder digital transferiert werden und ist daher weltweit verfügbar (REVILLA DIEZ 2002: 12).
Implizites Wissen (tacit knowledge) liegt in nicht kodifizierter, dokumentierter und artikulierter Form vor (POLANY 1966: 4; vgl. HOWELLS 1996) und ist an Personen oder Handlungsabläufe gebunden (KOSCHATZKY 2001: 49). Es kann nicht analog oder digital weltweit transferiert werden. Die Weitergabe dieser Form von Wissen erfordert den direkten persönlichen Kontakt von Sender und Empfänger. Räumliche Nähe bildet daher eine wesentliche Voraussetzung für den Übertragungsprozess (KOSCHATZKY 2001: 49 f.).
1 Einleitung: Die Arbeit führt in die Fragestellung ein, ob und wie Schwellenländer durch internationale Integration wissensbasierte Wettbewerbsvorteile erlangen können, und erläutert den Aufbau der Untersuchung.
2 Globalisierung versus Regionalisierung: Das Kapitel behandelt grundlegende Prozesse der Weltwirtschaft und die wechselseitige Beeinflussung von Globalisierungs- und Regionalisierungstendenzen.
3 Wissens- und innovationsbasierte Regional- und Nationalentwicklung: Theoretische Grundlagen: Hier werden zentrale Begriffe wie Wissen, Lernen und Innovation definiert und theoretische Konzepte wie Innovationssysteme als Analyserahmen erarbeitet.
4 Möglichkeiten einer wissensbasierten Weiterentwicklung durch internationale Integration: Dieses Kapitel diskutiert Methoden und Kanäle des Wissenstransfers, insbesondere durch multinationale Unternehmen, und analysiert deren Auswirkungen auf die lokale Wirtschaft.
5 Wissensbasierte Weiterentwicklung durch internationale Integration in asiatischen NICs: Anhand von China und Thailand werden die theoretischen Erkenntnisse exemplarisch auf konkrete Länderbeispiele angewendet und verglichen.
6 Diskussion: Die gewonnenen Erkenntnisse werden kritisch reflektiert, wobei auch Risiken und Nachteile der durch internationale Integration geprägten Entwicklung aufgezeigt werden.
7 Fazit: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Bewertung der Chancen und notwendigen Rahmenbedingungen für einen erfolgreichen technologischen Aufholprozess in Schwellenländern.
8 Literaturverzeichnis: Umfassendes Verzeichnis der verwendeten Quellen und wissenschaftlichen Publikationen.
Schwellenländer, NIC, Globalisierung, Regionalisierung, Wissenstransfer, Innovation, Nationales Innovationssystem, Technologiepolitik, Humankapital, Wissensabsorption, China, Thailand, Multinationale Unternehmen, Regionalentwicklung, Spillover-Effekte.
Die Arbeit analysiert die Möglichkeiten von Newly Industrialized Countries (NICs), durch die Einbindung in globale Produktions- und Wissensnetzwerke eine technologische Aufwertung und somit langfristige Wettbewerbsfähigkeit zu erreichen.
Die Schwerpunkte liegen auf der Rolle von Wissen und Lernen als Produktionsfaktoren, der Funktionsweise nationaler Innovationssysteme (NIS) sowie der Bedeutung multinationaler Unternehmen als Wissensvermittler in Schwellenländern.
Das Hauptziel ist zu klären, ob für Schwellenländer reale Chancen bestehen, den technologischen Rückstand zu Industrieländern durch eine wissensbasierte Weiterentwicklung zu verringern, statt rein auf Faktorkostenvorteile zu setzen.
Es handelt sich um eine theoretisch-konzeptionelle Arbeit, die auf der Auswertung innovativer regionalökonomischer Konzepte basiert und diese durch eine exemplarische empirische Untersuchung der Länderbeispiele China und Thailand ergänzt.
Der Hauptteil widmet sich zunächst den theoretischen Grundlagen von Globalisierung und Innovation. Anschließend wird der internationale Wissenstransfer (durch Intrafirmen- und Interfirmentransfer) sowie dessen Auswirkungen auf lokale Lernprozesse und die regionale Entwicklung detailliert untersucht.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Innovationssysteme, Wissenstransfer, Absorptionsfähigkeit, technologische Aufwertung (Upgrading), Spillover-Effekte, Humankapital sowie der Vergleich von Transformationsprozessen in asiatischen NICs.
China und Thailand dienen als Kontrastbeispiele, um unterschiedliche Erfolge beim Aufbau technologischer Fähigkeiten zu veranschaulichen. Während China sehr dynamisch ist, befindet sich Thailand in einer Sandwich-Position, was die verschiedenen Herausforderungen und Politiken verdeutlicht.
Eine rein endogene Weiterentwicklung ist oft ineffektiv. Ein gezielter Wissenstransfer durch multinationale Unternehmen ist zentral, erfordert jedoch eine aktive nationale Technologiepolitik sowie Investitionen in das lokale Humankapital, um eine echte Absorptionsfähigkeit für neues Wissen zu schaffen.
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