Magisterarbeit, 2002
101 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
1.1. Verortung dieser Arbeit im Kontext des postkolonialen Diskurses
1.2. Inhaltlicher Aufbau
2. Rassistische Diskurse
2.1. Sprache und Diskurs
2.2. Das Konstrukt eines homogenen Westens
2.3. Prozesse der Reproduktion von Rassismen – „keeping western culture white“
2.4. Multikulturalismus als Lebensstil und rassistisches Strukturmerkmal
2.5. Hybridität
2.6. Dualismus als westliches Prinzip
2.7. Zur Möglichkeit eines Diskurses jenseits westlich geprägter Struktur
3. Rassismen und der Bedarf an Identifikation
3.1. Zur Funktion von Rassismen: die Konstruktion des Begriffs der Rasse
3.2. Rassistische Praktiken – eine Beschreibung sozialer Prozesse
3.3. Rasse / Ethnie / Nation : Parallelen dreier Begriffe
3.4. Der Sinn von Identität
3.5. Das Prinzip des „Anderen“ – Identitätskonstruktion mittels Abgrenzung
3.6. Ethnizität als Erfindung des Westens: Nationen als Ideologie der Moderne
4. Theoretische Ausgangspunkte
4.1. Das Verständnis von kultureller Differenz bei Ien Ang und Mark Terkessidis
4.2. Ethnizität und kulturelle Identität bei Stuart Hall :
4.3. Identität und der Status des „Anderen“ bei May Ayim
5. Ausblick
5.1. Der Beitrag des postkolonialen Diskurses zur Schaffung eines neuen Verständnisses von Identität
6. Bibliographie
Die vorliegende Arbeit untersucht gesellschaftliche Diskurse, in denen Rassismus als Strukturmerkmal fungiert, und erforscht, wie die Konstruktion des „Westens“ untrennbar mit Identitäts- und Abgrenzungsprozessen verbunden ist. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, wie rassistische Strukturen die westliche Ordnung stützen und welche Möglichkeiten existieren, Identitäten jenseits dieser binären, hegemonialen Logik zu denken.
2.1. Sprache und Diskurs
Welche Rolle spielt die Sprache in der Verständigung über ein Bewusstsein ? Da Sprache das grundlegende Mittel der Verständigung darstellt, auf dem jede Theoriebildung und –analyse fusst, möchte ich zunächst auf sie eingehen.
Sprache ist eine Sammlung von Zeichen, welche Mittler sind zwischen einer Präsenz, über die sich unmittelbar nicht verständigen lässt und Subjekten, die die Wahrnehmung dieser Präsenz mitteilen wollen. Diese Mitteilung kann nur geschehen über Trennung, über eine Aufteilung in Subjekt und Objekt. Das Bindeglied zwischen Subjekt und Objekt bzw. das Element ihrer Trennung ist die Sprache. Verbale Sprache ist ein Mittel der wörtlichen Auseinander Setzung. Ein Bewusstsein zu 'haben', bedeutet, zu Unterscheidungen fähig zu sein. Dazu ist es nötig, sich als Subjekt getrennt von einem Objekt zu sehen, sich ausserhalb der Präsenz zu stellen. Mit diesem Sich-ausserhalb stellen meine ich nicht die Einnahme einer vermeintlich objektiven Position, sondern eine Versubjektivierung, die eine Verständigung über Wahrnehmung erst möglich macht und mithilfe derer das Erkennen der eigenen Position innerhalb des Geschehens möglich ist. In diesem Sinne handelt es sich um eine Trennung vom Unmittelbaren, um jene Unmittelbarkeit zu erkennen; es handelt sich nicht um einen Ausschluss durch Einbeziehung, sondern um eine Einbeziehung durch Ausschluss. Diese Trennung oder der Ausschluss wird vollzogen mittels Sprache. Das Bedürfnis der Mitteilung geht der Sprache jedoch immer voraus und begründet diese:
"Language is necessary in order for speech to be intelligible and to produce all of its effects; but the latter is necessary in order for language to be established; historically, the fact of speech always comes first."
1. Einleitung: Diese Einleitung verortet die Arbeit im postkolonialen Diskurs und skizziert den Aufbau der Untersuchung sowie die theoretische Herangehensweise an Rassismus und Identität.
2. Rassistische Diskurse: Dieses Kapitel analysiert Sprache, das Konstrukt des „Westens“ und die Rolle des Multikulturalismus bei der Reproduktion rassistischer Machtverhältnisse.
3. Rassismen und der Bedarf an Identifikation: Hier wird der Zusammenhang zwischen Identität, nationalen Mythen und dem Ausschlussmechanismus durch „das Andere“ untersucht.
4. Theoretische Ausgangspunkte: Dieses Kapitel stellt Ansätze von Ien Ang, Stuart Hall und May Ayim vor, um die Vielfalt postkolonialer Theorien zur kulturellen Differenz zu beleuchten.
5. Ausblick: Der Ausblick diskutiert das Potenzial postkolonialer Perspektiven für eine Neuorientierung von Identität und die Überwindung monolithischer Denkstrukturen.
6. Bibliographie: Das Verzeichnis der verwendeten wissenschaftlichen Quellen und Literatur.
Rassismus, Postkolonialismus, Identität, Diskurs, Westen, Hybridität, Sprache, Macht, Nation, Ethnie, Abgrenzung, Hegemonie, Multikulturalismus, Dekonstruktion, kulturelle Differenz
Die Arbeit untersucht, wie rassistische Strukturen in westlichen Gesellschaften funktionieren, wie Identitäten konstruiert werden und wie postkoloniale Kritik diese Muster dekonstruieren kann.
Die zentralen Themen sind die Dekonstruktion rassistischer Diskurse, die Rolle der Sprache als Machtmittel sowie das Spannungsfeld zwischen Identität, Nation und kultureller Differenz.
Das Ziel ist es, den „Westen“ als ein ideologisches Konstrukt zu entlarven und zu zeigen, dass Identität und Abgrenzung untrennbar mit Machtverhältnissen und rassistischen Strukturen verbunden sind.
Die Arbeit basiert auf einer diskurstheoretischen Analyse, die sich auf postkoloniale Theorien und Ansätze von Theoretikern wie Stuart Hall, Homi Bhabha und Edward Said stützt.
Der Hauptteil befasst sich mit der Analyse rassistischer Praktiken, der binären Logik des Westens, der Funktion von Sprache sowie der kritischen Auseinandersetzung mit Identitätsmodellen wie der Diaspora.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Rassismus, Postkolonialismus, Identität, Hybridität, Hegemonie und das Konstrukt des „Westens“.
Die Autorin argumentiert, dass Sprache nicht nur zur Verständigung dient, sondern als Medium fungiert, das Wissen produziert, Wahrheiten definiert und somit essenziell an der Machtausübung beteiligt ist.
Das „Andere“ fungiert als notwendiges Kontrastbild. Erst durch die Abgrenzung von einer als „anders“ definierten Gruppe kann sich der „Westen“ selbst als homogenes, privilegiertes und „normales“ Subjekt etablieren.
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