Examensarbeit, 2005
99 Seiten, Note: 2,0
0 Einleitung
0.1 Utopiebegriff in der Sozialphilosophie
0.2 Problemexposition und Vorgehensweise
1 Ernst Blochs philosophische Wurzeln
1.1 Grundlagen
1.2 Periodisierung des Denken Blochs
1.2.1 Das ‚subjektorientierte Denken’
1.2.2 Übergang zum ‚objektorientierten Denken’
1.2.3 Systematische Entfaltung des Denkens bei Bloch: marxistische Philosophie
1.2.4 Blochs ‚marxistische Philosophie’
1.2 Theoretische Einordnung
2 Rekonstruktion des Utopiegedankens
2.1 Bedeutung der Utopie
2.2 Kategorien
2.3 Möglichkeit der Utopieentwicklung: das offene System
2.4 Ontologische Grundannahmen
2.4.1 Grundlagen
2.4.2 Die Materie
2.5 Anthropologische Grundannahmen
2.5.1 Grundlagen
2.5.2 Tagträume
2.5.3 Antizipierendes Bewusstsein
2.6 Zeittheoretische Grundannahmen
2.7 Grundannahmen des Blochschen Materialismus
2.8 Utopistische Zielvorstellungen
2.9 Resumee: Die systematische Rolle der Utopie
3 Neubetrachtung der Sozialphilosophie Blochs
3.1 Notwendigkeit der Neubetrachtung
3.2 Grundlagen
3.3 Philosophische Anthropologie oder Geschichtsphilosophie?
3.4 Bloch als Vertreter eines intentionalen Utopiebegriffs
3.5 Analyse der objektiven Möglichkeiten
3.6 Resumee
4 Relevanz der Blochschen Sozialphilosophie
4.1 Grundlagen
4.2 Aktualität der Blochschen Sozialphilosophie
4.3 Detailanalysen
4.4 Wider den Normativismus
4.5 Fortschrittskritik
4.6 Resumee
5 Schluss und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht das Verhältnis der Sozialphilosophie Ernst Blochs zu seinem Utopiebegriff. Ziel ist es, durch die Rekonstruktion seiner zentralen Grundbegriffe und deren Einbettung in einen philosophiehistorischen Kontext die systematische Rolle der Utopie in Blochs Denken herauszuarbeiten und ihre Relevanz für den aktuellen sozialphilosophischen Theoriediskurs zu evaluieren.
2.4.1 Grundlagen
Gemeinhin wird in der Philosophie unter dem Begriff ‚Ontologie’ eine Disziplin verstanden, „[…] in der über das >Seiende als Solches< logisch begriffliche Untersuchungen anzustellen sind.“ Ontologie kann folglich als philosophischer Ausgangspunkt betrachtet werden, insofern Übereinstimmung dahingehend herrscht, dass das Sein die Grundlage aller weiteren Überlegungen darstellt. Ontologie ist für Bloch die Lehre
„[…] des Seins quer durch Seiendes hindurch – als Lehre von den nicht etwa allgemeinsten, sondern wesentlichsten Seinsbestimmungen – nur eine des Seienden als bewegter Gestaltreihe offener, nach vornhin offener Seinsbedeutungen.“
Seine ontologischen Grundannahmen beziehen sich auf ein prozessual gestaltendes Seiendes, welches Erscheinendes ist. Auf dieser phänomenologischen Grundlage steht das Erscheinende in ständigem Bezug zu einem vollkommenen Sein, in der Art und Weise, als das es einen Anfang, einen Startpunkt hin zur Vervollkommnung meint. Diese teleologische Betrachtungsweise lässt bereits an dieser Stelle deutlich werden, dass es in der Blochschen Ontologiekonstruktion eine ontologische Differenz zwischen dem Seienden und dem Sein gibt. Das Sein wird verstanden als bloße Möglichkeit, dass Seiende hingegen als realisiert und stets veränderbar. Es ist eine ständige Suche nach dem Sein, ein Treiben im Prozess des Seienden.
0 Einleitung: Darstellung der Problematik des heutigen Utopiebegriffs und Skizzierung der methodischen Vorgehensweise.
1 Ernst Blochs philosophische Wurzeln: Analyse der prägenden Einflüsse auf Blochs Denken und Einordnung seiner philosophischen Phasen.
2 Rekonstruktion des Utopiegedankens: Systematische Herleitung der Blochschen Grundbegriffe wie Hoffnung, Materie und offenes System.
3 Neubetrachtung der Sozialphilosophie Blochs: Kritische Untersuchung von Blochs Philosophie vor dem Hintergrund heutiger sozialphilosophischer Debatten.
4 Relevanz der Blochschen Sozialphilosophie: Darlegung der heutigen Aktualität und des kritischen Potentials von Blochs Denken.
5 Schluss und Ausblick: Zusammenfassende Einschätzung und abschließende Reflexion über die Zukunftsfähigkeit des Blochschen Ansatzes.
Ernst Bloch, Utopie, Noch-Nicht-Sein, Hoffnung, Sozialphilosophie, Prozessphilosophie, Materie, Anthropologie, konkrete Utopie, dialektischer Materialismus, Heimat, Selbstversöhnung, antizipierendes Bewusstsein, Fortschrittskritik, Tagträume.
Die Arbeit behandelt Ernst Blochs Begriff der Utopie und seine Bedeutung für seine Sozialphilosophie im Kontext heutiger theoretischer Debatten.
Im Zentrum stehen die Rekonstruktion der Blochschen Ontologie und Anthropologie, sein Verständnis von Materie und Zeit sowie die Bedeutung der Hoffnung als Prinzip.
Das Ziel ist es, die systematische Rolle der Utopie bei Bloch werkimmanent zu rekonstruieren und zu prüfen, ob und wie diese Konzeption für heutige sozialphilosophische Fragestellungen relevant bleibt.
Die Arbeit verwendet eine philosophiehistorische und systematische Analyse von Blochs Primärwerken unter Einbeziehung kritischer Sekundärliteratur.
Der Hauptteil befasst sich mit der Rekonstruktion des Blochschen Utopiegedankens (Kategorien, Ontologie, Anthropologie) und einer anschließenden Neubetrachtung seiner Sozialphilosophie hinsichtlich aktueller theoretischer Anforderungen.
Utopie, Noch-Nicht-Sein, Hoffnung, Sozialphilosophie, Prozessphilosophie, Materie und Heimat sind die zentralen Begriffe.
Bloch kritisiert die Psychoanalyse, da diese zwar Vergangenes aufdecken könne, aber den entscheidenden Bereich des Zukünftigen („Noch-Nicht-Bewusstes“) vernachlässige und sich auf retrospektive Analysen beschränke.
„Heimat“ ist für Bloch das utopische Endziel der menschlichen Hoffnung, das den Zustand der Identität von Mensch und Welt sowie die Aufhebung der Entfremdung beschreibt.
Das offene System ist entscheidend, da es den Weltprozess nicht als determiniert, sondern als veränderbar und zukunftsorientiert begreift, wodurch das „Tätig-Offene“ des Menschen möglich wird.
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